IT-Berufe und wie diese sich verändert haben

Digitalisierung der Arbeitswelt ist ein großes Thema. Fast jede Branche spürt den Wandel, der von ihr ausgeht. Sieben Fachrichtungen in vier Ausbildungsberufen bereiten derzeit darauf vor, später sein Geld im Zentrum der Digitalisierung verdienen zu können. Darüber habe ich mit Christopher Dreßen gesprochen. Heute ist er Berufsberater bei der Agentur für Arbeit in Mönchengladbach – früher war er Fachinformatiker Systemintegration.

Die Arbeitswelt verändert sich – und mit ihr die Berufsbilder. Das trifft auf die Informations- und Telekommunikations-Branche in besonderem Maße zu. Nehmen wir beispielhaft für den Wandel nur einmal diesen sperrigen Begriff, den heutzutage doch kaum noch jemand in seiner vollen Länge ausspricht, sondern alle ihn abkürzen: „Ich arbeite in der IT.“ Wer in der IT arbeiten möchte, kann studieren oder eine von inzwischen sieben Fachrichtungen in vier Ausbildungsberufen machen. „Seit den 1990er Jahren sind aus der Elektrotechnik und dem Kaufmännischen inzwischen vier Berufsbilder in der IT entstanden, die sich zuletzt in fünf und seit vergangenem Jahr in sogar sieben Fachrichtungen unterteilen“, erzählte mir Christopher Dreßen. Als er seine Ausbildung begann, konnte er sich zwischen dem Kaufmännischen, dem IT-Systemelektroniker und zwei Fachrichtungen in der Fachinformatik entscheiden. Dazu berichtete Christopher Dreßen mir: „Im vergangenen Jahr wurden die Berufsbilder neu geordnet, so dass die Azubis heute vier Fachrichtungen in der Fachinformatik einschlagen können.“

Ein Überblick über die Ausbildungsberufe: Die Fachinformatik untergliedert sich in die Fachrichtungen Anwendungsentwicklung, Daten- und Prozessanalyse, Systemintegration und digitale Vernetzung. Dazu kommen der IT-Systemelektroniker sowie die Kaufleute IT-Systemmanagement und die Kaufleute Digitalisierungsmanagement. Jede dieser Ausbildungen geht über drei Jahre. Plätze bieten sowohl reine IT-Firmen an als auch Unternehmer anderer Branchen, und zwar vor allem im verarbeitenden Gewerbe, im Dienstleistungssektor und im öffentlichen Dienst.

IT-Systemelektroniker sind diejenigen, die Rechner und Komponenten zusammensetzen oder Smart-Home-Installationen vornehmen. „Wer sich dafür interessiert, sollte technisch-physikalisches Verständnis mitbringen und geschickte Hände“, sagte mir Christopher Dreßen. Ein Realschulabschluss sei meist Voraussetzung, um eine Ausbildungsstelle in diesem Bereich zu finden. „Eine Affinität für Technik muss man auch mitbringen, wenn man Kaufmann oder Kauffrau für Digitalisierungsmanagement oder für IT-Systemmanagement werden möchte.“ Die Digitalisierungsmanager übernehmen in Unternehmen die Verantwortung für die Digitalisierung von Geschäftsprozessen, um diese besser zu machen oder einfacher. Früher hieß dieses Berufsbild noch Informatik-Kaufmann/-frau. Die IT-Systemmanager, früher Informations- und Telekommunikations-Systemkaufleute genannt, sind wiederum die Dienstleister, die ein Produkt aus diesem Bereich gegenüber Kunden vermarkten, sie bei der Anschaffung von IT-Systemen und deren Einführung beraten. Benötigt werden für eine duale Ausbildung in diesen Bereichen die Hochschulreife sowie Kundenorientierung, Sprachvermögen und kaufmännisches Denken.

Ausbildungswege für Fachinformatiker gibt es aktuell vier. Anwendungsentwickler sind die Programmierer. „Ganz häufig schlagen Jugendliche diese Fachrichtung ein, die zuvor schon zu Hause programmiert haben“, meinte Christopher Dreßen, ergänzte aber: „Es ist immer auch möglich, bei null anzufangen.“ System-Integratoren planen Computer-Netzwerke, Fachinformatiker für digitale Vernetzungen arbeiten an den Schnittstellen von Computern und Maschinen, und Daten- und Prozessanalysten sind Experten mit dem Schwerpunkt, datenbasierte Lösungen für digitale Produktions- und Geschäftsprozesse zu entwickeln. „In der Regel braucht man ein Fachabitur und benötigt technisches Verständnis. Besonders gefragt ist aber das mathematische Verständnis“, erzählte Christopher Dreßen. Zudem hob er die erforderliche Flexibilität hervor, denn: „Oft bilden in diesen Bereichen kleine und mittlere Betriebe aus, was bedeutet, auch mal in anderen Bereichen mitanpacken zu müssen.“

Wer sich für eine der sieben Ausbildungsfachrichtrungen in der IT entscheidet, steht in Deutschland nicht allein da. 2019 wurden mehr als 16.000 Ausbildungsverträge geschlossen, und die Tendenz steigt mit dem Fortschreiten der Digitalisierung sicherlich weiter. Wer mehr darüber erfahren möchte, dem empfehle ich unter anderem die Berufsfeld-Info der Agentur für Arbeit im Internet, die Filme zu IT-Ausbildungen bei BerufeTV sowie das Gespräch mit den Berufsberaterinnen und Berufsberatern der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss: 02161 4042500 oder 02131 9542500 (immer Montag bis Donnerstag von 10 bis 15 Uhr und Freitag von 10 bis 12 Uhr).

Von Heike Karsch