29.10.2020 | Presseinfo Nr. 60

Der Arbeitsmarkt in Mittelholstein im Oktober 2020

Erneut sinkt die Arbeitslosigkeit, bleibt im Vergleich zum Vorjahr aber auf einem
deutlich höheren Niveau
. Nachfrage nach Arbeitskräften zieht wieder an
· Bis 25. Oktober 3.340 Anzeigen von Kurzarbeit seit Beginn der Corona-Einschränkungen

„Die Arbeitsmarktlage stellt sich aktuell robust dar. Im Oktober ist die Zahl der arbeitslosen
Menschen in Mittelholstein erneut gesunken. Zu dieser Situation beigetragen hat insbesondere
die rückläufige Zahl jüngerer Arbeitsloser unter 25 Jahren. Hier spiegelt sich der Starttermin
für die betriebliche Ausbildung. Die steigenden Infektionszahlen könnten die insgesamt
positive Entwicklung allerdings gefährden“, kommentiert Michaela Bagger, Leiterin der Agentur
für Arbeit Neumünster, die aktuellen Zahlen.

Arbeitslosigkeit


Im Bezirk der Agentur für Arbeit Neumünster sind im Oktober 10.514 Menschen von
Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 201 weniger als im September (minus 1,9 Prozent)
und 1.837 mehr als ein Jahr zuvor (plus 21,2 Prozent).


Die Arbeitslosenquote beträgt 5,6 Prozent. Im September lag sie bei 5,7 Prozent und vor
einem Jahr bei 4,7 Prozent.


2.177 Menschen meldeten sich im Oktober neu arbeitslos, das sind 55 oder 2,6 Prozent
mehr als im Vormonat und 368 oder 14,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Aus einer
Erwerbstätigkeit meldeten sich 802 Personen arbeitslos – 76 mehr als im September (plus
11,1 Prozent) und 58 weniger als im Vorjahresmonat (minus 6,7 Prozent). Nach einer
Ausbildung oder Weiterbildung meldeten sich 635 Personen arbeitslos. Das sind 52 weniger als im September (minus 7,6 Prozent) und 129 weniger als vor einem Jahr (minus 16,9 Prozent).

Rückläufig sind die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr: Im Oktober
meldeten sich 2.375 Menschen aus der Arbeitslosigkeit ab - 211 oder 8,2 Prozent weniger
als im Vorjahr und elf oder 0,5 Prozent weniger als im September. In eine Erwerbstätigkeit
meldeten sich 763 Menschen ab. Das waren 93 weniger als im September (minus 10,9
Prozent) und drei weniger als im Vorjahresmonat (minus 0,4 Prozent). In eine Ausbildung
oder Weiterbildung meldeten sich 865 Menschen ab. Das waren 84 mehr als im September
(plus 10,8 Prozent) und 65 mehr als im Vorjahr (plus 8,1 Prozent).


Unterbeschäftigung und Arbeitsmarktförderung


Die Zahl der Unterbeschäftigten ist im Oktober mit 13.751 im Vergleich zum Vormonat um
111 (minus 0,8 Prozent) gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 1.061 gestiegen
(plus 8,4 Prozent). Sie fasst die Zahl der Arbeitslosen mit der Zahl derer zusammen, die aufgrund gesetzlicher Regelungen nur deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden, weil sie derzeit an einer Weiterbildung oder sonstigen Förderung wie einer Arbeitsgelegenheit („Ein-Euro-Job“) teilnehmen oder kurzfristig erkrankt sind.
Der Anstieg der Unterbeschäftigung im Vergleich zum Vorjahr ist der gestiegenen Arbeitslosigkeit geschuldet. Die Arbeitsmarktentlastung durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen liegt noch unter dem Vorjahresniveau. Die Teilnehmerzahlen steigen zwar nach und nach wieder, liegen aber zum Teil noch deutlich unter dem Vorjahreswert: In Maßnahmen der Aktivierung
und beruflichen Eingliederung befinden sich im Oktober 937 Teilnehmer*innen (minus
153 zum Vorjahresmonat) und in der beruflichen Weiterbildung 541 Personen (71 weniger
als ein Jahr zuvor).

Arbeitsagentur und Jobcenter


Die Zahl der bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldeten Menschen (Arbeitslosengeld
I) beträgt im Oktober 4.553 Personen – 30 weniger als im September (minus 0,7 Prozent)
und 1.400 mehr als vor einem Jahr (plus 44,4 Prozent).
Die Zahl der Unterbeschäftigten stieg gegenüber dem Vorjahr um 1.287 auf 5.228 (plus
32,7 Prozent).
Bei den Jobcentern sind im Oktober 5.961 Menschen (Arbeitslosengeld II) arbeitslos gemeldet. Das sind 171 weniger als im September (minus 2,8 Prozent) und 437 mehr als ein Jahr zuvor (plus 7,9 Prozent).
Die Zahl der Unterbeschäftigten sank gegenüber dem Vorjahr um 226 auf 8.523 (minus 2,6
Prozent).

Stellenangebot


Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service (gAG-S) der Agentur für Arbeit und der Jobcenter
wurden im Oktober 628 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 126 mehr
als im September (plus 25,1 Prozent) und 14 mehr als vor einem Jahr (plus 2,3 Prozent).
Betrachtet man dagegen die Stellenzugänge seit Jahresbeginn, stehen wir Corona-bedingt
noch auf niedrigerem Niveau: Aktuell sind es 5.447 und damit 1.070 weniger als im Vorjahreszeitraum (minus 16,4 Prozent). Hier zeigt sich deutlich der Einfluss der Corona-Krise.
Die meisten Stellenangebote kamen im Oktober aus der Zeitarbeit, dem Handel, den Wach und Sicherheitsdiensten und dem Gesundheits- und Sozialwesen.
Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres sank die Nachfrage insbesondere im Gastgewerbe, in der öffentlichen Verwaltung und im Handel.

In der Stadt Neumünster

  • sind im Oktober 3.956 Menschen arbeitslos gemeldet – 47 weniger als im September (minus 1,2 Prozent) und 650 mehr als vor einem Jahr (plus 19,7 Prozent).
  • beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 9,2 Prozent. Im September lag sie bei 9,3 Prozent, vor einem Jahr bei 7,7 Prozent.
  • sank die Unterbeschäftigung von September auf Oktober auf 5.132 (minus 62 oder 1,2 Prozent). Vor einem Jahr lag sie bei 4.638 (plus 494 oder 10,7 Prozent).
  • wurden dem gAG-S im Oktober 204 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 39 mehr als im September (plus 23,6 Prozent) und 47 weniger als vor einem Jahr (minus 18,7 Prozent).   

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde

  • sind im Oktober 6.558 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen – 154 weniger als im September (minus 2,3 Prozent) und 1.187 mehr als vor einem Jahr (plus 22,1 Prozent).
  • beträgt die Arbeitslosenquote 4,6 Prozent. Im September lag sie bei 4,7 und vor einem Jahr bei 3,8 Prozent.
  • sank die Unterbeschäftigung von September auf Oktober auf 8.619 (minus 49 oder 0,6 Prozent). Vor einem Jahr lag sie bei 8.052 (plus 567 oder 7,0 Prozent).
  • wurden dem gAG-S im Oktober 424 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 87 mehr als im September (plus 25,8 Prozent) und 61 mehr als vor einem Jahr (plus 16,8 Prozent).

Im Bezirk der Geschäftsstelle Eckernförde der Agentur für Arbeit Neumünster

  • sind im Oktober 1.364 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen – 58 weniger als im September (minus 4,1 Prozent) und 300 mehr als ein Jahr zuvor (plus 28,2 Prozent).
  • beträgt die Arbeitslosenquote 4,1 Prozent. Im September lag sie bei 4,2 und vor einem Jahr bei 3,2 Prozent.
  • wurden dem gAG-S im Oktober 63 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 16 mehr als im September (plus 34,0 Prozent) und 14 mehr als vor einem Jahr (plus 28,6 Prozent).

Im Bezirk der Geschäftsstelle Rendsburg der Agentur für Arbeit Neumünster

  • sind im Oktober 2.992 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen –53 weniger als im September (minus 1,7 Prozent) und 422 mehr als ein Jahr zuvor (plus 16,4 Prozent).
  • beträgt die Arbeitslosenquote 5,8 Prozent. Vor einem Monat lag sie bei 5,9 und vor einem Jahr bei 5,0 Prozent.

wurden dem gAG-S im Oktober 237 Arbeitsstellen gemeldet – 64 oder 37,0 Prozent mehr als im September und 79 oder 50,0 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Kurzarbeit


Seit März haben in Mittelholstein 3.340 Betriebe Kurzarbeit angemeldet. Die von den
Betrieben in den Anzeigen benannte voraussichtliche Zahl der betroffenen Beschäftigten
liegt bei 36.097.
In der Stadt Neumünster betrifft dies 872 Betriebe mit maximal 9.415 betroffenen
Mitarbeiter*innen, im Kreis Rendsburg-Eckernförde 2.468 Betriebe mit maximal 26.682
betroffenen Mitarbeiter*innen.
„Die Zahl neuer Anzeigen für Kurzarbeit hat in den letzten Monaten gegenüber dem
Höchststand im März/April deutlich abgenommen. Ein Ausblick auf die künftige Entwicklung
ist vor dem Hintergrund des aktuellen Pandemiegeschehens allerdings schwer zu geben,“ so Bagger.
„Für die Abrechnung der Kurzarbeit haben Unternehmen drei Monate Zeit. Nunmehr liegen
die Daten für die Inanspruchnahme für den Monat Juni 2020 auf Agenturebene vor. Die
Zahlen sind auch hier rückläufig,“ erläutert Bagger weiter. In Mittelholstein sank die Anzahl
der kurzarbeitenden Betriebe auf 1.337 (minus 525). Die Zahl der kurzarbeitenden
Beschäftigten sank auf 9.595 (minus 4.312). Am stärksten betroffen sind die
Wirtschaftszweige Handel, verarbeitendes Gewerbe und Gastgewerbe.