30.07.2020 | Presseinfo Nr. 42

1.500 Ausbildungsplätze stehen zur Auswahl – mit Beratung und Förderung gelingt jungen Menschen der Berufseinstieg

Klassisch starten am 1. August und 1. September die meisten Ausbildungsverhältnisse. Im Jahr 2020 ist das aufgrund der Corona-Pandemie anders.

Derzeit sind zwar schon 3.222 Ausbildungsstellen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss besetzt, aber auch noch 1.545 Stellen offen und 1.507 junge Menschen unversorgt.

Der Ausbildungsmarkt in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss ist in Bewegung. Arbeitgeber melden täglich weitere Stellen. „Der Ausbildungsmarkt hat sich inzwischen belebt, nachdem sich im April und Mai pandemiebedingt weniger getan hatte. Die Unternehmer haben nicht vergessen, dass es ihnen vor der Corona-Pandemie an Fachkräften gefehlt hat“, erklärt Angela Schoofs, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Mönchengladbach. Aktuell gibt es in Mönchengladbach 715 offene Ausbildungsstellen und im Rhein-Kreis Neuss 830. Der Situation geschuldet ist allerdings, dass sich die Bewerbungs- und Auswahlprozesse der Betriebe teilweise um bis zu zwei Monate nach hinten verschoben haben.

Arbeitsagentur und Kammern unterstützen junge Menschen in diesem Jahr besonders, in eine Ausbildung starten zu können. Am 1. August und 1. September beginnen in der Regel die angehenden Fachkräfte in ihren Betrieben. Passiert das dieses Jahr um vier oder acht Wochen verzögert, können sich beispielsweise Unterrichtsrückstände an den Berufsschulen ergeben. „Damit daraus keine Probleme entstehen, ermöglicht und fördert die Arbeitsagentur beispielsweise ausbildungsbegleitende Hilfen oder bietet den Jugendlichen und deren Betrieben Begleitung und Förderung über den gesamten Zeitraum an“, sagt Angela Schoofs. An ausbildungswillige, aber noch zögerliche Unternehmen richtet sich deshalb die neue Hotline „Bei Anruf: Fördergeld!“. Ab sofort kann diese montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr unter 02161 4041870 kontaktiert werden.

Das Angebot auf dem Ausbildungsmarkt ist vielfältig. „Stellen gibt es derzeit trotz Corona-Pandemie in Gastronomie und Einzelhandel“, berichtet Philipp Scharner, Leiter der Berufsberater im Rhein-Kreis Neuss. Vorne auf der Liste der offenen Plätze sind in Mönchengladbach außerdem Medizinische Fachangestellte und Fachkräfte Lagerlogistik sowie im Rhein-Kreis Neuss Fachkräfte Lagerlogistik, Kaufleute Büromanagement und Chemikanten. Scharner schätzt: „Wer innerhalb der gewünschten Berufsfamilie ein wenig flexibel ist, kann noch im Spätsommer mit einer Ausbildung beginnen.“

Berufsberater helfen Jugendlichen, ihren Berufsplan umzusetzen – oder einen Plan B zu entwerfen. Aktuell sind in Mönchengladbach noch 701 junge Menschen unversorgt und im Rhein-Kreis Neuss 806. „Der erste Weg sollte immer zu unserer Berufsberatung führen“, sagt Philipp Scharner. An junge Menschen richtet sich deshalb die neue Hotline „Bei Anruf: Ausbildungsplatz!“. Ab sofort kann diese montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr unter 02161 4042500 (Mönchengladbach) oder unter 02131 9542500 (Rhein-Kreis Neuss) angerufen werden. „Unsere Berufsberater können dabei helfen, Plan A zu realisieren. Und sie unterstützen dabei, auch einen Plan B zu entwickeln, damit es mit dem Ausbildungsstart in diesem Jahr auch wirklich klappt.“

Bewerbungsverfahren haben sich verändert, vieles läuft aufgrund der Corona-Pandemie über das Internet ab. „Auf Online-Verfahren und Bewerbungsgespräche per Video-Chat sollten sich die Jugendlichen genauso vorbereiten wie auf den direkten Kontakt“, berichtet Angela Schoofs aus den Erfahrungen, die die Arbeitsagentur Mönchengladbach als Ausbilderin derzeit selbst macht: „Tippfehler, zu große Dateianhänge oder schlechtes Licht beim Video-Vorstellungsgespräch gehen nicht. Tipps, wie es richtig geht, geben unsere Berufsberater.“ Wer eine allgemeine Berufsberatung zu Ausbildung oder Studium wünscht, der schickt eine E-Mail mit telefonischen Kontaktdaten, zwei Terminvorschlägen und einem Stichwort zum Anliegen an moenchengladbach.berufsberatung@arbeitsagentur.de (Wohnort Mönchengladbach) oder neuss.berufsberatung@arbeitsagentur.de (Wohnort Rhein-Kreis Neuss). Berufsberater der Agentur für Arbeit Mönchengladbach melden sich daraufhin zurück.

Klappt es auch im Herbst nicht mit dem Ausbildungsplatz, berät die Agentur für Arbeit zu Alternativen. Geschlossen sind in Mönchengladbach inzwischen 1.268 Ausbildungsverträge und im Rhein-Kreis Neuss 1.954. „Jugendliche, für die dies auch in den nächsten Monaten nicht möglich wird, können dann aber beispielsweise an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen teilnehmen oder eine Einstiegsqualifizierung absolvieren, die von der Arbeitsagentur gefördert wird“, gibt Angela Schoofs allen Hoffnung. „Wir arbeiten daran, dass kein Bewerber ohne ein Angebot bleibt.“

Unternehmen, die Kurzarbeit angemeldet haben, können trotzdem Azubis einstellen. „Das ist rechtlich möglich und macht Sinn, weil die Betriebe wissen, dass neue Fachkräfte für die Zeit nach der Pandemie wichtig sind“, betont die Geschäftsführerin der Arbeitsagentur Mönchengladbach. Arbeitgeber können sich unter 0800 4555520 darüber informieren lassen und die Internetseite www.arbeitsagentur.de/moenchgladbach besuchen.

Kurzfassung: Ausbildungsmarkt in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss im Juli 2020

Agenturbezirk Mönchengladbach

3.285 Ausbildungsstellen hat der Arbeitgeber-Service für den Agenturbezirk seit Beginn des Ausbildungsjahres am 1. Oktober 2019 eingeworben. Das sind 302 Stellen weniger als im Vorjahr (Juli 2019: 3.587).

Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber hat sich im Juli 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat um 184 auf 4.729 verringert (Juli 2019: 4.913). Auf jeden Bewerber kommen derzeit 0,69 Ausbildungsstellen.

Mit einer Ausbildungsstelle versorgt sind bereits 3.222 junge Menschen (Juli 2019: 3.511).

Stadt Mönchengladbach

In der Stadt Mönchengladbach sind bisher 1.570 Ausbildungsplätze gemeldet. Das sind 3 weniger als im Vorjahr (Juli 2019: 1.573).

Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber sank im Juli 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 65 auf 1.969 (Juli 2019: 2.034).

Mit einer Ausbildungsstelle versorgt sind bereits 1.268 junge Menschen aus Mönchengladbach (Juli 2019: 1.323).

Rhein-Kreis Neuss

Im Rhein-Kreis Neuss sind bisher 1.715 Ausbildungsplätze gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 299 Stellen weniger (Juli 2019: 2.014).

Bisher haben sich 2.760 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet. Das sind 119 weniger als im Vorjahr (Juli 2019: 2.879).

Mit einer Ausbildungsstelle versorgt sind bereits 1.954 junge Menschen aus dem Rhein-Kreis Neuss (Juli 2019: 2.188).