Ein Beruf für die Zukunft: Grundschullehrer/in

Besteht der Wunsch, Lehrer oder Lehrerin zu werden, müssen zunächst ganz viele Fragen geklärt werden. Dazu gehört nicht nur die Frage nach den möglichen Studienfächern, sondern ganz grundlegend auch diese: Mit welchem Alter von Kindern kann ich am besten umgehen? Fangen wir mit dem heutigen Blog-Beitrag bei den Jüngsten an, in der Grundschule.

Als Lehrerin oder Lehrer an einer Grundschule muss man motiviert sein, Wissen zu vermitteln, zugleich aber auch Spaß daran haben, Kinder spielerisch ans Lernen heranzuführen. Deshalb ist die Frage, die man sich beantworten muss, so wichtig, ob man sich eher vorstellen kann, Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene zu unterrichten. Von der Antwort nämlich hängt bereits die Studienwahl ab, ob man später an eine Grundschule, in die Sekundarstufe I und II oder an eine Berufsschule gehen will. Ich rate immer dazu, ein Praktikum und möglicherweise sogar einen Freiwilligendienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr an einer Schule zu machen. Dabei erfährt man einen Perspektivwechsel: vom Schüler, der man bisher ist, zum Lehrer, der man werden will. Ich kenne junge Erwachsene, die das gemacht haben, die an einer Schule den Lehrerinnen und Lehrern zugearbeitet und in Projekten mitgearbeitet haben – nicht alle von ihnen haben dabei festgestellt, dass der Lehrerberuf für sie die richtige Wahl ist. Lehrer ist ein herausfordernder Beruf. Und bei Grundschullehrern sind vielleicht sogar noch einmal mehr soziale und kulturelle Kompetenzen gefordert, weil die Klassen sehr heterogen zusammengesetzt sein können.

Grundschullehrer und -lehrerinnen studieren alle Deutsch und Mathematik, und das auf demselben Niveau wie im Sek-I-Studium. Dazu kommen zur Auswahl Sachkunde, Religion und Englisch sowie nach bestandenem Eignungstest Sport, Musik oder Kunst. Sachkunde besteht im Studium übrigens aus einer Kombination aus Vorlesungen in Bio, Chemie, Physik und Erdkunde. Die eigenen Interessen und Fähigkeiten sollte bei der Auswahl der Uni bedacht werden, da man im Grundschul-Lehramtsstudium in Köln beispielsweise mit den Mathematikstudenten zusammen in Vorlesungen sitzt, andernorts wie in Wuppertal hingegen eigene Gruppen gebildet werden.

Der pädagogische und didaktische Anteil im Studium ist für Grundschulen höher als ansonsten. Ein wichtiges, grundsätzliches Thema dabei ist: Wie können Kinder das Lernen lernen. Studiert werden sechs Semester bis zum Bachelor und danach vier Semester bis zum Master. Ist das geschafft, folgt das Referendariat, das je nach Bundesland 18 bis 24 Monate dauert und mit der Staatsprüfung abschließt. Das Studium beinhaltet einen Praxisanteil, wozu unter anderem ein außerschulisches Berufsfeldpraktikum gehört, das den Blick weiten soll. Vor Studienbeginn ist zunächst aber ein zweiwöchiges Orientierungspraktikum zu absolvieren, und manche Hochschulen bieten zusätzlich Orientierungstests an, um bei der Berufswahl zu unterstützen.

Studiert werden kann für das Grundschul-Lehramt in einer Reihe von Hochschulstädten. In der Nähe von Mönchengladbach und dem Rhein-Kreis Neuss sind das unter anderem Köln, Münster, Wuppertal und Dortmund. Informationen im Überblick bietet im Internet unter anderem das NRW-Schulministerium, das auf www.lehrer-werden.nrw auch über die Aussichten informiert: Welche Fächer sind gefragt, an welchen Schulformen wird was gesucht. Sicher ist derzeit aber: Grundschullehrer und -lehrerinnen werden händeringend gebraucht. Das gilt im Übrigen auch für die, die das Lehramt mit einem sonderpädagogischen Schwerpunkt studieren wollen.

Wenn Euch interessiert, wie eine Referendarin an einer Grundschule ihren Alltag erlebt, könnt Ihr von Lisetta Hülsmeyer ganz persönliche Eindrücke auf abi.de lesen.

Von Kerstin Saß

(veröffentlicht im April 2021)