30.06.2022 | Presseinfo Nr. 13

Arbeitsmarkt bleibt weiter stabil, Dennoch steigende Arbeitslosenzahlen durch ukrainische Flüchtlinge!

Der Münchner Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin robust. Arbeits- und Fachkräfte
werden nach wie vor in vielen Branchen gesucht. Gleichzeitig führt die Flüchtlingsbewegung aus der Ukraine allerdings zu einem kurzfristigen Anstieg der Arbeitslosenzahlen.

Dieser Anstieg wird aber vor allem durch den Übergang der Geflüchteten in die Grundsicherung (SGB II) verursacht.

Im Juni waren in München insgesamt 3.138 ukrainische Geflüchtete arbeitslos gemeldet. Die Zahl bildet allerdings nicht den tatsächlichen Zuwachs ab, da viele der ukrainischen Geflüchteten z.B. alleinerziehende Mütter mit Kleinkind, den Status Arbeitslos nicht haben (sogenannte Fälle nach § 10 SGB II). Ohne die ukrainischen Arbeitslosen wäre die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum
Vormonat um 620 oder 1,6 % Prozent gesunken. Dieser Wert wäre saisonüblich. Im Juni nahm die Zahl der Arbeitslosen um 2.143 auf 40.997 zu. Sie lag allerdings erneut deutlich unter den Vorjahreswerten: Im Juni 2021 waren in München noch 49.013  Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote ist binnen Monatsfrist um 0,2 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent gestiegen. Im Vorjahr lag sie bei 4,6 Prozent. Besonders deutlich zeigt sich der Anstieg der Arbeitslosenzahlen bei den Ausländern (+13,8 Prozent), den Jugendlichen unter 25 Jahre (+12,0 Prozent) sowie den Frauen (+11,1 Prozent).
„Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Situation zeigt sich der Münchner Arbeitsmarkt auch im Juni erfreulich stabil. Der Arbeitsmarkt ist weiterhin aufnahmefähig und die Betriebe suchen vermehrt Personal. Ohne den Ukraine-Effekt hätten wir in diesem Monat erneut einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen beobachtet,“ so Wilfried Hüntelmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit München.
„Die Betreuung der Geflüchteten durch die Jobcenter unterstützt die Integration der Geflüchteten in Arbeit. Die Bleibeperspektive ist aber weiterhin von der Kriegsentwicklung in der Ukraine abhängig,“ so Hüntelmann weiter.
 

Münchner Betriebe suchen vermehrt Personal
Im Juni gingen in der Agentur für Arbeit München 4.524 Stellenangebote ein. Das waren 648 mehr als im Vormonat (+16,7%) und 1.389 mehr als im Juni 2021 (+44,3%). Das Gesamtangebot lag mit 15.434 Stellenangeboten deutlich über dem Vormonatsniveau (+5,9%). Schaut man den Juni 2021 an, dann ergab sich ein Plus von 69,2 Prozent. Besonders stark ist die Nachfrage nach qualifiziertem Personal, 85 Prozent der Stellen sind für Bewerberinnen und Bewerber mit mindestens einer abgeschlossenen Berufsausbildung ausgeschrieben. Allerdings ist auch die Nachfrage nach Helfern mit 2.584 Stellen hoch.

 

Arbeitslosenversicherung: Zahl der Arbeitslosen sinkt weiter!
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren im Juni 17.720 Menschen arbeitslos gemeldet. Dies waren 620 (3,4 Prozent) weniger als im Mai und 8.107 (31,4 Prozent) Menschen weniger als im Vorjahr. Die Quote blieb bei unveränderten 1,7 Prozent (Vorjahresmonat: 2,4 Prozent).

 

Stadt München: Zahl der Arbeitslosen deutlich gestiegen!
Die Zahl der Arbeitslosen stieg von Mai auf Juni in der Landeshauptstadt um 2.167 oder 6,3 Prozent auf 36.481. Die Arbeitslosenquote lag in München bei 4,2 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte über dem Vormonatswert. Im Juni des Vorjahres betrug diese noch 4,9 Prozent. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit ist auf den seit dem 01.06.2022 begonnenen Rechtskreiswechsel von geflüchteten Menschen aus der Ukraine zurückzuführen. So lag die Zahl der Arbeitslosen, die vom Jobcenter der Landeshauptstadt München betreut werden (SGB II), bei 21.378. Dies waren 2.697 Menschen (14,4 Prozent) mehr als im Vormonat und 59 weniger als im Juni 2021. Die Quote stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent (Vorjahresmonat: 2,4 Prozent).

 

Landkreis München: Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit!
Im Juni waren im Landkreis München 4.516 Menschen ohne Arbeit. Dies waren 24 Menschen oder 0,5 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Juni 2021 haben sich 1.176 Personen weniger arbeitslos gemeldet (20,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag erneut bei 2,3 Prozent. Im Vorjahr betrug sie noch 2,9 Prozent. Auch im Jobcenter des Landkreises sind die Zahlen der Arbeitslosmeldungen leicht gestiegen. So liegt die Zahl derer, die vom Jobcenter des Landkreises München betreut werden (SGB II), bei 1.899. Dies waren 66 Menschen (3,6 Prozent) mehr als im Vormonat und 150 mehr als im Juni 2021. Die Quote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent (Vorjahresmonat: 0,9 Prozent).

 

Jugendarbeitslosigkeit gestiegen!
Im Juni waren im Agenturbezirk München 2.475 Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren arbeitslos gemeldet, das waren 265 mehr als im Mai (12,0 Prozent) und 936 und damit 27,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.
Die Jugendarbeitslosenquote stieg im Juni um 0,3 Punkte auf 2,7 Prozent (Vorjahresmonat: 3,6 Prozent).