Abgang ohne Abi – Wege und Perspektiven

Schülerinnen und Schüler, die sich eingestehen, das Abitur nicht zu schaffen, blicken zunächst einmal sorgenvoll auf ihre Zukunft. Ihnen andere, bisher nicht geplante Wege ins Berufsleben aufzuzeigen, ist Aufgabe der Berufsberatung. Darüber möchte ich heute im Blog "Gut beraten ins Berufsleben starten" sprechen.

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Wenn Schülerinnen oder Schüler zu mir kommen und sagen, "ich schaffe das Abi nicht", versuche ich, ihnen zuerst einmal ihre Sorgen zu nehmen. Die sind natürlich immer da, sobald man feststellt, den erhofften Schulabschluss nicht erreichen zu können. Mal sind die Sorgen größer. Mal kleiner. Vorhanden sind sie aber immer. Das erlebe ich als Berufsberater der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss jedes Mal aufs Neue. Meine erste Aufgabe ist es deshalb, den jungen Menschen aufzuzeigen, dass es auch andere Wege gibt, gut dotierte Jobs zu bekommen. Erst eine Ausbildung machen, später den Meister dranhängen, ist ein anderer Weg, ohne Abitur zu ähnlichen Zielen zu gelangen. Führungsverantwortung oder eine gehobene Position in einem Unternehmen zu erlangen, sind auch auf diese Weise sehr, sehr gut möglich. Wie bei vielem im Leben gilt natürlich auch hier, dass man dafür Zeit und Willen investieren muss.

In der Regel stellen die Schülerinnen und Schüler in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe fest, dass sie das Abitur nicht packen werden. Viele von ihnen sind in dieser Situation verzweifelt oder verspüren Druck. Den jedoch können wird versuchen, ihnen zu nehmen. Wir können über die Ausbildung sprechen, die schulische oder betriebliche, wie auch über eine Auszeit oder eine Zeit für eine Neuorientierung.

Nehmen wir beispielsweise die schulische Ausbildung zum informationstechnischen Assistenten, die unter anderem am Berufskolleg am Platz der Republik in Mönchengladbach angeboten wird. Nach drei Jahren erlangt man dort nicht nur einen Ausbildungsabschluss, sondern zusätzlich auch die Fachhochschulreife. Damit versetzt man sich schließlich doch wieder in die Lage, an einer Fachhochschule studieren zu können, ohne den klassischen Weg über die gymnasiale Oberstufe gegangen zu sein.

In eine betriebliche Ausbildung zu starten, ist eine andere Alternative. Sie ist praktischer ausgerichtet als die schulische Ausbildung. Außerdem besitzt sie den Vorteil, sofort eine Ausbildungsvergütung zu bekommen. Das ist auch etwas sehr Positives.

Jobben ist grundsätzlich natürlich auch eine Möglichkeit, die man zunächst ergreifen kann. Ich sage aber immer, dass man darüber das Hauptziel, eine Berufsausbildung, nicht aus den Augen verlieren darf – zum Beispiel, weil eine Aushilfsstelle in diesem Moment etwas besser bezahlt ist, als man anfangs in einer Ausbildung verdienen würde.

Nachzudenken wäre möglicherweise auch darüber, wie man zunächst eine Zeit zur Neuorientierung gewinnen kann, zum Beispiel über ein Freiwilliges Soziales Jahr, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr oder eine Au-pair-Stelle im Ausland. Für den weiteren Berufsweg werden darüber Erfahrungen gesammelt, die einer späteren Karriere ebenfalls sehr zuträglich sein können. Ich kann meine Fremdsprachenkenntnisse bei einem Jahr im Ausland weiterentwickeln. Für den beruflichen Erfolg in einem Unternehmen kann das total sinnvoll sein. Mit einem FSJ kann ich mich in meinem Berufswunsch absichern, ob er tatsächlich zu mir passt, wenn er viel mit Menschen zu tun hat oder im sozialen Bereich liegen soll. Ein FÖJ passt vielleicht zu mir, wenn ich mich für Themen wie Naturbewusstsein und Nachhaltigkeit interessiere und mich in diesem Berufsfeld orientieren möchte.

Und letztlich wäre auch ein Jahrespraktikum eine Option. Bei der Arbeitsagentur nennen wir das Einstiegsqualifizierung, die von uns sogar finanziell bezuschusst werden kann. Das kann auch ein Anreiz sein. Interessant ist außerdem, dass ein solches Jahrespraktikum bei guten Leistungen später dabei helfen kann, eine sich anschließende Ausbildung zeitlich zu verkürzen und dann früher ins volle Berufsleben starten zu können.

Stöbert doch einfach mal unten auf dieser Seite im Archiv unseres Blogs "Gut beraten ins Berufsleben starten". Dort findet Ihr zu den einzelnen Themen noch weitergehende Informationen.

Von Dirk Jentges

(erschienen Februar 2022)

Berufsorientierung für die Sekundarstufe I

Informationen zur Berufswahl für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I aus Mönchengladbach und dem Rhein-Kreis Neuss. Chancen-Checker für die betriebliche Ausbildungen in der Region. Angebote der schulischen und betrieblichen Ausbildung vor Ort. Ausbildung in mittleren Beamtenlaufbahnen. Informationen über die weiterführenden Schulen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss.

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Neue Schrift zur Berufsorientierung für junge Menschen aus Mönchengladbach und dem Rhein-Kreis Neuss erschienen.
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