Einstiegsqualifizierung – auf dem Weg in die Ausbildung

Junge Leute, die mit der Schule schon fertig sind und im nächsten Sommer eine Lehre beginnen wollen, haben jetzt noch die Chance, über eine Einstiegsqualifizierung früher in die Ausbildungszeit zu starten. Und Betriebe, die jungen Menschen diese Möglichkeit eröffnen wollen, können das jetzt noch bei der Arbeitsagentur anmelden. Für beide Seiten gilt aber: Der Februar ist entscheidend. Warum das so ist und was eine Einstiegsqualifizierung, abgekürzt EQ, ist, das möchte ich einmal näher erklären.

Eine EQ ist ein Langzeitpraktikum, das als Brücke zur eigentlichen Ausbildung dient. Angeboten wird sie in allen möglichen Ausbildungsbereichen, neuerdings auch in der Altenpflege. Die EQ richtet sich an unter 25-Jährige. Die allgemeine Schulpflicht muss beendet sein. Sie kann auch als Übergang genutzt werden, wenn ein erster Ausbildungsversuch abgebrochen worden ist. Eine Einstiegsqualifizierung dauert mindestens sechs Monate und längstens zwölf Monate. Damit erklärt sich, warum spätestens im Februar alles über die Bühne gehen sollte, denn: Nur wer bis März eine EQ startet, kann nach sechs Monaten dann vom Betrieb zum regulären Ausbildungsstart im September übernommen werden. Eine EQ ermöglicht es Jugendlichen und Unternehmen, sich kennenzulernen. Der Jugendliche erhält darüber die Chance zu sehen, ob das gewählte Berufsbild zu ihm passt.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Einstiegsqualifizierung bekommen im Betrieb bereits Lerninhalte aus dem ersten Ausbildungsjahr vermittelt. Sie besuchen zudem eine Berufsschule, in der Regel an einem Tag in der Woche. Das ist wichtig an der EQ, da man sich diese später auf die folgende Ausbildung anrechnen lassen kann. Das ist eine coole Sache, da Jugendliche die Ausbildungszeit dadurch um bis zu ein halbes Jahr verkürzen können – je nach gezeigter Leistung.

Die Einstiegsqualifizierung wird über die Arbeitsagentur oder das Jobcenter ermöglicht, die dazu die Praktikumsvergütung bis zu einer Höhe von 247 Euro monatlich übernehmen. Zudem zahlen sie eine Pauschale für Sozialversicherung und Fahrtkosten, beispielsweise für eine Monatskarte im ÖPNV. Das ist übrigens neu. Manchmal legen die Arbeitgeber sogar noch ein paar Euro obendrauf.  Zusätzlich kann außerdem noch ein Antrag auf ausbildungsbegleitende Hilfen bei der Arbeitsagentur gestellt werden. Das ist eine Art bezahlte Nachhilfe. Zwei bis vier Stunden pro Woche können dann zum Beispiel Sprachkenntnisse, Rechenfähigkeiten oder fachliches Wissen vertieft werden. Zu all dem berät im Übrigen die Berufsberatung der Agentur für Arbeit, die in Mönchengladbach unter 02161 4042500 und im Rhein-Kreis Neuss unter 02131 9542500 zu erreichen ist (immer Montag bis Donnerstag von 10 bis 15 Uhr und Freitag von 10 bis 12 Uhr).

Idealerweise geht die Einstiegsqualifizierung in eine Ausbildung über. Wenn nicht, halten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen trotzdem etwas in den Händen: ein betriebliches Zeugnis und ein von der zuständigen Kammer ausgestelltes Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme. Das sollte bei anschließenden Bewerbungen auf jeden Fall weiterhelfen.

Wer jetzt eine Stelle für eine Einstiegsqualifizierung sucht, dem helfen die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss weiter. Sie kennen die Betriebe, die noch Plätze für eine EQ anbieten. Jugendliche können aber auch selbstständig Unternehmen ansprechen, die sie interessieren, ob sie ihnen eine Einstiegsqualifizierung ermöglichen. Anschließend müssten die Betriebe dann nur auf die Arbeitsagentur wegen des Antrags auf Vergütung der EQ zugehen; Voraussetzung ist allerdings, dass sie eine Ausbildungsbefähigung besitzen. Der Kontakt für die Betriebe erfolgt über die Hotline 0800 4555520.

Von Kerstin Saß

(veröffentlicht im Januar 2021)