Einschreiben, aber richtig

Der Hochschulstart erfolgt nicht mit der Einschreibung, sondern mit der Vorbereitung auf die Einschreibung. Liegt auf dem Wunschfach ein Numerus clausus, kurz NC, beeinflusst dies das Bewerbungsverfahren. „Einschreiben, aber richtig“ heißt dieser Blog-Beitrag von „Gut beraten ins Berufsleben starten“, weil es gar nicht so einfach ist, das Einschreibeverfahren auf Anhieb richtig zu verstehen.

Es gibt zwei Wege, sich an einer Universität oder Hochschule zu bewerben. Eigentlich. Tatsächlich aber sind es eher vier Wege. Und nun ahnt Ihr schon, dass „Einschreiben, aber richtig“ ein komplexes Thema ist.

Einfach ist es bei Fächern, auf denen kein Numerus clausus (Zulassungsbeschränkung) liegt und für die man sich direkt an der Uni oder Hochschule bewerben kann. Mit etwas Recherche weiß man schnell, was wo gilt. Die Einschreibung erfolgt in dieser Konstellation in der Regel per Einschreiben.

Dann gibt es Hochschulen und Universitäten, die das Einschreiben für Fächer mit Numerus clausus selbst organisieren. Und dann gibt es Hochschulen und Unis, die diese Aufgabe für NC-Fächer an das Internetportal hochschulstart.de vergeben haben. Das gilt beispielsweise für die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf für Betriebswirtschaftslehre oder an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach für das Fach Soziale Arbeit.

Der vierte Weg gilt bundesweit für Pharmazie und Medizin, sowohl Human- und Zahn- als auch Tiermedizin. Auf diesen Fächern liegt ein NC, und sie werden ausschließlich über das Internetportal hochschulstart.de vergeben.

Zu wissen, welcher Zugangswege für einen gilt, ist allerdings erst der Anfang. Zumindest für Fächer mit Numerus clausus. Für Medizin und Pharmazie gilt zusätzlich: 30 Prozent der Studienplätze erhalten die jahrgangsbesten Bewerber*innen, und bei 10 Prozent geben der Medizinertest, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder eine beispielsweise bereits absolvierte Ausbildung im Sozialen den Ausschlag. Die verbleibenden 60 Prozent der Studienplätze werden nach weiteren Kriterien der jeweiligen Hochschule vergeben. Wie genau das funktioniert, erklären Euch anhand Eurer individuellen Situation gerne die Abi- und Berufsberater*innen der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss.

Bei anderen Fächern, auf denen ein NC liegt und die über hochschulestart.de besetzt werden, gehen 20 Prozent der Studienplätze an die jahrgangsbesten Bewerber*innen, und 80 Prozent werden über hochschuleigene Auswahlverfahren verteilt. Zum Tragen kommen können dabei beispielsweise auch Wartezeiten, eine Zeit bei der Bundeswehr oder eine abgeschlossene Ausbildung. Hier müssen Abiturient*innen einfach Zeit für die Recherche einplanen und die Internetseite von jeder in Frage kommenden Hochschule besuchen, da es leider nicht die eine große Plattform gibt, die alle Informationen zusammenfasst.

Auf hochschulstart.de können Abiturient*innen bis zu zwölf Studienfächer auswählen, plus dazu ein Ranking der gewünschten Studienorte erstellen. Nach Ende der Bewerbungsfrist – in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie auf den 31. Juli verschoben – erhalten die Bewerber*innen per E-Mail Hochschulvorschläge. Die gilt es dann anzunehmen oder abzulehnen, wenn man noch auf eine bessere Alternative warten möchte. Nicht angenommene Studienplätze gelangen anschließend in ein Nachrückverfahren, und sollte es danach noch Restplätze geben, werden diese über die Internetseite hochschulkompass.de verlost; die bundesweite Börse öffnet in diesem Jahr am 1. August.

Manchmal steht einem Hochschulstart im Wunschfach der Abi-Schnitt im Weg. In den nächsten Wochen solltet Ihr also sowohl Euren Studienplan vorantreiben als auch einen Plan B entwickeln. Wie der aussehen könnte? Denkt über Alternativen nach. Funktioniert es zum Beispiel mit Rechtswissenschaften (Jura) nicht, könnte vielleicht Wirtschaftsrecht etwas sein, das beispielsweise in Aachen gelehrt wird. Macht Euch auch Gedanken über den Studienort. Einige Städte sind so beliebt, dass dort der Numerus clausus entsprechend höher als andernorts liegt. Vielleicht ist aber auch ein Studium in einem Nachbarland etwas für Euch. Die Niederlande sind beispielsweise NC-frei. Eine weitere Alternative könnte auch eine Ausbildung sein. Oder ihr verschiebt den Hochschulstart, wenn Ihr jetzt nicht den für Euch passenden Platz findet. Manchmal ist der Numerus clausus zum Start des Sommersemesters niedriger als jetzt zum Start in das Wintersemester – nicht alle Studiengänge haben allerdings einen Beginn zum Sommersemester.

Von Kerstin Saß

(veröffentlicht im Juli 2021)