01.12.2020 | Presseinfo Nr. 53

Arbeitslosigkeit geht erneut leicht zurück

Anzahl offener Stellen steigt

  • 28.933 Menschen waren im November 2020 in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss arbeitslos gemeldet. Das sind 821 Männer und Frauen weniger als im Vormonat.
  • Die Arbeitslosenquote des Agenturbezirks fiel auf 7,5 Prozent.
  • Neben den aktuellen Herausforderungen am Arbeitsmarkt nehmen die Arbeitsagenturen im Rheinischen Revier mit einer neuen Internetseite den Strukturwandel rund um die Tagebaue Garzweiler, Hambach und Inden in den Blick.

Ein für August bis November typischer Trend auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich auch nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie in diesem Jahr. „Wenngleich die Arbeitslosenzahl weiterhin hoch ist, können wir glücklicherweise für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss wie in den Vorjahren einen Rückgang der Arbeitslosigkeit im Herbst vermelden – und das bisher auch trotz der aktuellen coronabedingten Einschränkungen“, erläutert Angela Schoofs, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Mönchengladbach. Nachdem im August 2020 mit 31.037 arbeitslosen Frauen und Männern ein Höchststand erreicht worden war, ist die Zahl der Arbeitslosen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss bis November 2020 auf 28.933 Personen zurückgegangen. „Für Gegenwart und Zukunft ist es zusätzlich gut zu wissen, dass die Unternehmen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss weiterhin offene Arbeitsstellen melden.“ Im November 2020 waren es 1.198 neue Arbeitsstellen, was sogar etwas mehr als in den Vergleichsmonaten der Vorjahre gewesen ist (November 2019: 1.045; November 2018: 1.179).

Neben den Herausforderungen, die sich für den Arbeitsmarkt aus der Corona-Pandemie ergeben, nehmen die Arbeitsagenturen im Rheinischen Revier mit einer neuen Internetseite auch den Strukturwandel in den Blick, der sich aus dem bundespolitisch beschlossenen Kohleausstieg ergibt. Die Arbeitsagenturen Aachen-Düren, Brühl und Mönchengladbach begleiten diesen Veränderungsprozess mit ihren Beratungs- und Fördermöglichkeiten, wobei die Agentur für Arbeit Brühl die koordinierende Rolle als Revieragentur übernommen hat. Um bestehende und künftige Angebote transparent darstellen zu können, bauen alle drei Arbeitsagenturen derzeit ein zusätzliches Internetangebot auf, das bereits erste Informationen für betroffene Arbeitnehmer und Arbeitgeber bereithält. Dazu kündigt Angela Schoofs an: „Wir wollen bestehende Prozesse und Dienstleistungen anpassen und weiterentwickeln, um die Menschen im Rheinischen Revier unabhängig von Agenturgrenzen beim Thema ,Arbeit‘ erfolgreich zu unterstützen. Unser Ziel ist eine für Beschäftigte und Arbeitgeber hochwertige, frühzeitige und niedrigschwellige Unterstützung aus einer Hand.“ Zu finden ist die Internetseite für das Rheinische Revier auf www.arbeitsagentur.de/moenchengladbach.

Anzahl der Arbeitslosen und aktuelle Arbeitslosenquoten

Um 2,8 Prozent zurückgegangen ist die Arbeitslosigkeit im November 2020 im Bezirk der Agentur für Arbeit Mönchengladbach. Sie liegt somit um 821 Frauen und Männer unter dem Niveau des Vormonats. Damit sind aktuell 28.933 Personen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss arbeitslos gemeldet. Verglichen mit November 2019 sind das 5.509 Menschen mehr (+23,5 Prozent).

Die Arbeitslosenquote ging im November 2020 auf 7,5 Prozent zurück. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im Oktober, jedoch 1,4 Prozentpunkte mehr als im November des vergangenen Jahres (November 2019: 6,1 Prozent).

Arbeitsmarkt in den regionalen Gebietskörperschaften

14.341 Frauen und Männer waren im November 2020 in der Stadt Mönchengladbach arbeitslos gemeldet. Das sind 387 Personen weniger als im Vormonat (-2,6 Prozent), aber 2.548 Personen mehr als im Vorjahresmonat (+21,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt in Mönchengladbach für November 10,2 Prozent. Das sind 0,3 Prozentpunkte weniger als im Oktober 2020, jedoch 1,8 Prozentpunkte mehr als im November 2019.

Im Rhein-Kreis Neuss waren im November 2020 14.592 Menschen arbeitslos gemeldet, was 434 Personen weniger als im Vormonat sind (-2,9 Prozent) und 2.961 Personen mehr als im Vorjahresmonat (+25,5 Prozent). 6,0 Prozent beträgt die aktuelle Arbeitslosenquote für den Rhein-Kreis Neuss. Sie liegt um 0,2 Prozentpunkte unter Oktober 2020, aber um 1,2 Prozentpunkte über November 2019.

Durch die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt veränderten sich auch die Arbeitslosenquoten an den drei Standorten der Arbeitsagentur im Kreisgebiet. In der Geschäftsstelle Dormagen sank die Arbeitslosenquote im November 2020 im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte auf 5,6 Prozent (November 2019: 4,0 Prozent). In der Geschäftsstelle Grevenbroich ging die Arbeitslosenquote im November 2020 im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent zurück (November 2019: 4,3 Prozent). In der Geschäftsstelle Neuss sank die Arbeitslosenquote im November 2020 im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte auf 6,4 Prozent (November 2019: 5,2 Prozent). Registriert wurden 1.940 Arbeitslose in der Stadt Dormagen, 2.065 in Grevenbroich, 516 in Jüchen, 1.143 in Kaarst, 675 in Korschenbroich, 1.493 in Meerbusch, 6.490 in Neuss und 270 in Rommerskirchen.

Hinweis: Zur Hauptagentur Mönchengladbach gehört nur die Stadt Mönchengladbach; die Geschäftsstelle Neuss umfasst die Städte Neuss, Korschenbroich, Kaarst und Meerbusch. Zur Geschäftsstelle Dormagen zählt nur die Stadt Dormagen. Die Geschäftsstelle Grevenbroich umfasst die Städte Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen. Die Daten der drei Geschäftsstellen Neuss, Grevenbroich und Dormagen ergeben zusammen die Zahlen für den Rhein-Kreis Neuss.

Unterbeschäftigung und Qualifizierungen

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch jene Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus besitzen. Fortbildungen werden von der Arbeitsagentur Mönchengladbach derzeit besonders unterstützt, damit sich Arbeitslose als Fachkräfte der Zukunft aufstellen können.

Im Agenturbezirk Mönchengladbach waren 37.559 Frauen und Männer im November 2020 unterbeschäftigt. Dies sind 450 Personen weniger als im Vormonat (-1,2 Prozent). Die Anzahl der Maßnahmenteilnehmer stieg im Berichtsmonat um 250 auf 7.223 (+3,6 Prozent).

18.757 Personen waren in der Stadt Mönchengladbach im November 2020 unterbeschäftigt. Dies sind 304 Frauen und Männer weniger als im Oktober 2020 (-1,6 Prozent). An Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik nahmen 4.017 Personen teil. Das sind 100 mehr als im Vormonat (+2,6 Prozent).

Im Rhein-Kreis Neuss waren 18.802 Personen im November 2020 unterbeschäftigt. Dies sind 146 Frauen und Männer weniger als im Vormonat (-0,8 Prozent). An Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik nahmen 3.206 Männer und Frauen teil. Das sind 150 mehr als im Vormonat (+4,9 Prozent).

Die Agentur für Arbeit Mönchengladbach bietet Arbeitslosen die Teilnahme an unterschiedlichen Qualifizierungsmaßnahmen an, die von der Anpassung bis zur Umschulung reichen. Beraten wird dazu unter den Rufnummern 02161 4049900 und 0800 4555500. Einen Überblick über die Maßnahmen gibt es unter https://kursnet-finden.arbeitsagentur.de/kurs.

Bewegung auf dem Stellen- und Arbeitsmarkt

1.198 neue offene Stellen meldeten die Unternehmen im Bezirk der Arbeitsagentur Mönchengladbach im November 2020. Das sind 94 mehr als im Vormonat (+8,5 Prozent) wie auch 153 mehr als vor einem Jahr (+14,6 Prozent). 1.190 der gemeldeten Stellen waren sozialversicherungspflichtig. 1.059 der neu zugegangenen Stellen sind unbefristet zu besetzen.

Gesucht werden weiterhin Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Gesundheit und Soziales, in der Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung sowie in Verkehr und Logistik. Steigend im Vergleich zu den Vormonaten ist im November 2020 außerdem der Personalbedarf in Erziehung und Unterricht gewesen. „Hier sind zwei Bereiche maßgeblich für diese Entwicklung: Zum einen haben die Fahrschulen einen zunehmenden Bedarf an Lehrern und zum anderen wächst dieser in der Erwachsenenbildung. Dort arbeiten die Bildungsträger coronabedingt inzwischen mit kleineren und dafür mehr Gruppen“, erklärt Peter Lippsmeier, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Mönchengladbach.

Zum Monatsende gab es mit 4.269 freien Arbeitsstellen im Bestand 34 weniger als im Oktober 2020 (-0,8 Prozent) und 2.486 weniger als im Vorjahresmonat (-36,8 Prozent). 4.167 Stellen boten eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. 3.855 der Stellen im Bestand sind unbefristet zu besetzen.

1.732 Personen konnten im November 2020 in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt (ohne Ausbildung) einmünden. Das waren 98 Männer und Frauen mehr als im Oktober (+6,0 Prozent). Aus einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt heraus arbeitslos wurden im November 1.765 Männer und Frauen. Das waren 1 Personen oder 0,1 Prozent mehr als im Oktober 2020.

Entwicklung der angezeigten und realisierten Kurzarbeit

Für Juni 2020 rechneten mit der Agentur für Arbeit Mönchengladbach 3.284 Betriebe Kurzarbeit für 28.258 Angestellte ab. Davon entfielen nach neu vorliegenden Zahlen 1.166 Betriebe und 10.142 Personen auf die Stadt Mönchengladbach sowie 2.118 Betriebe und 18.116 Personen auf den Rhein-Kreis Neuss. Für Juli 2020 rechneten laut erster Hochrechnung im Agenturbezirk 2.623 Betriebe für 20.823 Angestellte Kurzarbeit ab; die Werte für die Gebietskörperschaften liegen zum nächsten Arbeitsmarktbericht vor.

Die Entwicklung in den Monaten zuvor: 4.742 Betriebe rechneten für April 2020 mit der Agentur für Arbeit Mönchengladbach Kurzarbeit für 37.454 Angestellte ab. Davon entfielen 1.663 Betriebe und 14.519 Personen auf die Stadt Mönchengladbach sowie 3.079 Betriebe und 22.935 Personen auf den Rhein-Kreis Neuss. Für Mai 2020 rechneten im Agenturbezirk 4.111 Betriebe Kurzarbeit für 34.093 Angestellte ab. Davon entfielen 1.460 Betriebe und 12.296 Personen auf die Stadt Mönchengladbach sowie 2.651 Betriebe und 21.797 Personen auf den Rhein-Kreis Neuss.

Die Zahl der neuen oder erneuten Anzeigen von Kurzarbeit, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bei der Agentur für Arbeit eingehen, ist in den vergangenen Wochen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss im Vergleich zu den Vormonaten wieder gestiegen. Im November 2020 sind bei der Arbeitsagentur Mönchengladbach 448 Anzeigen von konjunktureller Kurzarbeit für bis zu 4.674 Personen neu oder erneut angemeldet worden. Zu beachten ist an diesen Werten zweierlei: Erstens wurde die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld inzwischen für Betriebe, die schon vor dem 31. Dezember 2020 in Kurzarbeit gegangen sind, auf maximal bis zu 24 Monate verlängert. Die Verlängerung der Lohnersatzleistung macht allerdings eine erneute Anzeige des Arbeitgebers bei der Arbeitsagentur erforderlich. Zweitens ist es nicht zwingend, dass jede in den Anzeigen betroffene Person auch tatsächlich kurzarbeiten wird. Die Anzeige ist zunächst nur eine Absichtserklärung des Arbeitgebers. Wie viel Kurzarbeit tatsächlich realisiert wird, zeigt sich erst, wenn die Unternehmen bei der Agentur für Arbeit ihre Abrechnungslisten für den jeweiligen Kalendermonat eingereicht haben, wofür sie drei Monate Zeit haben.

Beratung zur Kurzarbeit für Arbeitgeber gibt es unter der Hotline 0800 4555520, Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr.