Arbeiten in Pflege- und Gesundheitsberufen – der Bedarf ist groß

In der Pflege zu arbeiten, ist ein erfüllender Beruf, in dem man Menschen wirklich helfen kann. Flexibilität und ein gutes Maß an körperlicher Fitness sind Voraussetzungen, über die man verfügen sollte. Im Blog "Gut beraten ins Berufsleben starten" möchte ich diesmal die Ausbildung in den Pflege- und Gesundheitsberufen vorstellen. Interessant ist das allein schon, weil sie vor einem Jahr reformiert worden ist.

Der Bedarf an neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bereich von Pflege und Gesundheit ist da. Das hat sich nicht zuletzt während der Corona-Pandemie gezeigt. Auch ist die Bedeutung dieses Berufs dadurch noch einmal neu ins Bewusstsein gerückt worden. Eine Ausbildung zum Pflegefachmann oder zur Pflegefachfrau zu machen, ist gleichbedeutend mit einer beruflich sicheren Zukunft. Die derzeit mehr als 80 offenen Ausbildungsstellen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss stellen somit eine große Chance dar.

Mit dem 1. Januar 2020 sind die Ausbildungsgänge von Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege in Deutschland in eine Ausbildung zusammengefasst worden. Dem war ein langer Reformprozess vorausgegangen mit dem Ziel, die Ausbildung attraktiver zu gestalten und sie inhaltlich mit den anderen Staaten in Europa vergleichbar zu machen. Die einst zunächst theorielastige Ausbildung, in der die Praxis erst später folgte, hat sich verändert. Jetzt absolvieren die angehenden Pflegekräfte bereits während der ersten beiden Ausbildungsjahre Praktika in allen drei Bereichen, also in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege. Und im theoretischen Unterricht lernen sie alle dasselbe, egal, ob sie ein Altenpflegeseminar oder eine Krankenpflegeschule besuchen. Erst im dritten Ausbildungsjahr erfolgt nun die Spezialisierung.

Der Beruf des Pflegefachmanns und der Pflegefachfrau wird bei Schülerinnen und Schülern beliebter, was mir die Nachfragen als Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Mönchengladbach zeigen. Was die jungen Menschen suchen, ist dabei ganz unterschiedlich.

Die einen interessieren die ordentlichen Verdienstmöglichkeiten, die während der Ausbildung zwischen 1.100 und 1.300 Euro liegen. Die anderen sehen ihre Chancen darin, dass die schulischen Voraussetzungen ganz unterschiedlich sein können. So ist es beispielsweise mit dem Hauptschulabschluss nach Klasse 9 möglich, die zweijährige Ausbildung zum Pflegeassistenten oder zur Pflegeassistentin zu machen, oder man startet mit dem Hauptschulabschluss nach Klasse 10 oder höher in die dreijährige Ausbildung zum Pflegefachmann oder zur Pflegefachfrau. Und für wieder andere ist diese Ausbildung auf dem Weg in ein Medizinstudium wichtig, um Punkte für die Zulassung zu sammeln.

Alle gemeinsam haben aber eines: Das große Interesse daran, Menschen wirklich zu helfen.

Mitbringen müssen Bewerber für eine Ausbildung in den Pflege- und Gesundheitsberufen schon so einige Qualitäten. Als ich mich auf diesen Blog-Beitrag vorbereitet habe, habe ich noch einmal zusätzlichen Respekt vor dieser Arbeit bekommen und mir ist noch einmal deutlich geworden, wie toll dieser Beruf ist. Benötigt wird zu allererst Empathie, um mit vielleicht schwerkranken Menschen und deren Familien angemessen umgehen zu können. Wichtig ist diese Fähigkeit aber auch, weil die Zusammenarbeit im Team aus Pflegepersonal und weiterem medizinischen Personal eine immer größere Bedeutung gewinnt. Wer sich nicht in andere Menschen einfühlen kann, ist in diesem Beruf nicht richtig. Allein schon die körperliche Nähe zu Patienten, beispielsweise bei der Pflege, muss man mögen. Wenn man das kann und wenn man diese Fähigkeiten besitzt, dann ist das ein sehr erfüllender Beruf.

Wichtig sind auch Organisationsfähigkeit, Stressfähigkeit und Flexibilität, um auf Unvorhergesehenes reagieren zu können. Gefragt sind körperliche Fitness, um beispielsweise einen Rücken entlastenden Ausgleich hinzubekommen, und man muss sich in seiner Freizeit vom im Beruf Erlebten entlasten können. Umgehen können muss man außerdem damit, im Schichtdienst und an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten. Aus dem Bereich der schulischen Fähigkeiten sind bei angehenden Auszubildenden nicht zuletzt auch Deutsch, Mathematik und naturwissenschaftliches Interesse gefragt.

Ein Praktikum kann helfen, den Ausbildungsberuf zum Pflegefachmann oder zur Pflegefachfrau kennenzulernen. Als Berufsberaterin empfehle ich Jugendlichen, denen die letzten Prozent an Sicherheit bei dieser Berufswahl fehlen: Macht ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Gesundheitssektor und testet Euch in diesem Beruf aus. Und natürlich empfehle ich den siebenminütigen Film von Berufe.TV der Agentur für Arbeit über den Beruf des Pflegefachmanns und der Pflegefachfrau.

Von Kerstin Saß

(veröffentlicht im März 2021)