30.07.2020 | Presseinfo Nr. 41

Arbeitslosenquote steigt, aber: Arbeitgeber bringen auch wieder mehr Stellen auf den Markt

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss im Juli 2020 um 1.020 Frauen und Männer auf 30.931 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 8,0 Prozent. Die Arbeitgeber melden wieder mehr offene Stellen.

Im Juli meldeten sich 1.914 Männer und Frauen aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos, während 1.195 Personen in eine Erwerbstätigkeit einmünden und ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. „Mönchengladbach und der Rhein-Kreis Neuss können dennoch weiter verhalten optimistisch sein“, sagt Angela Schoofs, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Mönchengladbach, denn: „Pandemiebedingt mussten wir im April und Mai einen deutlichen Anstieg bei den Zugängen von Menschen in Arbeitslosigkeit verzeichnen, die zuvor erwerbstätig waren. Jetzt haben wir im zweiten Monat in Folge aber wieder Zugänge wie vor der Corona-Pandemie und auch ein ähnliches Niveau wie im Juli 2019. Außerdem steigen die Chancen, wieder in Arbeit zu kommen, weil auch die Zahl der gemeldeten Stellen steigt.“ Der Agentur für Arbeit waren im Juli 1.002 offene sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden. Das waren 281 mehr als im Juni. „Hierin sehe ich eine leichte Aufhellung“, erklärt Angela Schoofs. Der Stellenbestand stieg in der Folge erstmals seit Beginn der Pandemie wieder und liegt aktuell bei 3.929 zu besetzenden sozialversicherungspflichtigen Stellen.

„Wir befinden uns noch in einer Phase des Übergangs und für einige Branchen möglicherweise auch erst am Anfang eines durchgreifenden strukturellen Wandels. Ich rate allen Seiten dazu, sich jetzt auf das neue Durchstarten in der Wirtschaft zu konzentrieren Dazu kann als Arbeitgeber gehören, die Fachkräfte der Zukunft zu schulen oder auszubilden, und als Arbeitnehmer, die berufliche Position durch eine Qualifizierung zu verbessern oder sogar umzuschulen“, erklärt Angela Schoofs. Ideen dazu liefert Susanne Käser, Geschäftsführerin Operativ der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss: „Interessante Perspektiven bestehen in unserer Region gerade in den Erziehungs- und Pflegeberufen, in allen handwerklichen Branchen sowie in den qualifizierten Bereichen von Logistik und Transport, wo insbesondere Fahrerinnen und Fahrer für Lastwagen, Busse und Transporter sowie Lokführerinnen und Lokführer benötigt werden.“

Rat und Unterstützung erhalten Arbeitsuchende unter den Rufnummern 0800 4555500 oder 02161 4049900 der Arbeitsagentur Mönchengladbach. Für Arbeitgeber sind die Ansprechpartner unter 0800 4555520 zu erreichen. Angela Schoofs empfiehlt: „Betriebe, die durch die Corona-Pandemie in wirtschaftliche Probleme gedrängt werden, sollten unsere Unterstützung ebenfalls so frühzeitig wie möglich in Anspruch nehmen. Gemeinsam mit allen Akteuren des Arbeitsmarktes wollen wir dafür kämpfen, dass unser hiesiger Arbeitsmarkt die Corona-Zeit meistert und möglichst bald zu alter Stärke zurückkehrt.“

Anzahl der Arbeitslosen und
Entwicklung der Arbeitslosenquote

Im Bezirk der Arbeitsagentur Mönchengladbach stieg die Arbeitslosigkeit im Juli 2020 um 3,4 Prozent und liegt um 1.020 Frauen und Männer über dem Niveau des Vormonats. Damit sind aktuell 30.931 Personen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Juli 2019 sind das 5.517 Menschen mehr (+21,7 Prozent).

Die Arbeitslosenquote stieg im Juli 2020 auf 8,0 Prozent. Das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als im Juni und 1,4 Prozentpunkte mehr als im Juli des Vorjahres (Juli 2019: 6,6 Prozent).

Arbeitsmarkt in den regionalen Gebietskörperschaften

In der Stadt Mönchengladbach waren im Juli 2020 15.182 Menschen arbeitslos gemeldet, was 451 Personen mehr als im Vormonat (+3,1 Prozent) und 2.188 Personen mehr als im Vorjahresmonat (+16,8 Prozent) gewesen sind. Die Arbeitslosenquote beträgt in Mönchengladbach für Juli 10,8 Prozent. Sie liegt um 0,3 Prozentpunkte über Juni 2020 und um 1,6 Prozentpunkte über Juli 2019.

15.749 Frauen und Männer waren im Juli 2020 im Rhein-Kreis Neuss arbeitslos gemeldet. Das sind 569 Personen mehr als im Vormonat (+3,7 Prozent) gewesen und 3.329 Personen mehr als im Vorjahresmonat (+26,8 Prozent). 6,4 Prozent beträgt die aktuelle Arbeitslosenquote für den Rhein-Kreis Neuss. Sie liegt um 0,2 Prozentpunkte über Juni 2020 und um 1,3 Prozentpunkte über Juli 2019.

„Weil der prozentuale Anstieg im Rhein-Kreis Neuss höher ist, scheint es, als würde sich die Arbeitslosigkeit dort besonders ausbreiten. Tatsächlich aber liegt das daran, dass der Rhein-Kreis Neuss vor der Corona-Pandemie wirtschaftlich besonders stark war und eine sehr niedrige Arbeitslosigkeit hatte und die aktuellen Arbeitsmarktwerte dadurch derzeit auffälliger wirken. Einen lokalen Schwerpunkt gibt es zurzeit nicht, so dass wir von einer allgemeinen, pandemiebedingten Eintrübung sprechen können“, erklärt Angela Schoofs und ergänzt für Mönchengladbach: „Der in den Vorjahren aufgebaute Logistikschwerpunkt hilft dem Arbeitsmarkt in Mönchengladbach jetzt in der Corona-Zeit. Diese Branche ist während der Pandemie von den Kunden besonders in Anspruch genommen.“

Durch die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt veränderten sich auch die Arbeitslosenquoten an den drei Standorten der Arbeitsagentur im Kreisgebiet. In der Geschäftsstelle Neuss stieg die Arbeitslosenquote im Juli 2020 im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent (Juli 2019: 5,5 Prozent). In der Geschäftsstelle Dormagen stieg die Arbeitslosenquote im Juli 2020 im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent (Juli 2019: 4,3 Prozent). In der Geschäftsstelle Grevenbroich stieg die Arbeitslosenquote im Juli 2020 im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent (Juli 2019: 4,6 Prozent). Registriert wurden 2.101 Arbeitslose in der Stadt Dormagen, 2.224 in Grevenbroich, 568 in Jüchen, 7.040 in Neuss, 735 in Korschenbroich, 1.228 in Kaarst, 1.566 in Meerbusch und 287 in Rommerskirchen.

Hinweis: Zur Hauptagentur Mönchengladbach gehört nur die Stadt Mönchengladbach; die Geschäftsstelle Neuss umfasst die Städte Neuss, Korschenbroich, Kaarst und Meerbusch. Zur Geschäftsstelle Dormagen zählt nur die Stadt Dormagen. Die Geschäftsstelle Grevenbroich umfasst die Städte Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen. Die Daten der drei Geschäftsstellen Neuss, Grevenbroich und Dormagen ergeben zusammen die Zahlen für den Rhein-Kreis Neuss.

Entwicklung der angemeldeten Kurzarbeit und Zahlen
zur realisierten Kurzarbeit im März 2020

Kurzarbeit ist zum einen der Stabilisator für die Betriebe. Insgesamt haben von April bis Juli 6.952 Unternehmen aus Mönchengladbach und dem Rhein-Kreis Neuss bei der Agentur für Arbeit eine Anzeige auf Kurzarbeit eingereicht. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 29. Zum anderen bedeutet Kurzarbeit für die Beschäftigten, dass sie nicht arbeitslos werden. Die von April bis Juli eingereichten Anzeigen umfassen maximal 80.680 Personen. Im Vorjahreszeitraum waren es 379 Männer und Frauen.

Der jetzt schlussgerechnete Monat März zeigt, dass fast alle Betriebe Kurzarbeit realisiert haben, die diese bei der Arbeitsagentur Mönchengladbach angezeigt hatten: Für 16.290 Menschen war Kurzarbeit angezeigt worden, und abgerechnet wurde diese für 16.175 Männer und Frauen.

Bewegung auf dem Stellen- und Arbeitsmarkt

Der Arbeits- und Stellenmarkt im Agenturbezirk Mönchengladbach war auch im Juli 2020 in Bewegung. Der Stellenmarkt spiegelt den Kräftebedarf wider, der aktuell noch nicht befriedigt werden konnte. Positiv ist für den Bezirk der Arbeitsagentur Mönchengladbach festzustellen, dass im Juli wieder mehr neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden sind, und zwar 1.002. Das sind 281 Stellen mehr als im Juni. Das entspricht einem Plus von 39 Prozent. Im Juli hatte die Agentur für Arbeit damit insgesamt 3.929 offene sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen im Bestand. Das sind 109 Stellen mehr als im Vormonat, was einem Plus von 2,9 Prozent entspricht.

1.089 Personen konnten in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt (ohne Ausbildung) einmünden, was 122 Männer und Frauen weniger als im Juni gewesen sind (-10,1 Prozent). Aus einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt heraus arbeitslos wurden im Juli 1.849 Männer und Frauen. Das waren 128 Personen oder 7,4 Prozent mehr als im Juni 2020.