26.01.2021 | Presseinfo Nr. 4

Mehr Weiterbildung

Vor wenigen Tagen hatten die Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim und die Jobcenter der Landkreise Calw und Freudenstadt zu ihrem jährlichen Bildungsträgergespräch eingeladen. Im Mittelpunkt stand die gemeinsam von der Arbeitsagentur und den beiden Jobcentern entwickelte Bildungszielplanung für das Jahr 2021. Die Chefin der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, Martina Lehmann, konnte rund 50 Vertreterinnen und Vertreter regionaler Bildungsträger begrüßen. Aufgrund der coronabedingten Kontaktbeschränkungen wurde die Veranstaltung erstmals virtuell durchgeführt.

Nicht nur der Arbeits- und Ausbildungsmarkt, auch der Weiterbildungsmarkt wurde durch die Corona-Pandemie mit voller Wucht getroffen. „Wir haben es 2020 mit großen Anstrengungen dennoch geschafft, mehr Menschen weiterzubilden als im Jahr 2019. Wichtig war dabei auch die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Bildungsträgern. Diese haben durch großes Engagement und viel Kreativität dafür gesorgt, dass sie ihre Weiterbildungsangebote auch in Zeiten von Corona durchführen konnten“, so Lehmann. Die Aus- und Weiterbildung ist auch in 2021 ein geschäftspolitischer Schwerpunkt der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim und der beiden Jobcenter. Die Deckung des Fachkräftebedarfs der regionalen Wirtschaft fordert, alle vorhandenen Ressourcen zu nutzen. Neben der Förderung von Arbeitslosen rückt die Qualifizierung Beschäftigter immer stärker und intensiver in den Fokus. In den letzten Boomjahren ist diese häufig an der fehlenden Zeit gescheitert. Jetzt muss die Zeit der Schließungen, der nachlassenden Auftragseingänge in vielen Branchen und natürlich die Kurzarbeit für die gezielte Qualifizierung der Belegschaften genutzt werden, um diese für die Zukunft fit zu machen. „Unsere Antwort auf den Strukturwandel heißt zukunftsgerichtete Qualifizierung“, so Lehmann.

Das vergangene Jahr hat dafür gesorgt, dass sich die Situation am Arbeitsmarkt stark verändert hat. Bedingt durch die Corona-Pandemie ist die Arbeitslosigkeit, trotz der starken Inanspruchnahme von Kurzarbeit, im Nordschwarzwald deutlich gestiegen. „Aber es entstehen auch neue Chancen. Der Bedarf der Unternehmen an gut ausgebildeten Fachkräften und Experten wird schon allein demographiebedingt in weiten Teilen unserer Wirtschaft weiter zunehmen. Ausbildung, Weiterbildung und Umschulung geben Arbeitslosen damit die Möglichkeit, sich nachhaltige Beschäftigungschancen auf dem Arbeitsmarkt zu erschließen. Hierbei sind die örtlichen Bildungsträger ganz entscheidende Partner für uns“, so die Agenturchefin.

Neben der Situation auf dem Arbeitsmarkt und der geschäftspolitischen Ausrichtung wurde den Bildungsträgern auch die bildungsbezogene Planung der Agentur für Arbeit und der Jobcenter für 2021 vorgestellt. Die Qualifizierung von Arbeitslosen und Beschäftigten wird auch 2021 stark an den Bedürfnissen der Unternehmen ausgerichtet. Für 2021 stehen Qualifizierungen, die zu einem Berufsabschluss führen, insbesondere in Enpassberufen, im Fokus. Aber auch für fachlich gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden Weiterbildungen, beispielsweise zur Erweiterung der digitalen Kompetenz, angeboten. „Wir haben für alle qualifizierungsbereiten und weiterbildungsinteressierten Menschen ein passendes Angebot“, so Annette Hanfstein, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim. Dabei soll es möglichst bald auch wieder Präsenzveranstaltungen geben, ohne aber auch in Zukunft auf die Vorteile digitaler oder hybrider Unterrichtsformen zu verzichten.

Im Anschluss an den Vortragsteil gab es ausreichend Zeit für die Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Nach der Veranstaltung, die bei allen sehr gut ankam, bestand Einvernehmen, die enge und abgestimmte Zusammenarbeit auch in Zukunft fortzusetzen.