02.03.2021 | Presseinfo Nr. 15

Der Arbeitsmarkt im Februar 2021

Nach dem deutlichen Anstieg im Januar ist die Arbeitslosigkeit im Nordschwarzwald im Februar trotz Frost und Schnee wieder leicht zurückgegangen. 16.002 Männer und Frauen waren am Stichtag Mitte Februar ohne Arbeit, 163 oder 1,0 Prozent weniger als im Januar aber 3.949 oder 32,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.
 

  • Arbeitslosenquote jetzt bei 4,6 Prozent
  • Langzeitarbeitslosigkeit nimmt deutlich zu
  • Mehr Stellenmeldungen

Nach dem deutlichen Anstieg im Januar ist die Arbeitslosigkeit im Nordschwarzwald im Februar trotz Frost und Schnee wieder leicht zurückgegangen. 16.002 Männer und Frauen waren am Stichtag Mitte Februar ohne Arbeit, 163 oder 1,0 Prozent weniger als im Januar aber 3.949 oder 32,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – ging von Januar auf Februar um 0,1 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,5 Prozent.
Die Auswirkungen des zweiten Lockdowns zeigen sich bei der Arbeitslosigkeit kaum, jedoch mehr als deutlich in einer extrem hohen Inanspruchnahme der Kurzarbeit. Martina Lehmann, Chefin der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, bewertet diese Entwicklung differenziert: „Die Folgen dieses zweiten Lockdowns insbesondere für Messebau, Kultureinrichtungen, Einzelhandel, Hotel- und Gaststättengewerbe sowie davon abhängige Betriebe, wie beispielsweise Brauereien und Wäschereien, sind mehr als schmerzhaft. Trotz allem gelingt es meinen Mitarbeitenden bislang, auch diese zweite große Welle an Kurzarbeitergeldanträgen zu bewältigen, das Kurzarbeitergeld zügig auszuzahlen und damit Schlimmeres zu verhindern. Ohne Kurzarbeit hätten viele dieser Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen müssen und die Arbeitslosigkeit wäre um ein Vielfaches höher.“
Für die Menschen, die aufgrund der Pandemie dennoch ihren Arbeitsplatz verloren haben, setzt die Agentur für Arbeit auf individuelle Beratung und passgenaue Qualifizierungsangebote, damit diese Menschen am Arbeitsmarkt schnell wieder Fuß fassen können.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat im Februar deutlich zugenommen. Insgesamt wurden der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 1.180 freie Stellen gemeldet, 449 oder 61,4 Prozent mehr als im Januar. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 151 oder 11,3 Prozent weniger Stellen gemeldet. Da hatte die Pandemie den Nordschwarzwald allerdings auch noch nicht erreicht.

Arbeitslose
Erfreulicherweise haben im Februar, trotz der Einschränkungen, 202 oder 14,0 Prozent weniger Menschen ihre Arbeit verloren als noch vor zwölf Monaten. Das zeigt, dass der Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald weiterhin robust ist und die Brücke Kurzarbeit hält.
Mit großer Sorge sieht Lehmann jedoch die Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit. Aufgrund der geringeren Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes sind mittlerweile 4.623 Menschen länger als ein Jahr ohne Job, das sind fast 30 Prozent aller Arbeitslosen.

Zahl der Kurzarbeiter und kurzarbeitenden Betriebe
Angezeigte Kurzarbeit

Nach dem zweiten Lockdown ist die Zahl Anzeigen auf konjunkturelles Kurzarbeitergeld deutlich gestiegen. Bei der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim gingen von November 2020 bis Februar 2021 weitere 1.710 Anzeigen für 15.168 Personen ein. Anzeigen bilden ab, ob und in welchem Umfang Betriebe Kurzarbeit planen. Erst wenn die Löhne abgerechnet sind und der Antrag bei der Agentur für Arbeit gestellt wurde, zeigt sich, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde.

Realisierte Kurzarbeit
Zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit liegt eine neue Hochrechnung vor. Nach dieser waren im Oktober 2020 im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 21.529 Beschäftigte in 1.952 Unternehmen in Kurzarbeit. Da Unternehmen drei Monate Zeit haben, den Antrag auf Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur einzureichen, liegen die Zahlen für die realisierte Kurzarbeit erst mit zeitlicher Verzögerung vor.

Entwicklung nach Rechtskreisen
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen ist im Februar unterschiedlich verlaufen. Während im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) im Vergleich zum Vormonat ein Rückgang um 331 oder 3,3 Prozent auf 9.658 Arbeitslose zu verzeichnen war, stieg die Zahl der Arbeitslosen im SGB II-Bereich (Hartz IV) gegenüber Januar um 168 oder 2,7 Prozent auf 6.344.

Regionale Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellenbezirken
Unter den sieben Geschäftsstellen der Arbeitsagentur Nagold-Pforzheim hat Calw mit 3,6 Prozent den besten Wert. Es folgen Nagold mit 3,9 Prozent, Horb und Mühlacker mit jeweils 4,0 Prozent, Freudenstadt mit 4,2 Prozent, Bad Wildbad mit 5,0 Prozent und Pforzheim mit 5,5 Prozent.

Entwicklung in den Landkreisen und der Stadt Pforzheim
Die unterschiedlichen Strukturen innerhalb des Agenturbezirkes haben auch im Februar zu einer großen Bandbreite der Arbeitslosenquoten geführt. Sie liegt zwischen 3,7 Prozent im Enzkreis und 7,6 Prozent im Stadtkreis Pforzheim.

Landkreis Calw
Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 4,0 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,1 Prozent. Insgesamt waren 3.660 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 2.332 (63,7 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1.328 (36,3 Prozent) in der Grundsicherung. Im Februar wurden 450 Stellenangebote gemeldet. Das waren 208 oder 86,0 Prozent mehr als im Vormonat und drei oder 0,7 Prozent mehr als im Februar 2020. Derzeit sind 1.044 offene Stellenangebote im Bestand, 110 oder 9,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Enzkreis
Die Arbeitslosenquote blieb gegenüber Januar unverändert bei 3,7 Prozent. Im Februar 2020 lag sie bei 2,6 Prozent. Unter allen 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg belegt der Enzkreis, gemeinsam mit Ludwigsburg, Platz elf.
Insgesamt waren 4.186 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, davon 2.911 (69,5 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1.275 (30,5 Prozent) in der Grundsicherung. Im Februar wurden 190 Stellenangebote gemeldet. Das waren 57 oder 42,9 Prozent mehr als im Vormonat aber 110 oder 36,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit sind 890 offene Stellenangebote im Bestand, 153 oder 14,7 Prozent weniger als im Februar 2020.

Landkreis Freudenstadt
Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 4,1 Prozent. Vor einem Jahr lag sie mit 3,2 Prozent noch um 0,9 Prozentpunkte niedriger. Insgesamt waren 2.923 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 1.808 (61,9 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1.115 (38,1 Prozent) in der Grundsicherung. Im Februar wurden 310 Stellenangebote gemeldet. Das waren 110 oder 55,0 Prozent mehr als im Vormonat und zwei oder 0,6 Prozent weniger als im Februar 2020. Aktuell sind 1.194 offene Stellenangebote im Bestand, 89 oder 6,9 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Stadt Pforzheim
Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent zurück. Im Februar 2020 lag sie noch bei 6,0 Prozent. Damit bleibt Pforzheim, vor Mannheim (7,7 Prozent), weiter auf dem vorletzten Platz in Baden-Württemberg. Insgesamt waren 5.233 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 2.607 (49,8 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 2.626 (50,2 Prozent) in der Grundsicherung. Im Februar wurden 230 Stellenangebote gemeldet. Das waren 74 oder 47,4 Prozent mehr als im Vormonat aber 42 oder 15,4 Prozent weniger als im Februar 2020. Derzeit sind 825 offene Stellenangebote im Bestand, 158 oder 16,1 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Stellenmarkt
Mitte Februar waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 3.953 offene Stellen gemeldet, 190 oder 5,0 Prozent mehr als im Vormonat und 510 oder 11,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Ausbildungsmarkt
Erste Zahlen für den Ausbildungsmarkt 2020/2021 werden am 31. März veröffentlicht.