Ausbildung im Elektrohandwerk verbindet wichtige Zukunftsthemen

Wer eine Ausbildung im Elektrohandwerk macht, der lernt nicht nur etwas Solides – er wird auch Teil von zwei der wichtigsten Zukunftsthemen: Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Fachkollegen aus der Berufsberatung haben mir geholfen, für die Leser des Blogs "Gut beraten ins Berufsleben starten" die wichtigsten Neuerungen der Ausbildungsberufe im Elektrohandwerk zusammenzutragen.

Ab dem Sommer 2021 wird der Beruf des Elektronikers oder der Elektronikerin für Gebäudesystemintegration als neuer Ausbildungsgang eingeführt. Im Elektrohandwerk hat sich ein neuer Schwerpunkt in der Arbeit herausgebildet. Neben der Digitalisierung in den Unternehmen werden auch in Privathäusern elektrische Geräte, Steuerungen und Systeme immer stärker vernetzt. Deshalb kommt jetzt der zusätzliche Ausbildungsberuf. Meine Fachkollegen von der Berufsberatung beschrieben mir die Situation so: "Durch die Einrichtung dieses neuen Ausbildungsberufs reagiert das Elektrohandwerk auf neue Anforderungen durch die Digitalisierung in der Gebäudetechnik, darunter die Entwicklungen beim Smart Home, Smart Building und der Vernetzung der Gebäudetechnik. Der Elektroniker oder die Elektronikerin für Gebäudesystemintegration wird Experte oder Expertin für Planung, Entwicklung, Einbau und Wartung gebäudetechnischer Anlagen und Systeme sein. Dabei liegt ein Schwerpunkt bei der Integration von Komponenten und Funktionen im Smart Home wie auch beim Programmieren, Einrichten und Testen der entsprechenden Software." Arbeitsbereiche werden in den Betrieben des Elektrohandwerks, in IT-Systemhäusern, in Industrieunternehmen und bei technischen Gebäudeausrüstern sein.

Die Zukunftsaussichten sind entsprechend gut. "Viele Betriebe des Elektrohandwerks bieten diese Dienstleistungen bereits an, weitere werden dies in den kommenden Jahren tun, um der Nachfrage zu begegnen."  Es ist damit zu rechnen, dass viele Betriebe Elektroniker für Gebäudesystemintegration zusätzlich ausbilden oder einen Teil der Ausbildungsstellen für Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik durch Auszubildende in dem neuen Beruf ersetzen. Das Berufskolleg am Platz der Republik in Mönchengladbach plant, für den neuen Ausbildungsgang ab dem Schuljahr 2021/22 eine eigene Berufsschulfachklasse einzurichten.

In der Berufsberatung spüren wir bei Jugendlichen ein steigendes Interesse an Jobs, in denen die Zukunftsthemen Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammengeführt werden. Klar, dass bei jungen Leuten mit Spaß am Handwerk und Interesse an mathematisch-physikalischen Zusammenhängen, schnell das Gespräch auf die Möglichkeiten im Elektrohandwerk kommt. Ich denke nur an Solaranlagen, Photovoltaikanlagen oder an Möglichkeiten, Gebäude technisch so auszustatten, dass der Energieverbrauch gesenkt wird. Wer in diesem Bereich etwas machen will, der sollte sich diese Ausbildungsberufe einmal näher anschauen: Neben den schon erwähnten neuen Elektroniker/-innen für Gebäudesystemintegration sind das Elektroniker/-innen für Energie- und Gebäudetechnik sowie Elektroniker/-innen für Maschinen und Antriebstechnik, bei beiden werden die Ausbildungsinhalte ab dem Sommer 2021 an die neuen Aufgaben im Zuge der Digitalisierung angepasst; Informationselektroniker/-innen sowie Elektroniker/-innen Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik, auch hier werden ab dem Sommer 2021 die Aufgaben aktualisiert.

In Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss bilden viele kleine und große Betriebe im Elektrohandwerk aus. Allein für Elektroniker/-innen für Energie- und Gebäudetechnik sind aktuell rund 40 offene Ausbildungsplätze in der Region gemeldet. Kontakt mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit aufzunehmen, lohnt sich folglich. Informationen bieten darüber hinaus die Handwerksinnung selbst, das Mönchengladbacher Internetportal www.beruf-konkret.de sowie die Angebote der Arbeitsagentur Berufe.TV und BERUFENET.

Von Kerstin Saß

(veröffentlicht im März 2021)