Viele Berufe in der industriellen Produktion

Nur ganz wenige sind bekannt: Es gibt gut 20 unterschiedliche Ausbildungsberufe in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss, die der industriellen Produktion zuzuordnen sind. Gerade in den weniger bekannten Berufen sind die Ausbildungschancen gut.

Der Industriemechaniker ist der Ausbildungsberuf in der industriellen Produktion, der am meisten bekannt ist. Danach folgt der Maschinen- und Anlagenführer – und von dem wiederum leiten sich viele andere Berufsbilder ab, von denen ich im Blog „Gut beraten ins Berufsleben starten“ der Agentur für Arbeit Mönchengladbach einige exemplarisch vorstellen möchte.

Wenn Schülerinnen und Schüler in der Ausbildung etwas mit Maschinen und in der industriellen Produktion machen möchten, stoßen sie bei der Suche schnell auf den Beruf des Maschinen- und Anlagenführers. Weil diese Berufsbezeichnung schon im Namen so schön etwas über den Berufswunsch aussagt, endet dort oftmals die Suche. Aber: Es gibt auch andere Ausbildungsgänge, die im selben Bereich angesiedelt sind, aber nicht so heißen. Etwa 20 unterschiedliche Ausbildungsberufe in der industriellen Produktion, darunter auch ganz seltene, werden in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss angeboten – von insgesamt rund 200 Ausbildungsberufen.

Alle Ausbildungsberufe in der industriellen Produktion haben sehr, sehr viel gemeinsam: Maschinen werden eingerichtet, in Betrieb genommen, befüllt und überwacht. Qualitätskontrollen werden durchgeführt, und die Wartung der Maschinen wird vorgenommen, was heißt, kleinere Reparaturen zu übernehmen oder Verschleißteile auszutauschen. Dazu gehören kann aber auch, eine Maschine umzurüsten, wenn ein Unternehmen von Produkt A auf Produkt B umstellen will, was schon mal mehrere Tage in Anspruch nehmen kann.

Die Unterschiede in den Ausbildungsberufen liegen in der Art der Maschinen, was wiederum vom jeweiligen Produkt der Unternehmen abhängt. In unserer Region gibt es allein fünf Ausbildungsberufe im Lebensmittelsektor: die Fachkraft für Fruchtsafttechnik, der Süßwarentechnologe*in, Brauer*in und Mälzer*in, die Fachkraft für Lebensmitteltechnik sowie die Verfahrenstechnologen für Mühlen- und Getreidewirtschaft. In diesen Branchen sind beispielsweise die Hygieneanforderungen andere als im Metallbereich und gehört das Arbeiten im Labor zu den regelmäßigen Tätigkeiten.

Wer einen genauen Überblick über alle rund 20 regional angebotenen Ausbildungsberufe in der industriellen Produktion bekommen möchte und nach Stellenangeboten sucht, dem helfen wir vom Team der Berufsberatung der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss. Wir beraten über das gesamte Spektrum, wozu beispielhaft gehören: Chemikant*in, Papiertechnologe*in, Produktveredler*in Textil und Produktionsmechaniker*in Textil. Außerdem haben wir dieses Jahr im Bezirk der Agentur für Arbeit Mönchengladbach, was es noch nicht oft gegeben hat, den Ausbildungsberuf Verfahrensmechaniker*in Brillenoptik im Angebot, dessen Produkt Brillengläser sind.

Ausbildungsstellen in der industriellen Produktion werden ab dem Hauptschul-Abschluss vergeben. Die Berufe sprechen Frauen und Männer gleichermaßen an, die diese Fähigkeiten mitbringen sollten: handwerkliches Geschick, Mathe-Kenntnisse und technisches Verständnis, weil man verstehen muss, warum eine Maschine etwas tut oder warum sie etwas nicht tut, was sie tun sollte. Noch gibt es in unserer Region viele offene Ausbildungsstellen. Und bei den unbekannteren Berufsbildern sind die Chancen, eine Ausbildungsstelle zu finden, deutlich besser als in den bekannteren Berufsbildern. Ich sage den Jugendlichen in der Berufsberatung immer: „Es ist einfacher, der Beste unter zehn Mitbewerbern zu sein als der Beste unter 100.“

Bei wem ich jetzt das Interesse geweckt habe, die unbekannteren Berufsbilder in der industriellen Produktion näher kennenzulernen, dem rate ich zum Anruf bei unserer Berufsberatung und zum Blick auf Berufe.TV im Internet. Dort stellt die Bundesagentur für Arbeit in vielen kleinen Filmen die meisten der erwähnten Berufe vor.

Von Alexandra Mündelein

(veröffentlicht im Mai 2021)