30.09.2020 | Presseinfo Nr. 56

Der Arbeitsmarkt in Mittelholstein im September 2020

- Ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit und Anziehen der Nachfrage nach Arbeitskräften kennzeichnen die Situation im September
- Bis 24. September 3.306 Anzeigen von Kurzarbeit seit Beginn der Corona-Einschränkungen

Der Arbeitsmarkt in Mittelholstein im September 2020

· Ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit und Anziehen der Nachfrage nach Arbeitskräften kennzeichnen die Situation im September

· Bis 24. September 3.306 Anzeigen von Kurzarbeit seit Beginn der Corona-Einschränkungen

 

„Die Arbeitsmarktlage zeigt sich aktuell etwas entspannter. Im September ist die Zahl der arbeitslosen Menschen in Mittelholstein erneut leicht gesunken. Insbesondere jüngere Betroffene unter 25 Jahren profitierten in diesem Monat. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist leicht angestiegen und die Zahl neuer Anzeigen für Kurzarbeit hat in den letzten Monaten gegenüber dem Höchststand im März/April deutlich abgenommen.“, kommentiert Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Neumünster, die aktuellen Zahlen.

 

Arbeitslosigkeit

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Neumünster sind im September 10.715 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 246 weniger als im August (minus 2,2 Prozent) und 2.016 mehr als ein Jahr zuvor (plus 23,2 Prozent).

Die Arbeitslosenquote beträgt 5,7 Prozent. Im August lag sie bei 5,9 Prozent und vor einem Jahr bei 4,7 Prozent.

Zugänge: 2.122 Menschen meldeten sich im September neu arbeitslos, das sind 77 oder 3,8 Prozent mehr als im Vormonat und 310 oder 12,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Seit Beginn der Corona-bedingten Einschränkungen Mitte März 2020 haben sich 12.439 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 2.714 oder 17,9 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Zugänge aus Erwerbstätigkeit sind dagegen in diesem Zeitraum um 8,2 Prozent angestiegen auf 4.596. Arbeitslosmeldungen kommen insbesondere aus den Bereichen Handel, Verkehr und Lagerei sowie den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (wie beispielsweise Reinigung, Sicherheitsgewerbe, Reisebüros, Callcenter). Am aktuellen Rand zeigt sich eine rückläufige Tendenz: Danach haben sich im September 45 oder 6,4% weniger Menschen aus Beschäftigung arbeitslos gemeldet als im Vorjahr.

Rückläufig sind nach wie vor die Zugänge aus geförderten Maßnahmen; hier zeigt sich von März bis August ein Rückgang von 1.266 oder 32,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Abgänge: Rückläufig sind die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr: Im September meldeten sich 2.386 Menschen aus der Arbeitslosigkeit ab - 425 oder 15,1 Prozent weniger als im Vorjahr, aber 206 oder 9,4 Prozent mehr als im August.

 

Der Rückgang der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit hat verschiedene Gründe, die mit Blick auf den Zeitraum der Corona-bedingten Einschränkungen seit Mitte März deutlich werden:

· In Erwerbstätigkeit haben sich seit März dieses Jahres 3.632 Personen abgemeldet, das sind 574 weniger als im Vorjahreszeitraum (minus 13,6 Prozent). Am aktuellen Rand steigen die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit allerdings wieder: Im Vorjahresvergleich haben sich im Monat September 7,9 Prozent bzw. 57 Menschen mehr in Arbeit abgemeldet.

· Seit März 2020 nahmen 2.755 Arbeitslose eine Ausbildung oder Arbeitsmarktmaßnahme auf - das sind 2.132 weniger als im Vorjahreszeitraum (minus 43,6 Prozent).

 

Unterbeschäftigung und Arbeitsmarktförderung

Die Zahl der Unterbeschäftigten ist im September mit 13.835 im Vergleich zum Vormonat um 129 (minus 0,9 Prozent) gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 1.006 gestiegen (plus 7,8 Prozent). Sie fasst die Zahl der Arbeitslosen mit der Zahl derer zusammen, die aufgrund gesetzlicher Regelungen nur deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden, weil sie derzeit an einer Weiterbildung oder sonstigen Förderung wie einer Arbeitsgelegenheit („Ein- Euro-Job“) teilnehmen oder kurzfristig erkrankt sind.

Der Anstieg der Unterbeschäftigung im Vergleich zum Vorjahr ist der gestiegenen Arbeitslosigkeit geschuldet. Die Arbeitsmarktentlastung durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen liegt weiter unter dem Vorjahresniveau. Die Teilnehmerzahlen steigen nach und nach zwar wieder, liegen aber zum Teil noch deutlich unter dem Vorjahreswert: In Maßnahmen der Aktivierung und beruflichen Eingliederung befinden sich im September 798 Teilnehmer*innen (minus 351 zum Vorjahresmonat) und in der beruflichen Weiterbildung 508 Personen (76 weniger als ein Jahr zuvor). Am deutlichsten rückläufig sind Maßnahmen der Fremdförderung (minus 402); dies betrifft insbesondere den Rückgang bei Integrationsmaßnahmen für geflüchtete Menschen.

 

Arbeitsagentur und Jobcenter

Die Zahl der bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldeten Menschen (Arbeitslosengeld I) beträgt im September 4.583 Personen – 143 weniger als im August (minus 3,0 Prozent) und 1.356 mehr als vor einem Jahr (plus 42,0 Prozent).

Die Zahl der Unterbeschäftigten stieg gegenüber dem Vorjahr um 1.255 auf 5.280 (plus 31,2 Prozent).

 

Bei den Jobcentern sind im September 6.132 Menschen (Arbeitslosengeld II) arbeitslos gemeldet. Das sind 103 weniger als im August (minus 1,7 Prozent) und 660 mehr als ein Jahr zuvor (plus 12,1 Prozent).

Die Zahl der Unterbeschäftigten sank gegenüber dem Vorjahr um 249 auf 8.555 (minus 2,8 Prozent).

 

Stellenangebot

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service (gAG-S) der Agentur für Arbeit und der Jobcenter wurden im September 502 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 24 mehr als im August (plus 5,0 Prozent) und 54 weniger als vor einem Jahr (minus 9,7 Prozent).

Die meisten Stellenangebote im September kamen aus der Zeitarbeit, dem Gesundheitsund Sozialwesen, dem Handel und aus den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wie beispielsweise Unternehmens- und Steuerberatungen. Im Vergleich zum September des Vorjahres sank die Nachfrage insbesondere im Handel, in der öffentlichen Verwaltung und im verarbeitenden Gewerbe.

Die Bilanz des Ausbildungsmarktes zum Ende des Berufsberatungsjahres (01. Oktober 2019 bis 30. September 2020) wird am 29. Oktober 2020 bekannt gegeben.

 

Regional

In der Stadt Neumünster

· sind im September 4.003 Menschen arbeitslos gemeldet – 62 weniger als im August (minus 1,5 Prozent) und 749 mehr als vor einem Jahr (plus 23,0 Prozent).

· beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 9,3 Prozent. Im August lag sie bei 9,4 Prozent, vor einem Jahr bei 7,6 Prozent.

· sank die Unterbeschäftigung von August auf September auf 5.199 (minus sieben oder 0,1 Prozent). Vor einem Jahr lag sie bei 4.659 (plus 540 oder 11,6 Prozent).

· wurden dem gAG-S im September 165 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – vier weniger als im August (minus 2,4 Prozent) und 42 weniger als vor einem Jahr (minus 20,3 Prozent).

 

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde

· sind im September 6.712 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen – 184 weniger als im August (minus 2,7 Prozent) und 1.267 mehr als vor einem Jahr (plus 23,3 Prozent).

· beträgt die Arbeitslosenquote 4,7 Prozent. Im August lag sie bei 4,9 und vor einem Jahr bei 4,0 Prozent.

· sank die Unterbeschäftigung von August auf September auf 8.636 (minus 122 oder 1,4 Prozent). Vor einem Jahr lag sie bei 8.170 (plus 466 oder 5,7 Prozent).

· wurden dem gAG-S im September 337 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 28 mehr als im August (plus 9,1 Prozent) und 12 weniger als vor einem Jahr (minus 3,4 Prozent).

 

Im Bezirk der Geschäftsstelle Eckernförde der Agentur für Arbeit Neumünster

· sind im September 1.422 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen – 41 weniger als im August (minus 2,8 Prozent) und 339 mehr als ein Jahr zuvor (plus 31,3 Prozent).

· beträgt die Arbeitslosenquote 4,2 Prozent. Im August lag sie bei 4,4 und vor einem Jahr bei 3,2 Prozent.

· wurden dem gAG-S im September 47 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – sieben mehr als im August (plus 17,5 Prozent) und elf weniger als vor einem Jahr (minus 19,0 Prozent).

 

Im Bezirk der Geschäftsstelle Rendsburg der Agentur für Arbeit Neumünster

· sind im September 3.045 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen – 109 weniger als im August (minus 3,5 Prozent) und 452 mehr als ein Jahr zuvor (plus 17,4 Prozent).

· beträgt die Arbeitslosenquote 5,9 Prozent. Vor einem Monat lag sie bei 6,1 und vor einem Jahr bei 5,0 Prozent.

· wurden dem gAG-S im September 173 Arbeitsstellen gemeldet – 25 oder 16,9 Prozent mehr als im August und 16 oder 8,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.

 

 

Kurzarbeit

Seit März haben in Mittelholstein 3.306 Betriebe Kurzarbeit angemeldet. Die von den Betrieben in den Anzeigen benannte voraussichtliche Zahl der betroffenen Beschäftigten liegt bei 35.677. Am stärksten betroffen sind Betriebe aus den Bereichen Handel, dem Gast- und dem Baugewerbe. Mit Blick auf die potentiell betroffenen Mitarbeiter*innen gehört außerdem das verarbeitende Gewerbe zu den stark betroffenen Bereichen.

In der Stadt Neumünster betrifft dies 866 Betriebe mit maximal 9373 betroffenen Mitarbeiter*innen, im Kreis Rendsburg-Eckernförde 2440 Betriebe mit maximal 26304 betroffenen Mitarbeiter*innen.

„Seit April sind nur noch wenige neue Anzeigen von Kurzarbeit hinzugekommen. Viele der Betriebe, die zu Beginn der Krise Kurzarbeit angezeigt haben, befinden sich auch jetzt noch in Kurzarbeit. Die konkrete Inanspruchnahme von Kurzarbeit und deren Entwicklung werden wir erst deutlich später bewerten können, da wir aktuell nur über hochgerechnete Antragszahlen bis Ende Mai verfügen,“ so Bagger.

Für die Abrechnung der Kurzarbeit haben Unternehmen drei Monate Zeit. In Mittelholstein sank die Anzahl der kurzarbeitenden Betriebe im Mai 2020 auf 1.860 (minus 339). Die Zahl der Kurzarbeitenden sank auf 13.954 (minus 2.382).