29.07.2021 | Presseinfo Nr. 23

Der regionale Arbeitsmarkt erholt sich Schritt für Schritt

5.656 Erwerbslose im Agenturbezirk Montabaur - Quote sinkt auf 3,1 Prozent - Anstieg bei jungen Leuten nach beendeter Ausbildung - Langzeitarbeitslosigkeit geht allmählich zurück
 

Der regionale Arbeitsmarkt erholt sich weiter: Ende Juli sind im Bezirk der Agentur für Arbeit Montabaur – er umfasst den Westerwald- und den Rhein-Lahn-Kreis – 5.656 Menschen ohne Job gemeldet. Das sind 59 Personen weniger als im Juni. Die Arbeitslosenquote spiegelt das mit einem Rückgang um 0,1 Prozentpunkte. Mit aktuell 3,1 Prozent liegt sie einen glatten Punkt unter dem Vorjahreswert. Im Juli 2020 wurden 7.438 Personen ohne Beschäftigung gezählt.

„Die Arbeitslosigkeit sinkt in kleinen Schritten, aber kontinuierlich. Im Vergleich zum Sommer 2020 konnte sie bereits wieder um ein Viertel abgebaut werden“, sagt Elmar Wagner, Chef der Agentur für Arbeit Montabaur. Allerdings ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die während der Pandemie enorm angestiegen ist, mit 1.558 Betroffenen immer noch fast ein Drittel höher als vor einem Jahr. Aber dieser Abstand sinkt erkennbar. Wagner wertet dies als ersten Erfolg, sieht die Arbeitsagentur und die Jobcenter jedoch auf lange Sicht gefordert: „Die beginnende Entspannung darf nicht darüber hinwegtäuschen: Es bleibt eine vorrangige Aufgabe, die Langzeitarbeitslosigkeit wieder auf das niedrige Vorkrisenniveau zu bringen.“ 

Die derzeit insgesamt positive Entwicklung steht im Kontext der abklingenden Pandemie und überlagert einen Effekt, der die Erwerbslosigkeit normalerweise um diese Zeit nach oben treibt. Im Sommer beenden viele jungen Leute ihre Ausbildung, und wer nicht vom Betrieb übernommen wird oder sich neu orientieren möchte, sucht jetzt eine Stelle. Das ist auch in diesem Jahr so. Während die Arbeitslosigkeit insgesamt abgenommen hat, wird bei den unter 25-Jährigen innerhalb eines Monats ein Anstieg um ein Viertel verzeichnet, sprich von 438 auf nun 546 Arbeitslose. Im Juli meldeten sich 224 Personen nach einer Ausbildung arbeitslos. Die allermeisten haben eine klassische Lehre im dualen System gemacht, die Minderheit hat einen schulischen oder überbetrieblichen Weg gewählt. Eine gute Ausbildung schützt vor Arbeitslosigkeit und daher ist Elmar Wagner zuversichtlich, dass diese jungen Menschen rasch einen neuen Arbeitsplatz und damit ihren Platz im Berufsleben finden: „Junge Fachkräfte werden dringend gebraucht. Daran hat Corona nichts geändert. Im Gegenteil: Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal wird weiterhin wachsen – allein schon wegen des demografischen Wandels.“ 

Am Stellenmarkt stehen die Zeichen auf Aufschwung. Im Juli meldeten die Betriebe dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur und der Jobcenter 816 Stellen; das sind 99 Stellen mehr als im Juni und 349 mehr als im Juli 2020, als die unternehmerische Unsicherheit angesichts der Pandemie besonders groß war. Derzeit können 3.640 Jobs vermittelt werden. Damit hat sich der Bestand gegenüber dem Vormonat um 322 und gegenüber dem Vorjahresmonat um 1.467 Stellen erhöht. Auch dies zeigt den zunehmenden Fachkräftebedarf der regionalen Betriebe.

Der Ausbildungsmarkt ist noch stark im Fluss: Viele junge Leute haben inzwischen ihre Lehrstelle gefunden oder sich anderweitig entschieden, zum Beispiel für einen weiterführenden Schulbesuch. Innerhalb eines Monats ist die Zahl der versorgten Bewerber von 953 auf 1.220 gestiegen. Aber auch jetzt sind noch 570 Jugendliche auf der Suche. Und sie haben gute Chancen, im beginnenden Ausbildungsjahr ins Berufsleben zu starten: Aktuell sind im Agenturbezirk Montabaur noch 781 Ausbildungsstellen zu besetzen. Seit Beginn des laufenden Berichtsjahres im Oktober 2020 haben sich 1.790 junge Menschen mit einem Ausbildungswunsch gemeldet; gleichzeitig boten die Betriebe 1.830 Lehrstellen an. 

In den beiden Landkreisen des Agenturbezirks Montabaur verläuft die Entwicklung parallel. Die Arbeitslosenquote ist von Juni auf Juli gleichgeblieben und hat sich gegenüber dem Vorjahresmonat um einen glatten Prozentpunkt verbessert. Im Westerwaldkreis sind bei einer Quote von 3,1 Prozent aktuell 3.573 Erwerbslose gemeldet – 39 Personen weniger als vor einem Monat bzw. 1.099 Personen weniger als vor einem Jahr. Für den Rhein-Lahn-Kreis – Quote: 3,2 Prozent -  werden 2.083 Menschen ohne Job gezählt. Das ist im Vergleich zum Juni ein Rückgang um 20 Personen, gegenüber dem Juli 2020 um 683 Personen.