31.03.2021 | Presseinfo Nr. 20

Der Arbeitsmarkt im März 2021

Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim ist von Februar auf März um 505 oder 3,2 Prozent auf 15.497 zurückgegangen. Der Vergleich zum Vorjahr fällt dagegen schlechter aus: Im März 2020 waren 3.423 oder 28,4 Prozent weniger Menschen ohne Job.

  • Arbeitslosigkeit geht im Vergleich zum Vormonat zurück
  • Arbeitslosenquote jetzt bei 4,5 Prozent
  • Unternehmen melden weniger offene Stellen
  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stabil

Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim ist von Februar auf März um 505 oder 3,2 Prozent auf 15.497 zurückgegangen. Der Vergleich zum Vorjahr fällt dagegen schlechter aus: Im März 2020 waren 3.423 oder 28,4 Prozent weniger Menschen ohne Job.
Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – ging im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,5 Prozent.
Trotz der anhaltenden Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie ist der Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald sehr widerstandsfähig. „Wir sind bisher verhältnismäßig gut durch diese historische Krise gekommen. Durch die schnelle Auszahlung des Kurzarbeitergeldes konnten wir unseren Unternehmen dabei helfen, ihre Beschäftigten zu halten. Entlassungen in größerem Umfang konnten so vermieden werden,“ so Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.
Lehmann appelliert an die Betriebe, die Möglichkeiten zur Förderung der betrieblichen Qualifizierung – gerade auch während der Kurzarbeit – noch stärker zu nutzen. „Der Arbeitsmarkt vor Corona war geprägt durch den Strukturwandel in der Automobilindustrie und die fortschreitende Digitalisierung. Und dieser Prozess wird durch die Corona-Krise nicht unterbrochen, sondern eher beschleunigt. Wir beraten daher gerade jetzt sehr intensiv auch die Beschäftigten rund um die Thematik Weiterbildung und finanzielle Unterstützung. Denn Kurzarbeit heißt, dass Zeit für notwendige Weiterbildung vorhanden ist,“ so die Agenturchefin.
Die Pandemie erschwert es den Unternehmen, längerfristig zu planen. Sie sind mit Neueinstellungen deshalb eher zurückhaltend. Betriebe und Verwaltungen meldeten in den letzten vier Wochen 1.071 zu besetzende Arbeitsplätze, 109 oder 9,2 Prozent weniger als im Februar und 33 oder 3,0 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim leicht zurückgegangen.
Am regionalen Ausbildungsmarkt suchen derzeit noch 1.177 junge Menschen einen Ausbildungsplatz. Ihnen gegenüber stehen 2.240 offene Berufsausbildungsstellen.

Arbeitslose
Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich, allerdings waren bei allen Anstiege gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen. Die Spanne der Veränderungen reicht im März von plus 20,6 Prozent bei 15- bis unter 25-Jährigen bis plus 32,5 Prozent bei Frauen.

Zahl der Kurzarbeiter und kurzarbeitenden Betriebe
Angezeigte Kurzarbeit
Im März sind bei der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 326 Anzeigen auf konjunkturelles Kurzarbeitergeld für 3.760 Beschäftigte eingegangen. Zum Vergleich: Im März 2020 hatten knapp 800 Unternehmen Kurzarbeit für fast 21.000 Beschäftigte angezeigt.
Realisierte Kurzarbeit
Angezeigte Kurzarbeit muss von den Unternehmen nicht realisiert werden. Für den Monat November liegt eine erste Hochrechnung vor, wieviel Kurzarbeit tatsächlich realisiert wurde: Demnach waren im November 2020 im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 22.885 Beschäftigte in 2.428 Unternehmen in Kurzarbeit. Da Unternehmen drei Monate Zeit haben, den Antrag auf Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur einzureichen, liegen die Zahlen für die realisierte Kurzarbeit erst mit zeitlicher Verzögerung vor.

Entwicklung nach Rechtskreisen
Während im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) im Vergleich zum Vormonat ein Rückgang um 675 oder 7,0 Prozent auf 8.983 Arbeitslose zu verzeichnen war, stieg die Zahl der Arbeitslosen im SGB II-Bereich (Hartz IV) gegenüber Februar um 170 oder 2,7 Prozent auf 6.514.

Regionale Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellenbezirken
Unter den sieben Geschäftsstellen der Arbeitsagentur Nagold-Pforzheim hat Calw mit 3,5 Prozent den besten Wert. Es folgen Horb, Mühlacker und Nagold mit jeweils 3,8 Prozent, Freudenstadt mit 3,9 Prozent, Bad Wildbad mit 4,9 Prozent und Pforzheim mit 5,4 Prozent.

Entwicklung in den Landkreisen und der Stadt Pforzheim
Die unterschiedlichen Strukturen innerhalb des Agenturbezirkes haben auch im März zu einer großen Bandbreite der Arbeitslosenquoten geführt. Sie liegt zwischen 3,6 Prozent im Enzkreis und 7,5 Prozent im Stadtkreis Pforzheim.

Landkreis Calw
Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie auch bei 3,1 Prozent. Insgesamt waren 3.558 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 2.169 (61,0 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1.389 (39,0 Prozent) in der Grundsicherung. Im März wurden 297 Stellenangebote gemeldet. Das waren 153 oder 34,0 Prozent weniger als im Vormonat und 51 oder 14,7 Prozent weniger als im März 2020. Derzeit sind 1.089 offene Stellenangebote im Bestand, 89 oder 7,6 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Enzkreis
Die Arbeitslosenquote ging von Februar auf März um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent zurück. Im März 2020 lag sie noch bei 2,6 Prozent. Gemeinsam mit dem Ostalbkreis und dem Landkreis Sigmaringen belegt der Enzkreis damit Platz elf in Baden-Württemberg. Insgesamt waren 4.053 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, davon 2.779 (68,6 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1.274 (31,4 Prozent) in der Grundsicherung. Im März wurden 225 Stellenangebote gemeldet. Das waren 36 oder 18,4 Prozent mehr als im Vormonat aber 18 oder 7,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit sind 903 offene Stellenangebote im Bestand, 120 oder 11,7 Prozent weniger als im März 2020.

Landkreis Freudenstadt
Die Arbeitslosenquote ist von Februar auf März um 0,2 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent zurückgegangen. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,1 Prozent. Insgesamt waren 2.730 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, davon 1.592 (58,3 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1.138 (41,7 Prozent) in der Grundsicherung. Im März wurden 310 Stellenangebote gemeldet. Das waren exakt so viele wie im Vormonat und 17 oder 5,8 Prozent mehr als im März 2020. Aktuell sind 1.316 offene Stellenangebote im Bestand, 82 oder 6,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Stadt Pforzheim
Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent zurück. Im März 2020 lag sie noch bei 6,0 Prozent. Damit bleibt Pforzheim, vor Mannheim (7,6 Prozent), weiter auf dem vorletzten Platz in Baden-Württemberg. Insgesamt waren 5.156 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 2.443 (47,4 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 2.713 (52,6 Prozent) in der Grundsicherung. Im März wurden 239 Stellenangebote gemeldet. Das waren neun oder 3,9 Prozent mehr als im Vormonat und 19 oder 8,6 Prozent mehr im März 2020. Derzeit sind 858 offene Stellenangebote im Bestand, 102 oder 10,6 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Stellenmarkt
Mitte März waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 4.166 offene Stellen gemeldet, 213 oder 5,4 Prozent mehr als im Vormonat aber 229 oder 5,2 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Im September 2020 – neuere Daten liegen nicht vor – waren im Agenturbezirk Nagold-Pforzheim 221.275 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 1.508 oder 0,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Ausbildungsmarkt
Die Halbjahresbilanz weist Ende März 2021 2.240 freie Ausbildungsstellen aus, denen 1.177 Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz gegenüberstehen. Das ist eine ganz klare Botschaft an unsere jungen Menschen im Nordschwarzwald und die lautet: Ihr werdet gebraucht! Es gibt keinen Grund, den Start in eine gute berufliche Zukunft auf das nächste Jahr zu verschieben. Ganz im Gegenteil: Die duale Ausbildung ist und bleibt ein Erfolgsmodell. Am besten schnell einen Beratungstermin bei unserer Berufsberatung vereinbaren. Wir bieten telefonische und Videoberatung an,“ so Lehmann.

Kontakt:

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