05.01.2021 | Presseinfo Nr. 2

Arbeitsmarkt in der Corona-Pandemie

Kurzarbeit und berufliche Weiterbildung für 2021 wichtig

Die Corona-Pandemie löste im vergangenen Jahr einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit aus. In der Rückschau für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss fallen dabei drei Monate besonders ins Auge:

  • Der höchste Anstieg der Arbeitslosigkeit wurde im April 2020 mit einem Plus von 3.141 Personen oder 12,8 Prozent auf 27.750 Arbeitslose verzeichnet. Außerdem wurde im April 2020 der Höchststand in der Kurzarbeit während des ersten Lock-Downs registriert, als 37.454 Menschen in 4.742 Betrieben zwischen Niers und Rhein verkürzt arbeiteten.
  • Der Höhepunkt der Arbeitslosenzahlen war im August 2020 mit 31.037 erreicht, als 5.335 Personen oder 20,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor arbeitslos gemeldet waren.
  • Nach einem Einbruch im Frühjahr wurden im November 2020 sogar mehr neue offene Stellen (1.198) gemeldet als im Vergleichsmonat der Jahre 2018 und 2019.

Eine Einordnung dieser Zahlen gab bei der Jahrespressekonferenz die Leiterin der Agentur für Arbeit Mönchengladbach Angela Schoofs: „Wir haben im Frühjahr einen harten Einbruch auf dem Arbeitsmarkt erlebt. Dieser war und ist, solange die Corona-Pandemie anhält, für viele Menschen und Unternehmen schmerzlich. Wir haben aber auch sehen können, dass der massive Einsatz von Kurzarbeit wirkt und sich der Arbeitsmarkt seit dem Sommer wieder auf saisontypischen, sogar leicht aufwärtsstrebenden Bahnen bewegt – gleichwohl auf deutlich niedrigerem Niveau.“ Im Durchschnitt waren im Vorjahr 28.431 Menschen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss arbeitslos gemeldet, was eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent ergibt. Die Werte liegen somit höher als im Jahr 2019 (24.674 Personen/6,4 Prozent) aber unterhalb der Jahresdurchschnitte von 2015 (28.733 Personen/7,8 Prozent) oder früher.

„Wir, die Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss, leiten aus den Entwicklungen der vergangenen Monate zweierlei für das neue Jahr ab: Zum einen gilt unser Einsatz weiterhin der Kurzarbeit, mit deren Hilfe viele Unternehmen ihre Fachkräfte halten können, um für die Zeit nach der Pandemie vorbereitet zu sein – und, das ist ebenfalls sehr wichtig, mit der den Fachkräften die soziale Sicherheit gewährleistet werden kann. Zum anderen werden wir uns noch stärker für die berufliche Weiterbildung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern engagieren, um unseren Arbeitsmarkt auf die Zeit nach der Pandemie vorzubereiten und fitzumachen für weitere wirtschaftliche und strukturelle Veränderungen“, erklärte Angela Schoofs. Genutzt werden sollen die vielfältigen Förderinstrumente der Bundesagentur für Arbeit, und forciert wird weiterhin das Instrument der Qualifizierung von Beschäftigten. Zusätzlich stellte Angela Schoofs in Aussicht: „Darüber hinaus bereiten wir für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss mehrere Modellprojekte für Branchen mit Fachkräftebedarf vor, die im Laufe des Jahres vorgestellt werden sollen.“

Weiterbildung von Beschäftigten: Neues Sammelantragsverfahren für die Nutzung des Qualifizierungschancengesetzes (QCG)

Um die berufliche Weiterbildung leichter zu ermöglichen, können Arbeitgeber seit dem 1. Januar 2021 den Antrag darauf für mehrere Beschäftigte gebündelt stellen, teilte die Arbeitsagentur in ihrer Jahrespressekonferenz mit. Die Förderleistungen werden dann als eine Gesamtleistung bewilligt. Mit dem „Arbeit-von-morgen-Gesetz“ ist das Qualifizierungschancengesetz, das die Weiterbildung von Beschäftigten regelt, weiterentwickelt worden. Der Gesetzgeber hat darin unter anderem die Fördermöglichkeiten für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nochmals verbessert, deren berufliche Tätigkeiten durch neue Technologien ersetzt werden können, die in sonstiger Weise vom Strukturwandel bedroht sind oder die eine Weiterbildung in einem Engpassberuf anstreben. Dazu Bereichsleiterin Claudia Kamper: „Zusätzlich zu den bisherigen Fördermöglichkeiten können die Zuschüsse zu den Lehrgangskosten und zum Arbeitsentgelt um bis zu 15 Prozent erhöht werden. Diese zusätzliche Förderleistung wurde auf alle Betriebe unabhängig von deren Größe ausgeweitet. Damit sollen Arbeitgeber und Beschäftigte gestärkt werden, um schwierige strukturelle Anpassungsprozesse zu bewältigen, Fachkräfte an den Betrieb zu binden oder neue Fachkräfte für künftige Herausforderungen zu qualifizieren.“