05.03.2021 | Presseinfo Nr. 21

Frauen in einer pandemie-gesteuerten Arbeitswelt - Weltfrauentag am 8. März gibt Anlass zur Reflektion

Am 8. März ist Weltfrauentag. Diesen Tag nimmt die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Meschede-Soest, Cornelia Homfeldt, zum Anlass, auf die besonders herausfordernde Situation von Frauen in dieser Pandemielage hinzuweisen.

„Wir leben in einer Zeit, in der die Gleichberechtigung aller Geschlechter in der Gesellschaft angestrebt wird. In der Praxis ist es aber leider nicht selten, dass noch alte Normen und Werte praktiziert werden – häufig aus reiner Gewohnheit. So ist die Gleichberechtigung von Frauen am Arbeitsmarkt ebenfalls noch nicht erreicht“, stellt Cornelia Homfeldt, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, fest.

In ihrer täglichen Arbeit sind die Herausforderungen, denen Frauen sich am Arbeitsmarkt und insbesondere während der Pandemie stellen müssen, allgegenwärtig. Zum Weltfrauentag möchte sie auch die Öffentlichkeit auf die Dinge aufmerksam machen, die sie in ihrer Arbeit für den Hochsauerlandkreis und den Kreis Soest regelmäßig sieht.

So betont sie: „Es bestehen in der Gesellschaft Bemühungen, Männer mehr in die Kindererziehung und die damit verbundenen berufsbezogenen Auswirkungen einzubeziehen. Und positive Entwicklungen sind zu erkennen. Aber es ist immer noch Fakt, dass wesentlich mehr Frauen als Männer Teilzeitbeschäftigte sind.“ So waren in beiden Kreisen mit Stand Juni 2020 50,8 Prozent aller Frauen teilzeitbeschäftigt, bei den Männern waren es nur 7 Prozent.

Gerade in der Pandemie hat diese Arbeitszeitteilung Folgen für berufstätige Mütter: „Als Teilzeitarbeitskraft sind sie zwar flexibler als Vollzeitarbeitskräfte, müssen nun aufgrund von Schul- und Kitaschließungen jedoch ihre Erwerbsarbeit mit Kinderbetreuung und Home-Schooling verbinden, während die Väter oft weiter Vollzeit arbeiten – sofern sie nicht in Kurzarbeit sind. Das ist eine zusätzliche Belastung, die nicht zu unterschätzen ist. Hinzu kommt, dass ein nicht zu vernachlässigender Anteil der Frauen im Gesundheitswesen arbeitet und so auch ohne Kinderbetreuung ausgelasteter ist als in normalen Zeiten“, so die Expertin weiter. Tatsächlich arbeiteten im Agenturbezirk im Juni 2020 16,7 Prozent der beschäftigten Frauen im Gesundheitswesen, knapp darunter lag der kaufmännische Bereich mit 14,2 Prozent. Gefolgt von Berufen in Soziales und Erziehung mit einem Anteil von 12,2 Prozent.

Gerade in dieser Krise sei es wichtig, die Situation von Frauen nicht aus den Augen zu verlieren und als Arbeitgeber gezielt auf die Bedürfnisse von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere solchen mit Familienverantwortung, einzugehen.

Abschließend betont die Expertin: „Eins ist dabei besonders wichtig: Den Frauen darf aufgrund der aktuellen Situation, genau wie sonst auch, kein beruflicher Nachteil entstehen. Arbeitgeber sollten alles daransetzen, solchen benachteiligenden Effekten nach ihren besten Möglichkeiten entgegenzuwirken. Das kann in Form von familienfreundlichen Lösungen wie bezahltem Sonderurlaub oder flexiblen Home-Office-Lösungen geschehen. Es bedeutet aber auch, dass die Gehaltsunterschiede bei weiblichen und männlichen Beschäftigten in nicht tariflich geregelten Arbeitsverhältnissen kritisch hinterfragt und, wo nötig, angeglichen werden müssen. Denn Frauen sind wichtige Arbeitskräfte, die die gleichen beruflichen Chancen haben müssen wie Männer.“

Cornelia Homfeldt
Cornelia Homfeldt