30.09.2020 | Presseinfo Nr. 49

Erster leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit seit Beginn der Corona-Pandemie

Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss rückläufig.

  • Die Zahl der Arbeitslosen ist in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss im September 2020 zurückgegangen: um 828 Frauen und Männer auf 30.209 Personen.
  • Die Arbeitslosenquote fiel im Bezirk wieder unter acht Prozent. 
  • Am Ausbildungsmarkt nutzen immer mehr Unternehmen staatliche Hilfen, um noch möglichst vielen Jugendlichen trotz Corona-Pandemie eine Chance zu bieten.

Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss rückläufig. „Diese Entwicklung ist positiv. Sie setzt zum Herbstauftakt hoffentlich, wie in früheren Jahren, einen Trend für das letzte Quartal", sagt Angela Schoofs. Darüber hinaus hebt die Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Mönchen-gladbach zum Herbstbeginn 2020 hervor: „Besonders fällt bei der Betrachtung des Arbeitsmarktes in diesem September auf, dass zum ersten Mal seit März wieder mehr Menschen eine Erwerbstätigkeit aufnehmen konnten als Menschen eine Erwerbstätigkeit verloren haben." Arbeitslos wurden im September 1.650 zuvor Erwerbstätige, während 1.811 Arbeitslose eine neue Erwerbstätigkeit aufnehmen konnten. Die Arbeitslosenquote fiel um 0,2 Punkte auf 7,9 Prozent, liegt jedoch 1,5 Prozentpunkte über September 2019: „Dass der Vergleich mit dem Vorjahr nicht noch größer ausfällt, ist der Kurzarbeit zu verdanken, die Unternehmen weiterhin vielerorts einsetzen, um Fachkräfte zu sichern."

Erste Erfolge für den Ausbildungsmarkt in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss zeigt das seit August 2020 laufende Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern", das sich an kleine und mittlere Unternehmen richtet, die von der Corona-Krise betroffen sind. „Wir konnten bereits mehr als 60 Anträge positiv entscheiden, was sich positiv auf die Anzahl der verfügbaren Ausbildungsplätze ausgewirkt hat", berichtet Claudia Kamper, Bereichsleiterin der Arbeitsagentur Mönchengladbach. „Bemerkenswert ist, dass dabei über 40 Mal die ,Ausbildungsprämie plus‘ bewilligt wurde. Diese ist 3.000 Euro hoch und geht an Betriebe, die einerseits von der Pandemie wirtschaftlich betroffen sind, andererseits trotzdem das Ausbildungsniveau im Vergleich zu den Vorjahren erhöhen." Weitere knapp 20 Anträge wurden von der Arbeitsagentur Mönchengladbach positiv entschieden, in denen die Ausbildungsprämie von 2.000 Euro beantragt worden war. Die richtet sich an Betriebe, die trotz pandemiebedingter Probleme das Ausbildungsniveau halten.

Unternehmen, die sich über das Bundesprogramm informieren möchten, können die Hotline „Bei Anruf: Fördergeld!" kontaktieren: Montag bis Freitag, 10 bis 12 Uhr, 02161 4041870. In diesem Jahr ist es aufgrund der Corona- Pandemie möglich, Auszubildende auch nach dem offiziellen Start im August und September aufzunehmen. „Um möglichst vielen Jugendlichen eine Chance zu geben, haben sich die Partner am Ausbildungsmarkt darauf verständigt, für Ausbildungsjahrgang 2019/20 ein sozusagen fünftes Quartal anzuhängen", erläutert Angela Schoofs.

Anzahl der Arbeitslosen und aktuelle Arbeitslosenquoten

Um 2,7 Prozent sank die Arbeitslosigkeit im September 2020 im Bezirk der Arbeitsagentur Mönchengladbach. Sie liegt damit um 828 Frauen und Männer unter dem Niveau des Vormonats. Damit sind aktuell 30.209 Personen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss arbeitslos gemeldet. Verglichen mit September 2019 sind das 5.617 Menschen mehr (+22,8 Prozent).

Die Arbeitslosenquote ging im September 2020 auf 7,9 Prozent zurück. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im August, aber 1,5 Prozentpunkte mehr als im September des Vorjahres (September 2019: 6,4 Prozent).

Arbeitsmarkt in den regionalen Gebietskörperschaften

14.910 Frauen und Männer waren im September 2020 in der Stadt Mönchengladbach arbeitslos gemeldet. Das sind 321 Personen weniger als im Vormonat (-2,1 Prozent), aber 2.264 Personen mehr als im Vorjahresmonat (+17,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt in Mönchengladbach für September 10,6 Prozent. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im August 2020, jedoch 1,6 Prozentpunkte mehr als im September 2019.

Im Rhein-Kreis Neuss waren im September 2020 15.299 Menschen arbeitslos gemeldet, was 507 Personen weniger als im Vormonat sind (-3,2 Prozent) und 3.353 Personen mehr als im Vorjahresmonat (+28,1 Prozent). 6,3 Prozent beträgt die aktuelle Arbeitslosenquote für den Rhein-Kreis Neuss. Sie liegt um 0,2 Prozentpunkte unter August 2020, aber um 1,4 Prozentpunkte über September 2019.

Durch die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt veränderten sich auch die Arbeitslosenquoten an den drei Standorten der Arbeitsagentur im Kreisgebiet. In der Geschäftsstelle Dormagen sank die Arbeitslosenquote im September 2020 im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte auf 5,9 Prozent (September 2019: 4,0 Prozent). In der Geschäftsstelle Grevenbroich ging die Arbeitslosenquote im September 2020 im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent zurück (September 2019: 4,4 Prozent). In der Geschäftsstelle Neuss sank die Arbeitslosenquote im September 2020 im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte auf 6,7 Prozent (September 2019: 5,3 Prozent). Registriert wurden 2.078 Arbeitslose in der Stadt Dormagen, 2.168 in Grevenbroich, 537 in Jüchen, 1.181 in Kaarst, 712 in Korschenbroich, 1.539 in Meerbusch, 6.786 in Neuss und 298 in Rommerskirchen.

Hinweis: Zur Hauptagentur Mönchengladbach gehört nur die Stadt Mönchengladbach; die Geschäftsstelle Neuss umfasst die Städte Neuss, Korschenbroich, Kaarst und Meerbusch. Zur Geschäftsstelle Dormagen zählt nur die Stadt Dormagen. Die Geschäftsstelle Grevenbroich umfasst die Städte Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen. Die Daten der drei Geschäftsstellen Neuss, Grevenbroich und Dormagen ergeben zusammen die Zahlen für den Rhein-Kreis Neuss.


Bewegung auf dem Stellen- und Arbeitsmarkt

1.033 neue offene Stellen meldeten die Unternehmen im Bezirk der Arbeitsagentur Mönchengladbach im September 2020. Das sind 107 mehr als im Vormonat (+11,6 Prozent), aber 503 weniger als vor einem Jahr (-32,7 Prozent). 999 der gemeldeten Stellen waren sozialversicherungspflichtig. 893 der neu zugegangenen Stellen sind unbefristet zu besetzen.

Zum Monatsende gab es mit 4.161 freien Arbeitsstellen im Bestand 74 mehr als im August 2020 (+1,8 Prozent) und 1.787 weniger als im Vorjahresmonat (-30,0 Prozent). 4.040 Stellen boten eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. 3.651 der Stellen im Bestand sind unbefristet zu besetzen. Gesucht werden weiterhin Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Gesundheit und Soziales, in der Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung sowie in Verkehr und Logistik. Ein steigender Personalbedarf ist zudem in Land-, Forst-wirtschaft sowie Gartenbau zu verzeichnen.

1.685 Personen konnten im September 2020 in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt (ohne Ausbildung) einmünden. Das waren 335 Männer und Frauen mehr als im August (+24,8 Prozent). Aus einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt heraus arbeitslos wurden im September 1.555 Männer und Frauen. Das waren 66 Personen oder 4,1 Prozent weniger als im August 2020.

Entwicklung der angemeldeten und realisierten Kurzarbeit

Für April 2020 rechneten im Agenturbezirk Mönchengladbach 4.746 Betriebe für 37.215 Angestellte Kurzarbeit mit der Agentur für Arbeit ab. Davon entfielen nach einer jetzt erstmals auf Ebene der Gebietskörperschaften vorliegenden Hochrechnung 1.664 Betriebe und 14.474 Personen auf die Stadt Mönchengladbach und 3.082 Betriebe und 22.740 Personen auf den Rhein-Kreis Neuss. Für Mai 2020 rechneten laut erster Hochrechnung im Agenturbezirk 4.163 Betriebe für 33.339 Angestellte Kurzarbeit ab.

Die Zahl der Anzeigen von Kurzarbeit, die im Zusammenhang mit der Corona- Pandemie bei der Agentur für Arbeit eingehen, ist im September 2020 in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss im Vergleich zum August noch einmal zurückgegangen. Im September sind bei der Arbeitsagentur Mönchengladbach 56 Anzeigen von konjunktureller Kurzarbeit für bis zu 601 Personen neu oder erneut angemeldet worden (August: 90 Anzeigen/911 Personen). Es ist allerdings nicht zwingend, dass jede in den Anzeigen betroffene Person auch tatsächlich kurzarbeiten wird. Die Anzeige ist zunächst nur eine Absichtserklärung des Arbeitgebers. Wie viel Kurzarbeit tatsächlich realisiert wird, zeigt sich erst, wenn die Unternehmen bei der Agentur für Arbeit ihre Abrechnungslisten für den jeweiligen Kalendermonat eingereicht haben, wofür sie drei Monate Zeit haben.