29.07.2022 | Presseinfo Nr. 15

Arbeitslosenzahlen steigen!

Die Arbeitslosigkeit in München ist im Juli deutlich gestiegen.

So nahm die Zahl der Arbeitslosen um 1.910 auf 42.907 zu. Die Arbeitslosenquote – die seit Jahresbeginn unter die Vier-Prozent-Marke gesunken war – stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent. Im Vorjahr lag die Zahl der Arbeitslosen allerdings noch bei 48.053 und die Quote bei 4,5 Prozent. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist dass ukrainische Geflüchtete seit Anfang Juni Anspruch auf die Grundsicherung (SGBII) haben und damit in die Zuständigkeit der Jobcenter fallen. Viele von ihnen werden nun erstmals als arbeitslos erfasst. Im Juli waren in München insgesamt 4.330 ukrainische Geflüchtete arbeitslos gemeldet.

Ein weiterer Grund ist jedoch saisonal bedingt: Nach Ende des Ausbildungsjahres und des Sommersemesters melden sich viele junge Menschen in den Sommermonaten Juli und August arbeitslos, bevor sie im September eine Beschäftigung aufnehmen oder eine fortführende Schule besuchen.  

„Trotz der angespannten gesamtwirtschaftlichen Situation sind die Beschäftigungsperspektiven in München auch im Juni weiterhin gut, denn unser Arbeitsmarkt ist nach wie vor aufnahmefähig. Viele Unternehmen haben große Schwierigkeiten ihre offenen Stellen zu besetzen,“ so Wilfried Hüntelmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit München. „Für Jobsuchende gibt es aktuell viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Darüber hinaus birgt diese Situation auch gute Chancen für die Integration der geflüchteten Menschen auf dem Arbeitsmarkt,“ so Hüntelmann weiter.


Stelleneingänge im Juli rückläufig

Im Juli gingen in der Agentur für Arbeit München 3.411 Stellenangebote ein. Das waren 1.113 weniger als im Vormonat und 365 weniger als im Juli 2021. Das Gesamtangebot lag mit 15.465 Stellenangeboten über dem
Vormonatsniveau (+31). Schaut man den Juli 2021 an, dann ergab sich ein Plus von 57,5 Prozent. Besonders stark ist die Nachfrage nach qualifiziertem Personal, 85 Prozent der Stellen sind für Bewerberinnen und Bewerber mit mindestens einer abgeschlossenen Berufsausbildung ausgeschrieben. Allerdings ist auch die Nachfrage nach Helfern mit 2.792 Stellen hoch. Personen, die eine Tätigkeit im Sicherheitsbereich, im Verkauf, in der IT oder in der Gastronomie suchen haben aktuell besonders gute Chancen.
 

Arbeitslosenversicherung: Zahl der Arbeitslosen steigt!

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren im Juli 18.298 Menschen arbeitslos gemeldet. Dies waren 578 (3,3 Prozent) mehr als im Juni und 6.795 (27,1 Prozent) Menschen weniger als im Vorjahr. Die Quote blieb bei unveränderten 1,7 Prozent (Vorjahresmonat: 2,3 Prozent).


Stadt München: Zahl der Arbeitslosen deutlich gestiegen!

Die Zahl der Arbeitslosen stieg von Juni auf Juli in der Landeshauptstadt um 1.802 oder 4,9 Prozent auf 38.283. Die Arbeitslosenquote lag in München bei 4,5 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte über dem Vormonatswert. Im Juli des Vorjahres betrug diese noch 4,8 Prozent. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit ist unter anderem auch auf den seit dem 01.06.2022 begonnenen Rechtskreiswechsel von geflüchteten Menschen aus der Ukraine zurückzuführen. So lag die Zahl der Arbeitslosen, die vom Jobcenter der Landeshauptstadt München betreut werden (SGB II), bei 22.688. Dies waren 1.310 Menschen (6,1 Prozent) mehr als im Vormonat und 1.485 mehr als im Juli 2021. Die Quote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent (Vorjahresmonat: 2,4 Prozent).
 

Landkreis München: Arbeitslosigkeit steigt auch hier!

Im Juli waren im Landkreis München 4.624 Menschen ohne Arbeit. Dies waren 108 Menschen oder 2,4 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Juli 2021 haben sich 992 Personen weniger arbeitslos gemeldet (17,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag bei 2,4 Prozent (Vormonat:2,3 Prozent). Im Vorjahr betrug sie noch 2,9 Prozent. Auch im Jobcenter des Landkreises sind die Zahlen der Arbeitslosmeldungen leicht gestiegen. So liegt die Zahl derer, die vom Jobcenter des Landkreises München betreut werden (SGB II), bei 1.921. Dies waren 22 Menschen (1,2 Prozent) mehr als im Vormonat und 164 mehr als im Juli 2021. Die Quote lag erneut bei 1,0 Prozent (Vorjahresmonat: 0,9 Prozent).