Ausbildung in der Finanzwelt

Der Finanzsektor steckt mitten im digitalen Wandel. Das wirkt sich auch auf die Ausbildung aus und verlangt den Auszubildenden mittlerweile zusätzliche Fähigkeiten ab. Wie schnell sich dieser Wandel vollzieht, lässt sich am „Business-Tag Banken“ ablesen.

Seit vielen Jahren gibt es in Mönchengladbach den „Business-Tag Banken“, der sich an Schülerinnen und Schüler richtet, die sich eine Ausbildung in der Finanzwelt vorstellen können. Ein Thema, das seit einigen Jahren an diesem Tag angesprochen wird, ist das „Future-Banking“. Und es ist erst wenige Jahre her, dass dabei das Bezahlen per Smartphone als Bankgeschäft der Zukunft vorgestellt wurde. Heute gehört das bereits zur Normalität.

Der Umbruch in der Bankenbranche lässt sich an ein paar Beispielen darstellen. Früher gingen Auszubildende in diesen Beruf, weil sie im unmittelbaren Kontakt mit Kundinnen und Kunden arbeiten wollten, weil sie in einer Filiale beraten und Menschen dabei helfen wollten, mit Geld umzugehen. Heute gehört das weiterhin dazu, allerdings arbeiten Bänker inzwischen zusätzlich viel mehr am Computer, kümmern sich ums Online-Banking oder beraten per Telefon und Video-Chat. Das veränderte Kundenverhalten wirkt sich darüber hinaus auf die Arbeitszeiten aus, die heutzutage viel ausgedehnter und teilweise im Schichtsystem angelegt sind.

Lebenslanges Lernen war für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Banken und Sparkassen schon immer ein großes Thema, jedoch wird von ihnen mittlerweile auch die Bereitschaft erwartet, sich zum Beispiel auf die Zusammenarbeit mit Künstlicher Intelligenz einzulassen. „Kryptowährung“ und „Video-Ident-Verfahren“ sind weitere Schlagworte, die beispielhaft für die Digitalisierung im Finanzbereich stehen. Was früher ein Bankmitarbeiter gemacht hat, wertet heute immer öfter eine Software aus. Begriffe wie „Robotic Process Automation“ (Software-Roboter)“, „Chatbots“ oder „Robo-Advisors“ (Roboter für Kommunikationsaufgaben)“ sind in der Finanzwelt schon nicht mehr wegzudenken. Und was in dieser Branche ebenfalls mehr und mehr gefordert ist, ist ein Vertriebstalent. Banken und Sparkassen leben davon, dass ihre Kundinnen und Kunden auch andere Produkte der Institute nutzen, wozu Vermögensanlagen, Kredite und Versicherungen gehören.

Um passend für einen Ausbildungsberuf im Bankensektor zu sein, sollten auf jeden Fall diese Fähigkeiten, Interessen und Einstellungen mitgebracht werden: eine Bereitschaft zu wechselnden Arbeitszeiten und -orten; ein Interesse an Menschen und eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, sei es in der Filiale, telefonisch, schriftlich oder per Video-Chat; Flexibilität im Umgang mit ganz unterschiedlichen Kundentypen; Sorgfalt, weil man sehr viel mit sensiblen Daten zu tun hat, was Lohn- und Kontopfändungen sein können oder Kredite, die ein Kunde oder eine Kundin aktuell beispielsweise als Folge aus der Corona-Pandemie nicht mehr bedienen kann; Konzentrationsfähigkeit ist außerdem gefragt, weil man sich unter anderem im Steuerrecht oder bei den Richtlinien im Bankengeschäft ständig up-to-date halten muss; und zuletzt muss man Lust haben, sich dem Beruf entsprechend zu kleiden, meist mit Hemd, Bluse, Bundfaltenhose oder Anzug.

Interessant ist eine Ausbildung in der Finanzwelt nicht nur finanziell, und zwar ab dem ersten Ausbildungsjahr, sondern auch wegen der anschließenden Fortbildungs- und Studienmöglichkeiten. Kaum eine Branche biete so viele Chancen, beruflich aufzusteigen. Wer mehr darüber erfahren möchte, für den lohnt sich bestimmt ein Besuch beim „Business-Tag Banken digital“. Der wird am 22. März 2021 von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Mönchengladbach mit Mönchengladbacher Kreditinstituten, dem MGconnect-Team der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach GmbH und der Stadt Mönchengladbach angeboten. Wie Ihr teilnehmen könnt, erfahrt Ihr unter „Digital fit für die Finanzwelt“ auf dieser Internetseite.

Von Kerstin Saß

(veröffentlicht im Februar 2021)