Studium finanzieren

Wer studieren möchte, sollte sich zuvor Gedanken machen, wie das Studium finanziert werden kann. Denn: Ein Studium kostet Geld. Wieviel, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Diese zu kennen, ist für die Studienplanung und -finanzierung wichtig. Letztlich hängt auch der Studienerfolg nicht unerheblich von einer gesicherten Studienfinanzierung ab. Deshalb habe ich ein paar Fragen für den Blog "Gut beraten ins Berufsleben starten" gesammelt, die ihr der Berufsberatung der Arbeitsagentur ganz oft stellt.

Nummer 61

Welche Kosten können im Studium anfallen?

Das meiste Geld wird in der Regel für Miete und Nebenkosten ausgegeben, also macht es einen Unterschied, ob ich noch zu Hause bei den Eltern wohne oder einen eigenen Haushalt führe. Günstiger ist es sicherlich, bei den Eltern zu wohnen, aber nicht jeder möchte das und nicht jedes Studienfach wird in Wohnortnähe angeboten. Allein eine eigene Wohnung zu mieten, kann teuer sein, oftmals steht ihr euch mit einer Wohnung in einem Studentenwohnheim günstiger. Oder ihr teilt euch mit mehreren Studierenden eine Wohnung, lebt also in einer WG.

Wie stark hängen die Kosten von der Wahl des Studienfachs und der Hochschule ab?

Wieviel das Studium kostet, hängt tatsächlich auch von der Hochschule und teilweise auch vom Studienfach ab. Private Hochschulen nehmen in der Regel Studiengebühren, staatliche und kirchliche Hochschulen tun dies nicht. Allerdings ist das Studium auch dort nicht kostenfrei, fallen auch dort sogenannte Semesterbeiträge an, in denen Verwaltungskosten, Beiträge für die Studierendenvertretung, der Studentenwerksbeitrag und meist die Kosten für ein Semesterticktet für den Öffentlichen Personennahverkehr enthalten sind. Die Kosten können je nach Studienort oder Studienfach schwanken. So sind die Lebenshaltungskosten in München höher als in Mönchengladbach. In naturwissenschaftlichen Fächern ist die benötigte Fachliteratur häufig sehr teuer, in Studiengängen wie Architektur können Materialien für den Modellbau anfallen.

Gibt es Hilfsmittel, um die möglicherweise anfallenden Studienkosten im Voraus zu kalkulieren?

Eine Aufstellung durchschnittlicher Studienkosten bietet die Sozialerhebung, die auf den Seiten der Studentenwerke einsehbar ist. Habe ich mir dort einen Überblick über die für mein Wunschstudienfach anfallenden Kosten verschafft, kann die Finanzierung überlegt werden.

Wer trägt die bei einem Studium anfallenden Kosten?

Statistisch gesehen stemmen immer noch die Eltern den Großteil der Studienkosten. Laut 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks finanzieren 86 Prozent das Studium mit. Also ist es wichtig, zunächst mit den Eltern zu besprechen, ob und wieviel sie zum Studium dazugeben können. Die meisten Studenten haben zusätzlich noch einen Nebenjob, um selbst einen Teil ihres Studiums zu finanzieren. Allerdings sind gerade in der jüngsten Vergangenheit durch die Corona-Pandemie viele beliebte Studentenjobs in der Gastronomie weggefallen. Nebenjobs sorgen für praktische Erfahrung im Studium und sorgen für einen Ausgleich zum häufig theoriebestimmten Lernen. Besonders toll ist praktische Erfahrung, wenn man sie mit Studieninhalten verbinden kann, zum Beispiel indem ihr als Studentische Hilfskraft für die Hochschule arbeitet – meist ist das aber erst möglich, wenn ihr ein paar Semester lang Fachwissen gesammelt habt und Kontakte zu Instituten, Seminaren, Professorinnen oder Dozenten habt knüpfen können. Wer aber viel arbeiten muss, um sein Studium zu finanzieren, hat weniger Zeit für das Studium selbst oder zur Prüfungsvorbereitung, daher sollten auch andere Finanzierungsmöglichkeiten geprüft werden.

Wer kann die staatliche Ausbildungsförderung BaföG beantragen?

Eine gute Finanzierungsmöglichkeit ist die staatliche Ausbildungsförderung (BaföG), die es zur Hälfte als zinsloses Darlehen gibt, das später zurückgezahlt werden muss, und zur Hälfte als Zuschuss. Leider bekommt nicht jeder Studierende BaföG, weil die finanzielle Unterstützung von verschiedenen Voraussetzungen abhängig ist, zumeist spielt hierbei das Einkommen der Eltern eine entscheidende Rolle. Gute Informationen und eine Hotline gibt es unter www.bafög.de, und natürlich beraten die Studentenwerke ausführlich zum BaföG. Ich rate jedem dazu, sich zum BaföG und zu den Antragschancen ausführlich informieren zu lassen.

Gibt es andere Zuschüsse zum Studium als das BaföG?

Manchmal kann das Studium durch ein Stipendium (mit-)finanziert werden, das von unterschiedlichen Organisationen angeboten wird. Wie beim BaföG gibt es aber auch hierfür Voraussetzungen: Es müssen je nach Stipendienanbieter Kriterien erfüllt werden, wozu sehr gute Studienleistungen oder politisches, gesellschaftliches oder kirchliches Engagement zählen können. Eine gute Übersicht über Stipendienanbieter und Voraussetzungen bietet die Internetseite studienwahl.de.

Geben Banken Kredite, um ein Studium zu finanzieren?

Natürlich kann man für sein Studium einen Kredit aufnehmen – hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten und Anbieter. Allerdings muss man hier sehr genau hinschauen, denn in der Regel muss der Kredit nach dem Studium mit Zinsen zurückgezahlt werden. Informationen hierzu und zu weiteren Möglichkeiten finden sich ebenfalls unter www.studienwahl.de.

Ab wann sollte ich mich mit dem Thema der Studienfinanzierung beschäftigen?

Unter dem Strich ist es wichtig, im Vorfeld gut zu planen und sich über alle Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren. Unterstützung finden Studenten unter anderem bei den Studentenwerken, die umfangreich zu den unterschiedlichen Finanzierungsmöglichkeiten beraten können. Da häufig Anträge gestellt werden müssen, ist eine sehr frühzeitige Planung nötig. Die Überlegungen zur Studienfinanzierung sollten vom ersten Tag der Studienplanung mit unternommen werden.

Von Sandra Inderfurth

(erschienen Mai 2022)

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