22.11.2021 | Presseinfo Nr. 53

Der Ausbildungsmarkt 2020/2021

Auch im zweiten Jahr der Pandemie stand der Ausbildungsmarkt im Nordschwarzwald massiv unter dem Einfluss der Corona-Pandemie.

Auch im zweiten Jahr der Pandemie stand der Ausbildungsmarkt im Nordschwarzwald massiv unter dem Einfluss der Corona-Pandemie. Betriebspraktika, Berufsorientierung, Schulsprechstunden und Ausbildungsmessen vor Ort, all das war erneut nur sehr eingeschränkt möglich. „Sehr gefreut hat mich allerdings, dass die Jugendlichen unsere vielen neuen Angebote, angefangen beim Online-Bewerbungsseminar bis hin zur Videoberatung gut angenommen haben. Diese Tatsache, sowie die weiter hohe Ausbildungsbereitschaft unserer Betriebe, hat dazu geführt, dass wir trotz extrem schwieriger Rahmenbedingungen den Großteil der Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz mit deren Wunschbetrieben zusammenführen konnten“, so Martina Lehmann, Chefin der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim. Am Ende des Beratungsjahres waren nur noch 56 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. „Mit allen führen wir nochmals intensive Gespräche, um gemeinsam mit ihnen Alternativen zu entwickeln, denn wir können aus einem riesigen Fundus an noch offenen Ausbildungsstellen (821) schöpfen“, so die Agenturchefin.

Von Oktober 2020 bis September 2021 wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim insgesamt 4.069 Ausbildungsstellen gemeldet. Ihnen gegenüber standen 2.686 Bewerberinnen und Bewerber, die mit Unterstützung der Berufsberatung der Agentur für Arbeit eine Ausbildungsstelle suchten.

Ausbildungsstellen
Die Top Ten der gemeldeten Ausbildungsstellen führen die Kaufleute im Einzelhandel (244) an, gefolgt von den Verkäuferinnen/Verkäufern (184), den Industriekaufleuten (174) und den Köchen (154).

In Folge der seit Jahren bestehenden regionalen, berufsfachlichen und qualifikatorischen Ungleichgewichte waren am 30. September 2021 insgesamt noch 821 unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr waren das 187 oder 29,5 Prozent mehr. Die meisten freien Ausbildungsstellen gab es bei den Köchen (77), den Restaurantfachleuten (58) und den Hotelfachleuten (47).

Bewerberinnen/ Bewerber
Hauptberufswünsche der Jugendlichen waren Kaufmann/-frau – Büromanagement (155), Industriekaumann/Industriekauffrau (144), Kaufmann/-frau im Einzelhandel (138), Kraftfahrzeugmechatroniker/in - PKW-Technik (129) und Verkäufer/in (121).
1.364 oder 50,8 Prozent aller Bewerberinnen und Bewerber haben eine Berufsausbildung begonnen. 519 oder 19,3 haben sich für einen Schulbesuch, ein Praktikum oder ein Studium entschieden und 29 oder 1,1 Prozent für eine geförderte Qualifizierung wie eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder eine Einstiegsqualifizierung. Weitere 252 (9,4 Prozent) haben eine Arbeit aufgenommen. 439 oder 16,3 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber haben keine Angaben zu ihrem Verbleib gemacht.

Zusätzlich zu den bereits genannten Ungleichgewichten wurde der Ausgleich auf dem Ausbildungsmarkt durch die Corona-Pandemie stark beeinträchtigt. Obwohl es im abgelaufenen Berichtsjahr wesentlich mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gab, ist es nicht allen Bewerberinnen und Bewerbern gelungen, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Hier ist auf beiden Seiten mehr Flexibilität und Kompromissbereitschaft gefragt, um noch mehr Ausbildungssuchende und Betriebe zusammenzubringen. Bewerberinnen und Bewerber sollten sich weiter bewerben und sich dabei auch für Ausbildungsberufe jenseits ihres Traumberufes öffnen. Die Betriebe sollten auch Jugendlichen eine Chance geben, die ihre Anforderungen nicht zu einhundert Prozent erfüllen.

Nachvermittlungsaktivitäten im Herbst
Mit unseren Nachvermittlungsaktivitäten unterstützen wir weiterhin aktiv, damit noch weitere Ausbildungsverhältnisse zustande kommen. Ausbildungen können noch bis in den Januar hinein begonnen werden.“, so Lehmann abschließend.
Jugendliche, die im nächsten oder übernächsten Jahr die Schule verlassen, sollten sich an die Berufsberatung der Arbeitsagentur wenden. Ein entsprechender Termin kann unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 00 vereinbart werden.