29.10.2020 | Presseinfo Nr. 57

Corona verlängert den Ausbildungsstart - Zwischenbilanz anstatt Jahresbilanz

-2.258 gemeldete Ausbildungsstellen, 16,3 Prozent weniger als vor ei-nem Jahr
-2.912 gemeldete Bewerber, 8,5 Prozent weniger als vor einem Jahr
-263 Stellen bisher unbesetzt. 264 Jugendliche suchen noch eine Aus-bildungsstelle.

„Der Ausbildungsmarkt liegt bisher deutlich hinter dem Vorjahr zurück und geht nun in die Verlängerung. In diesem Jahr können noch bis in den Winter hinein Ausbil-dungen begonnen werden. Ursache ist der Lockdown, während dem die Betriebe häufig weniger Zeit hatten, sich mit dem Thema Ausbildung auseinander zu setzen. Auch die Berufsberatung konnte in dieser Zeit die Jugendlichen in den Schulen nicht erreichen. Anstelle der sonst zu diesem Zeitpunkt üblichen Jahresbilanz zie-hen wir daher heute nur eine Zwischenbilanz. Es gibt noch zahlreiche Angebote. Gemeinsam mit unseren Partnern setzen wir alles daran, möglichst vielen Jugendli-chen noch einen Ausbildungsstart in diesem Jahr zu ermöglichen und den Betrie-ben eine Nachwuchskraft zu vermitteln. Wir stehen in engem Kontakt zu den Ju-gendlichen und den Unternehmen und werden jedem ein Angebot machen. Mit der neuen Videokommunikation steht uns dabei nun ein weiterer Kanal für die Beratung zur Verfügung", so Karl Tymister, Chef der Agentur für Arbeit Mettmann.

Gemeldete Ausbildungsstellen

Unternehmen aus dem Kreis Mettmann meldeten in der Zeit von Oktober 2019 bis Ende September 2020 insgesamt 2.258 Ausbildungsstellen beim gemeinsamen Ar-beitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter. Das waren 440 Stellen oder 16,3 Prozent weniger als im Ausbildungsjahr zuvor. Die gemeldeten Stellen liegen damit etwa auf dem Niveau von vor zwei Jahren.

In fast allen Berufen wurden weniger Ausbildungsstellen gemeldet. Mehr Ausbil-dungsstellen wurden nur in den folgenden Berufsbereichen gemeldet: Papier- und Verpackungstechnik, Lebens- und Genussmittelherstellung, Informatik, IT-Systemanalyse, Objekt- und Personenschutz, Verkauf, Personalwesen- und - dienstleistung, Versicherungs- und Finanzdienstleistung, Körperpflege, Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik, Hauswirtschaft und Verbraucherberatung sowie Werbung und Marketing.

Gemeldete Bewerber

Dem standen 2.912 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber aus dem Kreis Mett-mann gegenüber und damit 271 weniger (-8,5 Prozent) als im Jahr zuvor.

Im aktuellen Ausbildungsjahr kommen auf 100 Bewerber 78 Stellen im Kreis Mett-mann; im Jahr zuvor waren es noch 85 Stellen.

Ausbildung, Maßnahmen und andere Alternativen

1.253 oder 43 Prozent der insgesamt 2.912 gemeldeten Bewerber im Kreis Mett-mann begannen eine Ausbildung. Das sind 234 weniger als im Jahr zuvor. Eine be-triebliche Ausbildung begannen 1.053 Jugendliche, 200 starteten eine geförderte außerbetriebliche Ausbildung.

91 Jugendliche begannen eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder Ein-stiegsqualifizierung, 18 Jugendliche mehr als im Jahr zuvor. 1.568 Mädchen und Jungen (53,8 Prozent) der Bewerber insgesamt haben sich aus dem Vermittlungs-prozess abgemeldet, weil sie eine anderweitige Lösung gefunden haben (weiterer Schulbesuch, Praktikum, Studium, soziale Dienste, Auslandsaufenthalt, Arbeits-stelle). Das waren 55 weniger als im letzten Jahr.

Unbesetzte Ausbildungsstellen, unversorgte Bewerber

263 Stellen waren Ende September noch frei, das waren 36 weniger als im Jahr zu-vor. Auf der anderen Seite suchten 264 junge Menschen vergeblich nach einer Ausbildungsstelle und blieben zunächst ohne Alternative. Weitere 392 Bewerber haben zwar zum 30.09. nicht mit ihrer Wunschausbildung begonnen, überbrücken jedoch die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn mit bspw. einem freiwilligen sozialen Jahr, einem Nebenjob, einem Auslandsaufenthalt, etc.

Top 10 der Berufswünsche

40 Prozent der Jungen und sogar 53 Prozent der jungen Frauen aus dem Kreis Mettmann konzentrierten sich mit ihrem ersten Berufswunsch auf einen der zehn beliebtesten Ausbildungsberufe. In den Top Ten der Wunschberufe steht bei den Jungen der KFZ-Mechatroniker PKW-Technik an erster Stelle, gefolgt vom Verkäu-fer und Kaufmann Büromanagement. Junge Frauen möchten am liebsten eine Aus-bildung zur Kauffrau Büromanagement beginnen, gefolgt von der Medizinischen Fachangestellten und Verkäuferin.

Jugendliche und Eltern, die Fragen rund um Ausbildung, Studium oder Plan B ha-ben, können unter der Rufnummer: 02104 6962-333 direkt die Berufsberatung anru-fen.

Arbeitgeber, die noch eine Nachwuchskraft suchen oder Fragen zum Thema Aus-bildung oder Ausbildungsprämie haben, erreichen den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Nummer 0800 4 5555 20.

Linktipps für Bewerberinnen und Bewerber, Eltern, Lehrer

www.jobboerse.arbeitsagentur.de (Jobbörse für Ausbildungsstellen)

www.planet-beruf.de (Bewerbungshilfen, Expertentipps)

www.berufe.tv (Videoclips zu den Berufen)

www.berufenet.arbeitsagentur.de (Infos zu allen Ausbildungs- und Studienberufen)

https://www.arbeitsagentur.de/bildung/bewerbung-ausbildung-studium (Bewer-bungstipps für einen Ausbildungs- oder Studienplatz)

https://abi.de/index.htm (Abi)

https://www.arbeitsagentur.de/bildung/welche-ausbildung-welches-studium-passt (Erkundungstool: Welche Ausbildung, welches Studium passt zu den eigenen Stär-ken und Fähigkeiten?)