Der Arbeitsmarkt im März: Zahl der Arbeitslosen sinkt aufgrund einsetzender Frühjahrsbelebung

Neubrandenburg, 28. März 2024 - Heute bei der monatlichen Pressekonferenz betonte Stephan Bünning, der derzeitige Leiter der Arbeitsagentur in Neubrandenburg, die erfreuliche Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Seenplattelandkreis. „Im März verzeichneten wir saisonbedingt einen Rückgang der Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat. Allerdings stellten wir im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme der Arbeitslosigkeit fest, insbesondere in einigen Regionen, wo sie besonders stark ausgeprägt ist. Dieser Anstieg der Arbeitslosigkeit steht im engen Zusammenhang mit den arbeitsmarktspezifischen Auswirkungen der Migration. Unser Ziel bleibt es, die geflüchteten Menschen entsprechend ihrer Fähigkeiten nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren."

28.03.2024 | Presseinfo Nr. 30

Neubrandenburg | Im März waren in der Seenplatte 374 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im Februar. Insgesamt 12.104. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,4 %. Im Vergleich zum März des Vorjahres sind es 128 Arbeitslose mehr.

Heute bei der monatlichen Pressekonferenz betonte Stephan Bünning, der amtierende Leiter der Arbeitsagentur in Neubrandenburg, die erfreuliche Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Seenplattelandkreis. „Im März verzeichneten wir saisonbedingt einen Rückgang der Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat. Allerdings stellten wir im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme der Arbeitslosigkeit fest, insbesondere in einigen Regionen, wo sie besonders stark ausgeprägt ist. Dieser Anstieg der Arbeitslosigkeit steht im engen Zusammenhang mit den arbeitsmarktspezifischen Auswirkungen der Migration. Unser Ziel bleibt es, die geflüchteten Menschen entsprechend ihrer Fähigkeiten nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren."

Die positive Entwicklung im Vergleich zum Vormonat wird vor allem durch zwei Faktoren deutlich, neben der Anzahl der gemeldeten freien Arbeitsstellen: Deutlich weniger Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigung (-172 oder 23%) und gleichzeitig die deutliche Zunahme der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit aufgrund von Beschäftigungsaufnahmen (+329 oder 67%). „Das verdeutlicht, dass Unternehmen ihr Personal behalten und zusätzlich neue Mitarbeiter einstellen“, sagte Bünning.

„Erfreulich ist auch“ – sagte Bünning – „dass mit Ausnahme der arbeitslosen Jugendlichen bis 24 Jahren alle Alters- und Personengruppen von der positiven Arbeitsmarktlage im Landkreis profitiert haben.“ Ihre jeweiligen Arbeitslosenzahlen sind im Vergleich zum Vormonat Februar zurückgegangen.

Den Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit kommentierte Bünning wie folgt: „Insbesondere junge Menschen im Alter von 15 bis 19 Jahren, die ihre Ausbildung vor dem Abschluss abbrechen, sogenannte Ausbildungsabbrecher, tragen dazu bei, dass die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen stieg - im Rechtskreis SGB III (+16), im weniger konjunkturnahen Rechtskreis des SGB II (+2).“

Die gemeinsamen Arbeitgeberservice-Teams - von Arbeitsagentur und Jobcentern im Landkreis – haben im März 477 sozialversicherungspflichtige Stellen akquiriert. Das sind 35 oder 8 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders im Baugewerbe, verarbeitenden Gewerbe; im Gesundheits- und Sozialwesen; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen sowie im Gastgewerbe werden Mitarbeitende gesucht“, weiß der Arbeitsmarktexperte.

Die Integration langzeitarbeitsloser Personen stellt eine der herausfordernden Aufgaben auf dem Arbeitsmarkt in der Seenplatte dar. „Insbesondere Menschen mit unzureichender Ausbildung sind betroffen und suchen oft lange nach Beschäftigung", erläutert Bünning. Im Landkreis sind 4.815 Männer und Frauen seit mehr als einem Jahr arbeitslos, was einen Anteil von 40 % an der Gesamtarbeitslosigkeit entspricht. Die Herausforderung, diese Gruppe erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, liegt hauptsächlich in der Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Arbeitgeber und den Qualifikationen der Langzeitarbeitslosen. "Gemeinsam müssen wir Barrieren beseitigen, um ihre Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu erleichtern", betonte Bünning. "Die wirksamste Maßnahme dafür ist berufliche Aus- und Weiterbildung. Eine solide Qualifikation ist die beste Prävention gegen Arbeitslosigkeit. Ob Weiterbildung, Umschulung oder Wiedereinstieg: Wir begleiten arbeitslose Menschen bei ihrer beruflichen Entwicklung, mit Beratungsangeboten und finanziellen Förderungen."

Kurzarbeit
Im Februar sind (vorläufig) keine Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Nach aktuellen Hochrechnungen befanden sich im November 2023 0 Mitarbeitende – aus 0 Unternehmen - in Kurzarbeit.

Arbeitsmarktdaten für Geflüchtete aus der Ukraine*
Bis Mitte März wurden 739 arbeitslose Ukrainerinnen und Ukrainer in den Jobcentern betreut. 48 weniger als im Februar aber 48 mehr als im März des Vorjahres.

Zu- und Abgänge
584 Männer und Frauen mussten sich im März nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in der Seenplatte neu oder erneut arbeitslos melden. Das sind 172 oder 23 % weniger als im Februar. 63 oder 10 % weniger als im März 2023.
823 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt beenden. Das sind 329 oder 67 % mehr als im Februar. 22 oder 3 % weniger als im März 2023.
Damit übersteigen im März die Arbeitsaufnahmen (823) die Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigung (584).

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen
Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit recht unterschiedlich. Die Spanne der Veränderungen reicht im März von –0,2% bei Frauen bis +8% bei Ausländern.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III, also bei all denjenigen, die Arbeitslosengeld I erhalten, waren im März 4.038 Menschen arbeitslos. 373 weniger als im Vormonat und 30 mehr als im März 2023. Das entspricht einem Anstieg von 0,7 %.
Die Zahl der Bezieher von Bürgergeld nach dem Sozialgesetzbuch II lag im März bei 8.066 Arbeitslosen. 37 weniger als im Februar und 98 mehr als im März 2023.

Die Unterbeschäftigung zeichnet ein realistischeres Bild von der Verfassung des Arbeitsmarktes. Dabei werden neben Arbeitslosen auch Teilnehmer in Maßnahmen, Weiterbildungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im März bei 14.657. Das waren 323 oder 2,2 % weniger als im Vormonat – 77 oder 0,5 % weniger als im März 2023.

Ohne den Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente läge die Zahl der Arbeitslosen – ausgewiesen durch die so genannte „Unterbeschäftigung“ – um 2.553 höher und die Arbeitslosenquote bei 11,2 %.

Geldleistungen
Insgesamt 3.960 Personen erhielten im März Arbeitslosengeld, 171 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im März bei 15.081. Gegenüber März 2023 war dies ein Rückgang von 157 Personen.

Gemeldete Arbeitsstellen
Die gemeinsamen Arbeitgeberservice-Teams der Arbeitsagentur und Jobcenter im Landkreis haben im 1. Quartal des Jahres 1.307 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Das sind 62 oder 4 % weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. In Bezug auf den Vormonat Februar: 13 oder 3% mehr - insgesamt 477.
Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen ist auf 2.727 Stellen gesunken. Gegenüber dem Vorjahresmonat (März 2023) bedeutet dies ein Rückgang um 301.
Die größte Nachfrage gab es im Februar aus den Bereichen: Baugewerbe (373 freie Stellen im Bestand), verarbeitendes Gewerbe (328), Gesundheits- und Sozialwesen (311); im Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (321) sowie im Gastgewerbe mit 251.
Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.

Der Arbeitsmarkt in den Dienststellen des Agenturbezirks
Im Agenturbezirk Neubrandenburg entwickelte sich der Arbeitsmarkt im März recht unterschiedlich. Am günstigsten war die Veränderung der Arbeitslosigkeit im Geschäftsstellenbezirk Neustrelitz; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 6%. Demgegenüber steht die Entwicklung im Bezirk der Geschäftsstelle Neubrandenburg Umland mit einer Zunahme von 7%.


* Aufgrund gesetzlicher Änderungen werden ukrainische Geflüchtete seit dem 01.06.2022 durch die Jobcenter betreut. Dies hat einen regional unterschiedlich starken Einfluss auf die Entwicklung der Arbeitsmarktdaten. Anhaltspunkte für die Betroffenheit einer Region sind erhöhte Anstiege im Vorjahresvergleich bei der Zahl der Arbeitslosen (insbesondere im Rechtskreis SGB II, bei Frauen und Ausländern).