01.12.2020 | Presseinfo Nr. 42

Arbeitslosigkeit in der Region sinkt auf 3,4 Prozent

Fast 700 Menschen treten einen neuen Job an - Aber: Jeder Fünfte ist langzeitarbeitslos - Krise trifft besonders die Älteren

Trotz der Pandemie ist die Arbeitslosigkeit in der Region zum dritten Mal in Folge zurückgegangen. Ende November waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Montabaur – er umfasst den Westerwald- und den Rhein-Lahn-Kreis - 6.185 Männer und Frauen ohne Beschäftigung gemeldet. Das sind 336 Personen weniger als im Oktober, jedoch 1.596 mehr als im November 2019. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 3,4 Prozent; vor einem Monat waren es 3,6 Prozent, vor einem Jahr 2,5 Prozent.

Agenturchef Elmar Wagner sieht eine positive Tendenz, jedoch auch Risiken für die kommenden Monate: „Die Arbeitslosenquote hat sich immer mehr dem niedrigen Vorjahreswert angenähert. Es ist erfreulich, dass im Spätherbst noch so viele Menschen in Arbeit gehen konnten. Aber diese wirtschaftliche Erholung wird durch den teilweisen Lockdown seit November wieder gebremst. Es ist nicht auszuschließen, dass sich dies - zeitverzögert - negativ in den Arbeitsmarktzahlen niederschlagen wird.“

Insgesamt gab es im vergangenen Monat 1.770 Zugänge in Arbeitslosigkeit und 2.110 Abgänge. Darunter mussten sich 759 Männer und Frauen wegen Jobverlust erwerbslos melden. Das ist ein Anstieg um 19 Personen gegenüber dem November 2019, als Corona noch kein Thema war. Auf der anderen Seite haben in den vergangenen Wochen 692 Menschen eine neue Stelle angetreten, und dies ist im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Plus von 170 Personen. Das spricht dafür, dass von Corona betroffene Betriebe entlassene Beschäftigte vor dem jetzigen Teil-Lockdown bereits zurückgeholt hatten.

Am Stellenmarkt geht es eher verhalten zu. Im November meldeten die Betriebe insgesamt 563 Jobs. Das sind 42 weniger als im Vormonat und 78 weniger als vor einem Jahr. In der Jahressumme gibt es bislang 5.641 Stellenmeldungen und damit einen Rückgang um knapp 26 Prozent gegenüber 2019. Im Bestand sind 2.625 zu vermittelnde Jobs. 

Die Sicherung der Arbeitsplätze durch Kurzarbeit wirkt weiterhin. Für den Juli beantragten nur noch 1.120 Betriebe Kurzarbeitergeld für 9.085 Beschäftigte. Seit dem Sommer ist ein Rückgang der Kurzarbeit zu beobachten. Wagner schätzt, dass diese Entwicklung sich nicht kontinuierlich fortsetzen wird. Denn nach den erneuten Einschränkungen sind im November besonders aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe wieder deutlich mehr Anzeigen für Kurzarbeit eingegangen.

Zu den negativen Auswirkungen der Krise gehört auch, dass die Langzeitarbeitslosigkeit anwächst und mit plus 63 Prozent deutlich über dem Vorjahr liegt. Jeder fünfte Erwerbslose hat bereits seit mehr als einem Jahr keine Beschäftigung. Aktuell sind 1.300 Menschen langzeitarbeitslos – das sind 503 mehr als im November des Vorjahres.

Die Krise trifft auch viele Ältere: Jeder dritte Arbeitslose ist über 50 Jahre. Insgesamt sind es 2.248 Betroffene, und es gibt einen Zuwachs von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hier sieht Elmar Wagner ein wichtiges Handlungsfeld: „Diese Entwicklung darf sich nicht verfestigen. Wir werden uns um diese Zielgruppe intensiv kümmern, um ihre Chancen am Arbeitsmarkt durch individuelle Beratung und marktnahe Qualifizierungsangebote zu verbessern.“

Die wichtigsten Werte aus den beiden Landkreisen: Im Westerwaldkreis sind 3.943 Menschen ohne Job gemeldet – 170 Personen weniger als vor einem Monat, jedoch 969 Personen mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote hat sich von 3,6 Prozent im Oktober auf nun 3,4 Prozent verringert. Im November 2019 waren es 2,6 Prozent.

Für den Rhein-Lahn-Kreis weist die Statistik 2.242 Männer und Frauen ohne Beschäftigung aus; das ist ein Rückgang um 166 Personen gegenüber dem Vormonat und ein Anstieg um 627 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 3,4 Prozent – nach 3,7 Prozent im Oktober und 2,4 Prozent im November vergangenen Jahres.