Ausbildung im Öffentlichen Dienst

Jeder Jugendliche hatte schon einmal Kontakt mit seiner Stadtverwaltung. Zum Beispiel, um mit 16 Jahren seinen Personalausweis zu beantragen. Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz steht der „Öffentliche Dienst“ dennoch nicht immer im Fokus. Dabei bieten sich dort viele Chancen, vielleicht sogar mehr Chancen, als manch einer denken mag. Mit diesem Blog von „Gut beraten ins Berufsleben starten“ versuche ich, einen Überblick zu geben.

Unter dem sogenannten Öffentlichen Dienst versteht man die Arbeit der Beamtinnen, Beamten und Angestellten in Verwaltungen und Behörden von Bund, Ländern und Kommunen. Dazu gehören beispielsweise Berufe in Städte- und Gemeindeverwaltungen, in Schulen und staatlichen Krankenhäusern, bei Polizei und Sicherheitsbehörden oder bei der Agentur für Arbeit. Beschäftigte im Öffentlichen Dienst sind entweder als Angestellte oder Beamte tätig.

Was viele nicht wissen: Es gibt im Öffentlichen Dienst nicht nur den Verwaltungs- und den kaufmännischen Bereich. Ausgebildet wird in sehr viel mehr Bereichen. Gesucht werden beispielsweise Fachinformatiker, Bauzeichner, Notfallsanitäter, Erzieher, Vermessungstechniker, Hygienekontrolleure, Brandmeister, Forstwirte und Gärtner sowie Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen bei der Bundesagentur für Arbeit, Straßenwärter, Fachangestellte für Bäderbetriebe oder Fachangestellte für Medien und Informationsdienste mit den Ausrichtungen Bibliothek oder Archiv. Manchmal empfinden junge Menschen, die zu uns in die Berufsberatung kommen, den Öffentlichen Dienst als nicht spannend. Ich glaube, diese – nicht vollständige – Liste der Ausbildungsmöglichkeiten kann diesen Eindruck widerlegen. Befürchtet wird auch manchmal, dass der Öffentliche Dienst keine Karrieremöglichkeiten bieten könnte. Auch das lässt sich widerlegen, da man in den gehobenen Dienst aufsteigen kann oder in den höheren Dienst, wenn man nebenher ein Studium absolviert.

Wer jetzt denkt, dass eine Ausbildung im Öffentlichen Dienst etwas sein könnte, der sollte sich beeilen. Ausgebildet wird von unterschiedlichen Behörden, von der Steuer- bis zur Landesverwaltung und von der Rentenversicherung bis zu den Kommunen, wobei letztere zumeist den 29. oder 30. September eines Jahres als Stichtag für die Bewerbung zum Folgejahr haben – in zwei Wochen also für das Jahr 2022. Einen Überblick über mögliche Ausbilder in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss bietet unter anderem die Broschüre „Ausbildung und Schule – Beruf regional, Informationen zur Berufswahl für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I“ (ab Seite 35).

Was sollte jemand mitbringen, der eine Ausbildung im Öffentlichen Dienst anstrebt? Lust am Umgang mit Menschen sollte man haben und Spaß an der Digitalisierung. Logisches Denken sollte einem liegen, und mitbringen sollte man eine ausgeprägte Dienstleistungsorientierung. Wert wird auf eine gute Kommunikationsfähigkeit gelegt, weshalb in der Regel zum Auswahlverfahren auch Gruppengespräche mit Mitbewerbern gehören. Beherrschen sollte man die Rechtschreibung, was im Bewerbungsverfahren gegebenenfalls mit einem Diktat übergeprüft wird. Sehr viel Wert wird außerdem auf die Allgemeinbildung gelegt, die im Auswahlverfahren ebenfalls abgefragt wird. Dazu können Geschichtsdaten ebenso gehören wie Fragen zu Funktionen innerhalb der Verwaltung, bei der man sich bewirbt. Gerne gesehen wird oftmals auch, wenn man sich ehrenamtlich engagiert und wenn man Interesse an dem mitbringt, was in seiner Stadt passiert.

Starten kann man in eine Ausbildung im Öffentlichen Dienst in der Regel, wenn mindestens ein Mittlerer Schulabschluss erreicht worden ist. Geboten werden einem gute Arbeitszeiten, eine zusätzliche Altersversorgung und ordentliche Verdienstmöglichkeiten.

Von Kerstin Saß

(erschienen September 2021)