Tipps für Unternehmen - die häufigsten Fragen rund um das Kurzarbeitergeld

Wobei kann Kurzarbeit helfen?

Mit der Möglichkeit von Kurzarbeit und dem Kurzarbeitergeld (Kug) hat der Gesetzgeber eine Regelung geschaffen, die effektiv hilft, Entlassungen zu vermeiden. Unternehmen werden dabei unterstützt, gerade auch in auftragsschwachen Zeiten, Fachkräfte an die Firma zu binden.

Was ist der erste Schritt, um Kurzarbeit einzusetzen?

Wesentliche Voraussetzung zur Gewährung von Kurzarbeitergeld ist, den Arbeitsausfall bei der Agentur für Arbeit anzuzeigen. Den Vordruck zur Anzeige finden Sie hier. Sie können diesen Online ausfüllen und danach an die Agentur senden. Daneben können Sie auch den Weg über unsere eServices  gehen. Sollten Sie Beratung wünschen, können Sie sich an die Rufnummer 0800 4 5555 20 (gebührenfrei) wenden oder per E-Mail an moenchengladbach.arbeitgeber@arbeitsagentur.de schreiben und um einen Rückruf bitten.

Wieso wird das Kurzarbeitergeld nicht direkt ausgezahlt, sobald ich den Bedarf mitgeteilt habe?

Kurzarbeitergeld ist keine sofortige Liquiditätshilfe für Unternehmen. Das Ziel der Kurzarbeit ist es, Arbeitsplätze zu sichern. Sie bietet Unternehmen die Möglichkeit, Beschäftigte in Zeiten konjunktureller Engpässe zu halten und Krisenzeiten zu überbrücken. Dabei können die Unternehmen Kurzarbeit sehr flexibel in Anspruch nehmen. Die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes erfolgt rückwirkend, weil die in Anspruch genommenen Kurzarbeit erst in Nachhinein beziffert werden kann.

Was ist der Unterschied zwischen „Kurzarbeit anzeigen“ und „Kurzarbeit beantragen“?

Sowohl die Anzeige als auch der Antrag sind notwendig. Beim Kurzarbeitergeld gibt es zwei Stufen. Bei der Anzeige von Kurzarbeit prüft die Arbeitsagentur, ob grundsätzlich die Fördervoraussetzungen vorliegen. Liegen diese vor, kann Kurzarbeit realisiert werden. Die Anzeige von Kurzarbeit löst aber noch keine Zahlung aus. Kurzarbeit wird immer rückwirkend, also nach Abschluss eines Monats abgerechnet, in dem kurzgearbeitet wurde. Der Betrieb tritt also in Vorleistung. Er überweist zunächst das Kurzarbeitergeld an die Beschäftigten selbst und stellt dann den Antrag mit der detaillierten Abrechnung. Der Kurzantrag (Kug 107) ist dabei gemeinsam mit den Abrechnungslisten (Kug 108) monatlich nach Ablauf des jeweiligen Abrechnungsmonats einzureichen. Für das Einreichen dieser Unterlagen hat der Betrieb drei Monate Zeit. Erst nach Einreichen und Prüfung dieser monatlichen Abrechnungen darf die Arbeitsagentur das Kurzarbeitergeld für den abgeschlossenen und abgerechneten Monat überweisen.

Warum wird erst nachträglich abgerechnet?

Das ist gesetzlich geregelt. Den Arbeitgebern wird so ermöglicht, Kurzarbeit flexibel einzusetzen. Verbessert sich beispielsweise die Auftragslage, wird einfach weniger kurzgearbeitet oder mit weniger Beschäftigten. Umgekehrt kann bei schlechteren Bedingungen die Kurzarbeit ausgeweitet und auch auf mehr Beschäftigte erweitert werden. Das kann der Betrieb flexibel entscheiden – dafür muss dann nicht jedes Mal neu Kurzarbeit angemeldet werden.

Wie lange brauchen Arbeitsagenturen, um Anträge zu bearbeiten und das Kurzarbeitergeld zu überweisen?

Im Regelfall sichert die Bundesagentur für Arbeit zu, die Abrechnungen binnen 15 Tagen zu bearbeiten und anzuweisen. Derzeit geht es, wenn alle Unterlagen vorliegen, schneller.

Wie erhalten Beschäftigte Kurzarbeitergeld?

Der Arbeitgeber zahlt wie üblich den Lohn für tatsächlich geleistete Arbeit. Für die Ausfallstunden geht der Arbeitgeber in Vorleistung und zahlt das Kurzarbeitergeld zusammen mit dem Monatslohn aus. Beschäftigte müssen keinen Antrag bei der Arbeitsagentur stellen.

Was kann ich tun, damit das Geld schnell bei meinem Unternehmen ankommt?

Wenn alle Unterlagen vollständig der Arbeitsagentur zur Bearbeitung vorliegen, dauert es maximal 15 Tage, bis die Agentur für Arbeit das Geld anweist. Die gute Vorbereitung durch die Betriebe ist dabei extrem wichtig. Fehlende Angaben, Unterschriften oder Firmenstempel sind die häufigste Ursache für zeitliche Verzögerungen. Notwendig ist außerdem, sollte ein Steuerberater die Unterlagen als Dienstleister stellvertretend einreichen, dass ihm der kurzarbeitende Betrieb dafür eine Vollmacht ausstellt.

Wo kann ich weitergehenden Rat bekommen?

Auf unserer Internetseite finden Sie unter den Links Tipps für Unternehmen. Außerdem unterstützt die Kurzarbeit-App der Bundesagentur für Arbeit dabei, Unterlagen zum Kurzarbeitergeld an die zuständige Agentur für Arbeit zu versenden – ohne vorherige Anmeldung. Wenn Unternehmen diese App nutzen, kann die Agentur für Arbeit das Anliegen noch schneller und effizienter erledigen. Kostenfrei im Google-Play-Store oder im App-Store.