01.06.2021 | Presseinfo Nr. 27

Der Arbeitsmarkt im Mai

„Der Positivtrend auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte setzt sich fort und die pandemiebedingte Belastung nimmt weiter ab. So ist die Zahl der Arbeitslosen im Mai – auch dank der Aussicht auf Lockerungen der Infektionsschutzmaßnahmen - weiter gesunken. Allerdings: Die Zahl der Kurzarbeit ist noch immer hoch. Nichtsdestotrotz, der Arbeitsmarkt ist auf dem Weg aus der Krise“, sagte der Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur – Thomas Besse - heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.

Neubrandenburg | Im Mai waren in der Seenplatte 331 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im April. Insgesamt 11.926. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,2 Prozent. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres sind es 393 Arbeitslose weniger.

Thomas Besse: „Der Arbeitsmarkt in der Seenplatte stand im Mai im Zeichen der saisontypischen Entwicklung und der Lockerungsschritte bei den Infektionsschutzmaßnahmen - die es den im Shutdown befindlichen Unternehmen erlauben -  ihre Aktivitäten nach und nach wiederaufzunehmen. Beides wird den Arbeitsmarkt in den kommenden Wochen weiter beflügeln. Allerdings lag der Rückgang der Zahl arbeitslos gemeldeter Menschen im Mai unter dem dreijährigen Schnitt von rund 750 Personen. Nicht mit eingerechnet ist dabei der Mai 2020, da vor einem Jahr die Folgen des ersten Shutdowns dazu führten, dass der Frühjahresaufschwung nahezu ausblieb, es kaum Neueinstellungen gab und deshalb einmalig die Arbeitslosigkeit um rund 297 arbeitslos gemeldeten Menschen anstieg.“

Der für die Jahreszeit übliche Rückgang der Arbeitslosigkeit zeige, dass der Arbeitsmarkt in der Seenplatte nach wie vor robust ist, sagte Besse: "Rund 700 Menschen konnten im Mai aus der Arbeitslosigkeit wieder eine Arbeit aufnehmen."

Der Positivtrend auf den Arbeitsmarkt im Landkreis setzt sich damit weiter fort. “Die im Mai deutlich gesunkenen Corona-Infektionszahlen und die damit einhergehende Hoffnung auf weitere Lockerungen der Corona-Eindämmungsmaßnahmen - in den besonders vom Shutdown betroffenen Branchen wie in der Gastronomie und Hotellerie, sowie in Teilen des Handels - haben die Chancen auf (Wieder-)Einstellung deutlich steigen lassen. Auch die Aussicht darauf, dass die Pandemie mit Hilfe der Impfungen beherrschbar wird, wirkt sich zusätzlich positiv aus“, sagt der Agenturchef.

Kurzarbeit sichert Arbeitsplätze und verhindert Arbeitslosigkeit

Ohne Kurzarbeit läge die Arbeitslosigkeit noch einmal deutlich höher. Im Mai wurde für 300 Menschen im Landkreis vorsorglich Kurzarbeit angezeigt – 193 weniger als im April. Nach aktuellen Hochrechnungen befanden sich im Januar 2021, 8.069 Mitarbeitende – aus 1.332 Unternehmen - in Kurzarbeit.

Zu- und Abgänge

456 Männer und Frauen mussten sich im Mai nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in der Seenplatte neu oder erneut arbeitslos melden. Das sind 217 oder 32 Prozent weniger als im April. 326 oder 42 Prozent weniger als im Mai 2020.

697 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt beenden. Das sind 133 oder 24 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Damit übersteigen im Mai die Arbeitsaufnahmen (697) die Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigung (456).

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit recht unterschiedlich. Die Spanne der Veränderungen reicht im Mai von –4% bei 25– bis unter 50-Jährigen bis –1% bei 15- bis unter 25-Jährigen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III, also bei all denjenigen, die Arbeitslosengeld I erhalten, waren im Mai 3.868 Menschen arbeitslos. 345 weniger als im Vormonat und 431 weniger als im Mai 2020. Das entspricht einem Rückgang von 10 Prozent.

Die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II nach dem Sozialgesetzbuch II - umgangssprachlich Hartz-IV-Empfänger genannt - lag im Mai bei 8.058 Arbeitslosen. 14 mehr als im April und 38 mehr als im Mai 2020.

Die Unterbeschäftigung zeichnet ein realistischeres Bild von der Verfassung des Arbeitsmarktes. Dabei werden neben Arbeitslosen auch Teilnehmer in Maßnahmen, Weiterbildungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Mai bei 14.744. Das waren 379 oder 2,5 Prozent weniger als im Vormonat – 340 oder 2,2 Prozent weniger als im Mai 2020.

Ohne den Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente läge die Zahl der Arbeitslosen – ausgewiesen durch die so genannte „Unterbeschäftigung“ – um 2.848 höher und die Arbeitslosenquote bei 11,2 Prozent.

Geldleistungen

Insgesamt 3.453 Personen erhielten im Mai Arbeitslosengeld, 439 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Mai bei 15.636. Gegenüber Mai 2020 war dies ein Rückgang von 1.224 Personen.

Gemeldete Arbeitsstellen

Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen ist auf 2.787 Stellen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat (Mai 2020) bedeutet dies ein Anstieg von 165. Die Arbeitskraftnachfrage der Unternehmen lässt sich eindeutiger am Zugang an offenen gemeldeten Stellen ablesen: Im Vergleich zum Vormonat ein Rückgang des Stellenzugangs um 27 – zum Vorjahresmonat ein Plus um 91.

Die größte Nachfrage gab es im Mai aus den Bereichen:   Baugewerbe 357 freie Stellen im Bestand; verarbeitendes Gewerbe (344); Gastgewerbe (335); Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (328); Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (289) sowie Callcenter und Zeitarbeit (206).

Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.

Der Arbeitsmarkt in den Dienststellen des Agenturbezirks

Im Agenturbezirk Neubrandenburg entwickelte sich der Arbeitsmarkt im Mai recht unterschiedlich. Am günstigsten war die Veränderung der Arbeitslosigkeit in Neustrelitz; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 10 Prozent. Dem gegenüber steht die Entwicklung in Röbel mit einer Zunahme von 2 Prozent.

Ausbildungsmarkt

Zwischen Oktober 2020 und Mai 2021 haben sich so wenige junge Menschen bei der Neubrandenburger Arbeitsagentur, den beiden Jobcentern im Landkreis und im JugendserviceMSE gemeldet und bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz beraten lassen – wie noch nie, bis in den Mai. Bei den gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen zeigt sich ein Anstieg.

Von Oktober 2020 bis Mai 2021 meldeten sich - bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern im Landkreis – 1.010 Bewerber*innen für eine Ausbildungsstelle. Das waren 191 oder 16 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig waren 1.523 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet, 60 oder 4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

In diesem Zusammenhang appelliert der Agenturchef erneut dringend an alle Schulabgänger, sich um einen Ausbildungsplatz zu bemühen. „Geht nicht ohne Ausbildungsplatz in die Sommerferien. Es gibt so viele interessanten Lehrstellen in unserem Landkreis, und damit keinen Grund, den Start in eine Ausbildung aufs nächste Jahr zu verschieben.“

Am häufigsten waren Ausbildungsstellen gemeldet für Kaufleute im Einzelhandel mit (94); Verkäuferinnen und Verkäufer (54); Koch/Köchin (52); Berufskraftfahrer*innen (49) und Restaurantfachmann/frau mit 44 Ausbildungsangeboten. Der Ausbildungsmarkt ist im Mai noch stark in Bewegung. Deshalb ist es für eine fundierte Bewertung noch zu früh.

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Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Überblick

  • Insgesamt 11.926 Arbeitslose: ein Minus von 2,7 Prozent im Vergleich zum Mai 2020
  • Sinkende Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vormonat nur im Rechtskreis SGB III
  • Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 9,2 Prozent
  • Im Vergleich zu Mai 2020: Weniger Arbeitslosmeldungen und mehr Abmeldungen in Arbeit
  • Über 2.700 freie Arbeitsstellen – mehr als im Vorjahresmonat
  • Kurzarbeit sichert Arbeitsplätze und verhindert Arbeitslosigkeit
  • Mit 7,7 Prozent niedrigste Arbeitslosenquote in Altentreptow und Neubrandenburg Umland – Höchste mit 11,9 Prozent in der Hauptagentur Neubrandenburg