20.10.2020 | Presseinfo Nr. 58

Frauen haben's drauf

Am vergangenen Samstag ging der sonst traditionell in der Agentur für Arbeit stattfindende Frauenwirtschaftstag erstmals digital an den Start. Unter dem Motto „Vernetzt und stark in Beruf & Familie“ hatte die Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, gemeinsam mit zehn Kooperationspartnerinnen und -partnern, ein attraktives Programm zusammengestellt.

Am vergangenen Samstag ging der sonst traditionell in der Agentur für Arbeit stattfindende Frauenwirtschaftstag erstmals digital an den Start. Unter dem Motto „Vernetzt und stark in Beruf & Familie“ hatte die Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, gemeinsam mit zehn Kooperationspartnerinnen und -partnern, ein attraktives Programm zusammengestellt.

Martina Lehmann, Chefin der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, riet den Frauen in ihrer Begrüßung, gerade jetzt, einer Zeit der Umbrüche und Veränderungen, die Chancen für die eigene berufliche Entwicklung zu erkennen. „Mit gezielter Investition in die eigene berufliche und auch persönliche Weiterentwicklung gibt es nach wie vor sehr gute Chancen für Sie in unserer Region. Mit diesem Frauenwirtschaftstag wollen wir Sie dabei mit konkreten und breit gefächerten Angeboten unterstützen“.

Dies bestätigte auch Nagolds Bürgermeister Hagen Breitling, der sich freute, so viele Teilnehmerinnen zwar nicht in Nagold aber aus Nagold begrüßen zu können. Umstellungen seien keine Außergewöhnlichkeit im Leben und im Berufsleben sowieso nicht. Man müsse sich immer wieder auf neue Herausforderungen und Veränderungen einlassen.

Das unterstrich auch der erste Referent, Karl-Heinz P. Kohn von der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit, in seinem Vortrag „Chancen und Perspektiven für Frauen auf dem Arbeitsmarkt“. Er machte den Frauen Mut, denn trotz vielen Angst einflößenden Stichworten wie „Digitalisierung“, „Arbeit 4.0“, „Ende der Arbeitsgesellschaft“, „Gender Pay Gap“ oder „Wirtschaftskrise Corona“ könne man - und vor allem Frau! - trotzdem auf eine Menge Chancen vertrauen.

Es folgte ein Impulsvortrag zum Thema „Zukunft durch Weiterbildung“. Matthias Baumann vom Regionalbüro für berufliche Fortbildung und Hayat Allous, Beauftrage für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, informierten über Weiterbildungsangebote, wie und wo man diese findet und welche finanziellen Unterstützungsangebote es gibt. Gerade bei Frauen sei es in der Familienphase oft die fehlende Zeit, die eine Weiterbildung unmöglich erscheinen lasse. Später fühlten sich viele Frauen zu alt für eine Weiterbildung. Wie es dennoch gehen kann, beispielsweise mit Teilzeitangeboten, zeigten Allouss und Baumann in ihrem Vortrag.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Anja Röck, Personalentwicklerin und Live-Online-Trainerin aus Althengstett. Sie interviewte auch erfolgreiche Wiedereinsteigerinnen, die über ihre Erfahrungen berichteten. Dabei erzählte die 33-jährige gelernte tiermedizinische Fachangestellte Stefanie Kuhn aus Nagold, wie sie es schafft, als alleinerziehende Mutter ihren Beruf und die Betreuung ihrer dreijährigen Tochter erfolgreich unter einen Hut zu bringen. Sie appellierte an die Frauen, nie aufzugeben. Sie selbst sei in ihrem Berufsleben schon häufig gestolpert, meistens aber in eine Richtung, in die sie selbst niemals gelaufen wäre. Mit der entsprechenden Beratung und Unterstützung durch das Jobcenter habe sie nun ihr berufliches Glück gefunden.

Dies war eine gute Überleitung zum Gastvortrag der SPD-Bundesvorsitzenden Saskia Esken. Auch bei ihr sei es nicht immer geradeaus gegangen im Leben. Vieles von dem was sie gemacht habe, hätte sie nicht angestrebt. Vielmehr habe auch sie die Erfahrung gemacht, dass sich immer wieder neue Wege und Optionen auftaten. Es gehe darum, sich auf neue Lebenssituationen einzulassen und Unterstützungs-angebote aktiv zu nutzen. Gerade in Zeiten von Corona würden Familien und insbesondere Frauen doppelt und dreifach belastet, so die Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Calw/Freudenstadt. Der Ausbau der Ganztagesbetreuung, gerade auch für Grundschulkinder, sei ebenso wichtig wie eine Frauenquote in Führungspositionen und mehr Lohngerechtigkeit. Viele der systemrelevanten Berufe seien lausig bezahlt. Esken ermutigte die Frauen, ihren eigenen Weg zu gehen: „Frauen haben’s drauf“.

In den folgenden Impulsvorträgen informierte Patrick Walz (IHK Nordschwarzwald), wie man mit einer digitalen Bewerbung punkten kann, Anna Vogt (Landratsamt Calw) verriet, worauf es im Vorstellungsgespräch ankommt und Wolfgang Rahner (Deutsche Rentenversicherung) gab wertvolle Tipps, wie sich Frauen vor Altersarmut schützen können.

In verschiedenen digitalen Räumen konnten sich die Teilnehmerinnen im Anschluss mit den Referentinnen und Referenten austauschen und auch das Angebot, bereits erstellte Bewerbungsunterlagen von Fachfrauen checken zu lassen, wurde rege genutzt.

Dank der Unterstützung von Phillip Bauknecht von der Pforzheimer Firma Medialesson verlief der erste digitale Frauenwirtschaftstag auch technisch absolut reibungslos.

Einig war man sich im Organisationsteam, dass es die richtige Entscheidung war, den Frauenwirtschaftstag aufgrund der Corona-Einschränkungen in diesem Jahr nicht einfach abzusagen, sondern die neuen Medien zu nutzen und die Veranstaltung in digitaler Form anzubieten. So konnten viele Frauen aus dem ganzen Nordschwarzwald, ohne zu Reisen und ohne eine Infektionsgefahr einzugehen, teilnehmen.