01.09.2020 | Presseinfo Nr. 33

Arbeitslose: Der Anstieg in der Region ist gebremst

7.457 Menschen ohne Job in der Region Montabaur - Quote bleibt bei 4,1 Prozent - Chancen auf Erwerbstätigkeit steigen - Ausbildungswille der Betriebe ist ungebrochen

Die Arbeitslosigkeit in der Region ist während des vergangenen Monats minimal angestiegen. Ende August waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Montabaur – das sind der Westerwald- und der Rhein-Lahn-Kreis – 7.457 Männer und Frauen ohne Job gemeldet. Das sind lediglich 19 Personen mehr als im Juli. Auf die Arbeitslosenquote wirkt sich das nicht aus; sie bleibt bei 4,1 Prozent. Der Vorjahresvergleich zeigt allerdings, wie drastisch die Pandemie im Krisenjahr 2020 zu Buche schlägt: Im August 2019 gab es 2.572 Erwerbslose weniger und die Quote betrug 2,7 Prozent.   

„Corona hat sämtliche Lebensbereiche und besonders die Wirtschaft mit einer Macht getroffen, wie es noch zu Jahresbeginn niemand für möglich gehalten hätte“, sagt Elmar Wagner, Chef der Arbeitsagentur Montabaur. „Dazu passt, dass die Arbeitslosigkeit in unserem Bezirk binnen weniger Monate deutlich gestiegen ist und derzeit 50 Prozent über dem Vorjahresniveau liegt.“

Inzwischen sind jedoch Lichtblicke erkennbar. „Zum einen ist eine Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent immer noch ein relativ niedriger Wert und der Anstieg ist bereits seit dem Frühsommer gebremst“, schickt Wagner voraus. „Zum anderen zeigt die Fluktuation am Arbeitsmarkt positive Tendenzen. Im August konnten 686 bislang arbeitslose Menschen einen neuen Job antreten. Das sind 104 mehr als im Vormonat und 41 mehr als im Vorjahresmonat.“ Parallel dazu zieht der Stellenmarkt wieder an, womit sich die übliche Herbstbelebung ankündigt. In den vergangenen Wochen meldeten die Unternehmen dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur und der beiden Jobcenter Westerwald und Rhein-Lahn 539 Stellen. Das ist ein Plus von 72 gegenüber dem Juli, aber noch immer ein Minus von fast 30 Prozent gegenüber dem August 2019. Ebenso ausgeprägt ist der Rückgang im Stellenbestand, der aktuell bei 2.336 zu vermittelnden Jobs liegt.  

So lange die Pandemie andauert, sind branchenübergreifend sehr viele Arbeitsplätze gefährdet. In dieser Situation hilft das Kurzarbeitergeld, noch mehr Arbeitslosigkeit zu verhindern und Beschäftigung zu sichern. Der Agenturchef nennt die Dimension: „Als im April/Mai die bisherige Spitze erreicht war, haben in unserem Bezirk bis zu 20.000 Arbeitnehmer aus etwa 2.500 Betrieben Kurzarbeitergeld bezogen. Im laufenden Jahr hat die Agentur für Arbeit bereits fast 35 Millionen Euro dieser Unterstützung an die betroffenen Firmen ausgezahlt.“

In diesen Wochen beginnt das neue Ausbildungsjahr. Aber auch jetzt sind längst noch nicht alle Entscheidungen getroffen. Corona-bedingt verzögern sich die Prozesse. Der Fokus richtet sich daher stärker denn je auf die so genannte Nachvermittlung. Sowohl die Anzahl der Bewerber*innen als auch die der Stellen sind im Laufe des August nochmals gestiegen. Seit dem 1. Oktober – das ist in der Statistik der Beginn des Berichtsjahres – haben sich bei der Arbeitsagentur Montabaur 2.103 junge Leute mit Ausbildungswunsch gemeldet. Trotz des demografischen Wandels und schwindender Schulabgängerzahlen ist dies ein Plus von 81 Personen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auf der anderen Seite sprechen 1.880 Lehrstellen für den ungebrochenen Ausbildungswillen der Betriebe. „In den vergangenen Wochen haben noch viele junge Leute einen Ausbildungsplatz und viele Betriebe neue Nachwuchskräfte gefunden“, stellt Elmar Wagner fest. „Das ist eine ermutigende Entwicklung!“ Und auch jetzt gibt es noch Chancen, wobei der Vorteil bei den Bewerber*innen liegt: Auf 658 unbesetzte Ausbildungsstellen kommen 386 Jugendliche bzw. junge Erwachsene, die noch auf der Suche sind.

Die Agentur für Arbeit Montabaur leistet Unterstützung, damit beide Seiten zusammenkommen. Der gesamte Service ist kostenlos.

Hotline zur Berufsberatung:           02602 123 222   oder 0800 4 5555 00

Hotline für Arbeitgeber:                  0800 4 5555 20    

Abschließend ein Blick auf die beiden Landkreise, für die die Agentur zuständig ist:  Für den Westerwaldkreis werden 4.737 Menschen ohne Job gezählt. Das sind 65 mehr als im Juli und 1.612 mehr als vor einem Jahr. Die Quote ist im Monatsverlauf mit 4,1 Prozent stabil geblieben, liegt jedoch 1,4 Prozentpunkte über dem Vorjahreslevel.

Im Rhein-Lahn-Kreis sind 2.720 Arbeitslose gemeldet. Hier gibt es gegenüber dem Juli einen Rückgang um 46 Personen und 0,1 Prozentpunkte in der Quote, die nun wie bei den Nachbarn 4,1 Prozent beträgt. Ebenfalls gleich ist ihr Anstieg um 1,4 Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahresmonat. Die absolute Zahl zeigt 960 Arbeitslose mehr als im August 2019.