Das gehört zu einer (sehr) guten Bewerbung

Zerknittert. Ohne Unterschrift. Unvollständig. Was macht eine gute Bewerbung aus? Und was sind die kleinen i-Tüpfelchen, die daraus vielleicht sogar eine sehr gute Bewerbung machen? Es gibt einiges, das bei einem Bewerbungsanschreiben zu beachten ist, um Patzer zu vermeiden. Neulich habe ich darüber an dieser Stelle geschrieben. Diesmal nehme ich die Formalien des Bewerbungsschreibens in den Blick, um der erhofften Ausbildungsstelle ein Stück näher zu kommen.

Zu allererst sollte eine Bewerbung vollständig sein. Klingt logisch, ist aber nicht immer der Fall. Das zeigt mir meine Praxis als Berufsberaterin der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss. Zu einer Bewerbung gehören ein Anschreiben, ein Lebenslauf und das aktuellste Schulzeugnis. Ein Foto kann ebenfalls dazugehören wie auch Praktikums- und Arbeitszeugnisse oder Bestätigungen über die Teilnahme an Berufswahl-Veranstaltungen. Vollständig ist eine Bewerbung nur, wenn das Anschreiben und der Lebenslauf unterschrieben sind. Außerdem sind von Schulzeugnissen alle Seiten einzureichen, nicht nur das Titelblatt ohne die Noten oder nur die Noten ohne das Titelblatt, auf dem der Name des Bewerbers steht. Lücken an dieser Stelle sehe ich öfter, und eine schwache Schulnote lässt sich auf diesem Weg schon gar nicht verstecken, denn: Spätestens im Bewegungsgespräch wird man diese Lücke im Bewerbungsschreiben erklären müssen. Dann sollte man lieber im Anschreiben einen kurzen Satz darauf verwenden, um die schwache Note in einem bestimmten Fach zu erklären.

Zu einer guten Bewerbung gehört, dass die Unterlagen nicht zerknautscht eingereicht werden. Mittlerweile nutzen viele Unternehmen zwar nicht mehr den Postweg mit Bewerbungen auf Papier, sondern Online-Verfahren. Aber auch bei einem eingescannten Schulzeugnis sieht der Personaler oder künftige Chef, ob damit zuvor pfleglich umgegangen worden ist. Also passt auf Eure Unterlagen auf: Für junge Leute, die noch keine anderen Berufserfahrungen angeben können, ist das Schulzeugnis „die“ Visitenkarte schlechthin.

Wenn eine Bewerbung online oder per E-Mail eingereicht werden soll, dann macht es dem Unternehmen leicht: Scannt Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnis ein. Zwei Dinge solltet Ihr dabei beachten: Benennt die Dateien so, dass der Personaler oder Chef sofort erkennt, was dahintersteckt. Das hilft ihnen bei der Übersicht und Zuordnung. Also: Verschickt nichts, was beispielsweise „Scan123“ heißt. Das zweite ist, dass Ihr nicht einzelne Dokument schicken solltet, die der Chef oder Personaler einzeln anklicken und öffnen muss. Erleichtert ihnen die Arbeit. Fügt alle Unterlagen in ein Pdf-Dokument zusammen.

Eine gute Bewerbung macht aus, dass sie ein ansprechendes Layout hat. Die Geschmäcker sind unterschiedlich, ein paar Dinge sollten aber überlegt sein, bevor das Anschreiben und der Lebenslauf geschrieben werden. Fragt Euch zum einen, wie Ihr die Texte strukturieren wollt? Und fragt Euch zum anderen, was möglicherweise zum Unternehmen und zum Ausbildungsgang passt? Sollte das Layout formal gehalten werden oder darf es kreativer sein? Könnte man statt Schwarz und Weiß auch gedeckte Farben einsetzen, um den Lebenslauf zu gliedern, oder könnte man vielleicht sogar mit den Farben des Unternehmens arbeiten? Macht Euch Gedanken, sprecht mit Freunden, Lehrern und Eltern, die alle eigene Erfahrungen einbringen können. Sprecht natürlich auch uns an, die Berufsberatung der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss.

Ich hatte versprochen, auch über die i-Tüpfelchen zu schreiben, die aus einer guten eine sehr gute Bewerbung machen können. Für mich steht da dreierlei weit vorne. Erstens: Bezieht auch Persönliches in die Bewerbung ein, das auf den ersten Blick vielleicht nicht direkt mit dem angestrebten Beruf zu tun hat. Benennt im Lebenslauf Euer Hobby, Eure Fähigkeiten und macht gegebenenfalls Angaben zu Euren Eltern und Geschwistern. Das ist kein Muss, hilft dem Unternehmen aber, sich ein Bild von Euch zu machen, das über das Schulzeugnis hinausgeht. Zweitens: Informiert Euch sorgfältig über den Betrieb, bei dem Ihr Euch bewerbt und fragt in Eurem Anschreiben gerne zusätzlich nach einem Praktikum oder einem Schnuppertag. Dadurch wirkt Ihr gleich sehr viel interessierter und aktiver. Drittens: Achtet im Anschreiben und Lebenslauf auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Immer wieder erlebe ich, dass Bewerber und Bewerberinnen am Computer nicht die Rechtschreibprüfung benutzen. Das aber sollte Euer Minimum sein. Besser noch ist, die Texte von Klassenkameraden, Eltern und Lehrern überprüfen zu lassen. Eine Optimierung von Bewerbungen per E-Mail bieten außerdem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Berufsinformationszentrums (BiZ) für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss an. Sie können telefonisch unter 02161 4042250 oder per E-Mail an moenchengladbach.biz@arbeitsagentur.de erreicht werden.

Von Kerstin Saß

(veröffentlicht im März 2021)