29.09.2021 | Presseinfo Nr. 45

Nachwuchs ausbilden – Fachkräfte gewinnen

Betriebe, die von der Corona-Pandemie erheblich betroffen sind, können Unterstützung bei der Ausbildung in ihrem Unternehmen erhalten. Dafür hatte die Bundesregierung das Ausbildungsprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ für kleine und mittlere Unternehmen ins Leben gerufen. Heute stellen wir gemeinsam mit den Tarifpartnern ein Beispiel aus der Region vor: Die Firma August Schmits Stanz- und Umformtechnik GmbH & Co. KG aus Mettmann.

Betroffene Unternehmen können Zuschüsse erhalten, wenn das Ausbildungsangebot
beibehalten wird oder wenn, wie bei der Firma August Schmits Stanz- und Umformtechnik
GmbH & Co. KG, sogar zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen werden.

Der Bund hat seinen Schutzschirm für Ausbildung in diesem Jahr noch attraktiver gemacht
und die Förderungen ab 1. Juni 2021 verdoppelt: Von der Pandemie betroffene
Betriebe können jetzt z.B. 4.000 Euro für jede Ausbildung bekommen, wenn
sie das Ausbildungsniveau halten und 6.000 Euro, wenn sie es erhöhen. Zusätzlich
wurde auch der Kreis der förderfähigen Unternehmen erweitert. Jetzt gelten die Regelungen für Unternehmen mit bis zu 499 Beschäftigten.

Wichtig ist allerdings, dass die Anträge rechtzeitig bei der Agentur für Arbeit gestellt
werden. Spätestens drei Monate nach dem erfolgreichen Abschluss der Probezeit
müssen alle Unterlagen vollständig eingegangen sein. 

Karl Tymister wirbt dafür, die Fördermöglichkeiten zu nutzen und auszubilden.

Karl Tymister, Chef der Agentur für Arbeit Mettmann: „Auch wenn über 200 Unternehmen im Kreis Mettmann die finanziellen Hilfen nach diesem Programm bereits genutzt haben, nehme ich an, dass viele Unternehmen die Fördermöglichkeiten noch nicht kennen. Dabei können Betriebe, die zum aktuellen Ausbildungsbeginn am 1. August oder 1. September Azubis eingestellt haben, davon profitieren. Um die Ausbildungsprämie oder die Ausbildungsprämie plus zu erhalten, muss der Betrieb erheblich von der Corona-Krise betroffen sein. Das wird an bestimmten Kriterien festgemacht, wie dem Bezug von Kurzarbeitergeld oder einem Umsatzrückgang. Über die konkreten Regelungen informiert unser Arbeitgeber-Service gerne.“

Tim Kaldeuer setzt weiter auf die Ausbildung des eigenen Nachwuchses

Tim Kaldeuer, Geschäftsführer der Firma August Schmits Stanz- und Umformtechnik, hatte aus der Presse von der Ausbildungsprämie erfahren: „Trotz der aktuell herausfordernden Rahmenbedingungen im globalen Markt der Automobilzulieferindustrie setzen wir weiter auf die Ausbildung unseres eigenen Nachwuchses und damit auf unsere Fachkräfte von morgen. In einer sich schnell wandelnden Zeit ist es wichtig mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten und Wissen zusammen mit den jungen Leuten für die Zukunft unserer Arbeitsplätze zu erarbeiten. Für uns war die Ausbildungsprämie ein wichtiger Anstoß dafür, die Anzahl der Azubis noch zu erhöhen. Das Antragsverfahren ist unkompliziert und bereits im letzten Jahr haben wir für unseren Azubi eine Prämie erhalten. Für nächstes Jahr suchen wir bereits wieder einen Azubi zum Maschinen- und Anlagenführer.“

Michael Schwunk weiß, dass die Unternehmen auf gut qualifizierte und motivierte Fachkräfte angewiesen sind

Michael Schwunk, Geschäftsführer Vereinigung Bergischer Unternehmerverbände e.V.: „Der Fachkräftemangel gewinnt in vielen Branchen zunehmend an Dramatik. Die Unternehmen der Region sind auf gut qualifizierte und motivierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dringend angewiesen. Dies wird auch durch das nach wie vor hohe  Ausbildungsengagement deutlich. Für die Fachkräftesicherung sind die Ausbildungsprämien, die der Schutzschirm für Ausbildung ermöglicht und die weiteren Unterstützungsprograme der Arbeitsmarktpolitik gerade in der derzeit für viele Betriebe schwierigen wirtschaftlichen Situation ein wichtiges und entscheidendes Instrument“.

Guido Grüning möchte, aufgrund des Fachkräftemangels, jeden Ausbildungsplatz absichern

„Angesichts der riesigen Aufgaben, die uns bei der Transformation der Wirtschaft bevorstehen, dem immer größer werdenden Facharbeitermangel und der Unsicherheiten durch die Pandemie, müssen wir jetzt jeden Ausbildungsvertrag absichern. Die Unternehmen sind aufgefordert, alle Möglichkeiten zu nutzen, Ausbildungsplätze zu halten und neue zuschaffen. Das ist in ihrem ureigenen Interesse“, so Guido Grüning, Gewerkschaftssekretär DGB-Region Düsseldorf-Bergisch Land, Geschäftsstelle Wuppertal.

Daniel Ullsperger befürchtet, dass sich der Fachkräftemangel verschärft, wenn die Baby-Boomer Jahrgänge in Rente gehen

Daniel Ullsperger, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Velbert: „Wir unterstützen als IG Metall die Fördermöglichkeiten der Bundesagentur für Arbeit zur Stabilisierung und Steigerung der betrieblichen Berufsausbildung. Seit der Corona-Krise sind die Ausbildungszahlen in den niederbergischen, tarifgebundenen Betrieben in der Metall- und Elektroindustrie um knapp 40 Prozent zurückgegangen. In wenigen Jahren gehen die Baby-Boomer Jahrgänge in die Rente. Angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels
ist die Reduzierung der Ausbildungsplätze nicht nachvollzierbar. Die Unternehmen gefährden somit den erfolgreichen Wissenstransfer zwischen den Generationen. Zumal durch den beschleunigten Transformationsprozess hin zu einer nachhaltigen, digitalen Produktion der Wissensbedarf in den Unternehmen steigt.“

Weitere Informationen

Alle Informationen rund um das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ unter www.arbeitsagentur.de/bundesprogramm-ausbildungsplaetzesichern/ausbildungspraemie. Dort können auch Anträge heruntergeladen und Dokumente online hochgeladen werden. Bei evtl. Fragen können sich Unternehmen an Ausbildungsstellenvermittlerin Katharina Groß unter 02173 2031105 oder an die gebührenfreien Servicenummer 0800 4 5555 20 wenden.

  • So wie Automobilzulieferer August Schmits Stanz- und Umformtechnik aus Mettmann
  • Finanzielle Unterstützung für Ausbildungsbetriebe in der Corona-Zeit
  • Anträge rechtzeitig stellen