Öffentlicher Dienst – dual studieren und weit kommen

Arbeiten im Öffentlichen Dienst kann vielerlei bedeuten, so unterschiedlich sind die Arbeitsverhältnisse. Denn Öffentlicher Dienst ist zunächst einmal ein Sammelbegriff für all die Behörden und Institutionen, die ein Staat benötigt, um zu funktionieren. Ich werde entsprechend der Fülle an Informationen sicherlich noch einige Male im Blog "Gut beraten ins Berufsleben starten" auf die Berufschancen im Öffentlichen Dienst kommen – dieses Mal geht es um das duale Studium.

Gerade Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe II fragen oft nach den dualen Studienmöglichkeiten, die der Öffentliche Dienst bietet. Als Berufsberaterin der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss muss ich weniger beantworten, was Angestellte und Beamte im Öffentlichen Dienst machen. Das weiß jeder, da jeder schon mal Kontakt zu einer Stadtverwaltung, zum Straßenverkehrsamt, zur Polizei oder mit uns, der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit, hatte. Vielmehr geht es um Fragen, welche Fähigkeiten mitgebracht werden sollten und was getan werden muss, um einen dualen Studienplatz im Öffentlichen Dienst zu bekommen.

Mitbringen sollten Bewerber einen gewissen Ordnungssinn und den Willen, sehr genau zu arbeiten. Denn: Ganz viel geht es darum, Regeln und Gesetze anzuwenden oder umzusetzen, aber auch darum, die Anwendung oder Umsetzung zu dokumentieren. Dabei ist stets große Genauigkeit gefragt, um Rechtssicherheit zu gewährleisten. Benötigt werden außerdem ein Fachabitur oder das Abitur sowie eine deutsche Staatsangehörigkeit. Eine gute gesundheitliche Konstitution ist zusätzlich vonnöten, weil vor der Einstellung eine Gesundheitsprüfung erfolgt, da nach dem dreijährigen dualen Studium eine Verbeamtung auf Lebenszeit das Ziel ist.

Ein duales Studium im Öffentlichen Dienst bedeutet, sich bereits während dieser Zeit in eine Fachrichtung zu spezialisieren. In unserer Region werden Fachhochschulen in Duisburg und Mülheim/Ruhr besucht, an denen Rechts- und Betriebswissenschaften als mögliche Fachrichtungen zur Auswahl stehen – was für junge Leute immer auch eine Alternative zum Jura- oder BWL-Studium sein kann. Eine weitere mögliche Fachrichtung ist die Verwaltungsinformatik – die Digitalisierung ist ja gerade ein noch wichtiger gewordenes Thema in Behörden und staatlichen Institutionen. Drei Jahre dauert das duale Studium, und es endet mit einer Laufbahnprüfung. Duale Studierende im Öffentlichen Dienst haben anschließend hervorragende Chancen auf eine vielversprechende Karriere mit spannenden Aufgaben. Schließlich geht es nach dem Studium erst richtig los, folgen Fortbildungen und Spezialisierungen, um eine Stelle in einem Wunscharbeitsumfeld zu erlangen. Viele verbinden mit dem Öffentlichen Dienst berufliche Sicherheit. Das stimmt. Nicht zu vernachlässigen sind aber auch die Entwicklungschance, die Vielzahl an möglichen Arbeitsfeldern und nicht zuletzt Chancen, die sich aus den angebotenen unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen ergeben.

Aber noch mal zurück auf Anfang. Ihr interessiert Euch für ein duales Studium im Öffentlichen Dienst? Wir Berufsberater der Arbeitsagentur beraten Euch dazu gerne. Immerhin sind die Auswahlverfahren nicht ohne. Mathefähigkeiten werden gefordert. Die Ausdrucksweise wird geprüft. Ein Diktat wird geschrieben. Das alles mit klaren Zeitlimits. Zusätzlich gibt es Gespräche in kleinen Gruppen, in denen politische und gesellschaftliche Themen angesprochen werden und Grundzüge des Bürgerlichen Rechts oder des Verwaltungsrechts anklingen. Eine Diskussionsfrage könnte zum Beispiel lauten: Was hat das Tempolimit auf Autobahnen gemeinsam mit dem Rauchverbot in Gaststätten? Man kann sich auf diese Auswahlverfahren vorbereiten. Die Berufsberatung unterstützt dabei mit vielen Informationen.

Informationen und Beratung können aber auch wichtig sein, um überhaupt erst die zu einem passende Behörde oder Institution zu finden. Stadtverwaltungen sind große Arbeitgeber vor Ort. Duale Studiengänge mit einem Bachelor-Abschluss bieten zum Beispiel aber auch die Finanzverwaltung des Landes, die Deutsche Rentenversicherung, der Verfassungsschutz, der Bundesnachrichtendienst sowie Bundesbehörden wie das Deutsche Patent- und Markenamt oder das Kraftfahrt-Bundesamt an – und auch die Bundesagentur für Arbeit bietet duale Studiengänge (mit einem vier- bis sechswöchigen Auslandspraktikum) an, die in ein Angestelltenverhältnis führen. Möglich sind hier die Fachrichtungen "Arbeitsmarktmanagement" und "Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung"  Eine junge Kollegin aus Mönchengladbach hatte darüber im vergangenen Herbst einen kleinen Film für die digitale Berufsbildungsmesse www.beruf-konkret.de in Mönchengladbach gedreht.

Von Kerstin Saß