01.12.2020 | Presseinfo Nr. 67

Der Arbeitsmarkt in Mittelholstein im November 2020

- Erneut sinkt die Arbeitslosigkeit leicht, bleibt im Vergleich zum Vorjahr aber auf einem deutlich höheren Niveau
- Nachfrage nach Arbeitskräften wieder rückläufig
- Bis 25. November 3.607 Anzeigen von Kurzarbeit seit Beginn der Corona-Einschränkungen
- Woche der Menschen mit Behinderung 30.11. bis 04.12.2020

Der Arbeitsmarkt in Mittelholstein im November 2020

· Erneut sinkt die Arbeitslosigkeit leicht, bleibt im Vergleich zum Vorjahr aber auf einem deutlich höheren Niveau

· Nachfrage nach Arbeitskräften wieder rückläufig

· Bis 25. November 3.607 Anzeigen von Kurzarbeit seit Beginn der Corona-Einschränkungen

· Woche der Menschen mit Behinderung 30.11. bis 04.12.2020

„Die Arbeitsmarktlage stellt sich im Vormonatsvergleich nahezu unverändert dar: Im November ist die Zahl der arbeitslosen Menschen in Mittelholstein leicht gesunken. Dagegen suchen die Unternehmen in der Region derzeit weniger Personal. Die aktuelle Infektionslage könnte sich ab Dezember insgesamt schwächend auf die Entwicklung auswirken“, kommentiert Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Neumünster, die aktuellen Zahlen.

Arbeitslosigkeit

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Neumünster sind im November 10.337 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 177 weniger als im Oktober (minus 1,7 Prozent) und 1.794 mehr als ein Jahr zuvor (plus 21,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt 5,5 Prozent. Im Oktober lag sie bei 5,6 Prozent und vor einem Jahr bei 4,6 Prozent.

2.068 Menschen meldeten sich im November neu arbeitslos, das sind 109 oder 5,0 Prozent weniger als im Vormonat und 354 oder 14,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Aus einer Erwerbstätigkeit meldeten sich 821 Personen arbeitslos – 19 mehr als im Oktober (plus 2,4 Prozent) und 69 weniger als im Vorjahresmonat (minus 7,8 Prozent). Nach einer Ausbildung oder Weiterbildung meldeten sich 554 Personen arbeitslos. Das sind 81 weniger als im Oktober (minus 12,8 Prozent) und 129 weniger als vor einem Jahr (minus 18,9 Prozent).

Rückläufig sind die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr: Im November meldeten sich 2.257 Menschen aus der Arbeitslosigkeit ab - 305 oder 11,9 Prozent weniger als im Vorjahr und 118 oder 5,0 Prozent weniger als im Oktober. In eine Erwerbstätigkeit meldeten sich 786 Menschen ab. Das waren 23 mehr als im Oktober (plus 3,0 Prozent) und 53 mehr als im Vorjahresmonat (plus 7,2 Prozent). In eine Ausbildung oder Weiterbildung meldeten sich 674 Menschen ab. Das waren 191 weniger als im Oktober (minus 22,1 Prozent) und 99 weniger als im Vorjahr (minus 12,8 Prozent).

Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen

Schwerbehinderte Menschen sind von der pandemiebedingten schwierigen Arbeitsmarktlage ebenfalls betroffen. Allerdings nicht in gleichem Ausmaß. So sind im November 601 schwerbehinderte Menschen in Mittelholstein arbeitslos gemeldet, 40 mehr als im Vorjahr (plus 7,1 Prozent).

„Aufgrund ihrer Einschränkungen müssen Menschen mit Behinderung auch im Alltag häufiger Hindernisse überwinden und alternative Lösungsmöglichkeiten entwickeln. Dieses lösungsorientierte Vorgehen können sie oft auch im Berufsleben bereichernd einbringen“, erklärt Bagger. „Es ist uns sehr wichtig, Menschen mit Behinderung ganz selbstverständlich die Teilhabe am Arbeits- und Berufsleben zu ermöglichen. Dabei können behinderungsbedingte Einschränkungen durch finanzielle oder technische Hilfen kompensiert werden. Die Palette der Förderinstrumente umfasst ein breites Spektrum, von Gehaltszuschüssen für Arbeitgeber über Unterstützungsmöglichkeiten bei der behindertengerechten Ausstattung bis hin zur individuellen Begleitung am Arbeitsplatz“, so Bagger weiter.

Mit einem Telefonaktionstag möchten die Agentur für Arbeit und die Jobcenter einen Beitrag dazu leisten, Fragen rund um die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen zu klären. Dafür wird am 03.Dezember 2020 von 09.00 - 15.00 Uhr eine Expertenhotline eingerichtet.

Unter der Rufnummer 04321-943-400 beantworten Expert*innen aus der Agentur für Arbeit Neumünster und den Jobcentern Neumünster und des Kreises Rendsburg-Eckernförde alle Fragen rund um das Thema sowohl für arbeitssuchende als auch für beschäftigte Arbeitnehmer* innen mit Behinderung. Und zudem erhalten interessierte Unternehmer*innen wertvolle Informationen zu möglichen Beschäftigungs- und Fördermöglichkeiten.

Unterbeschäftigung und Arbeitsmarktförderung

Die Zahl der Unterbeschäftigten ist im November mit 13.759 im Vergleich zum Vormonat um 46 (minus 0,3 Prozent) gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 1.072 gestiegen (plus 8,4 Prozent). Sie fasst die Zahl der Arbeitslosen mit der Zahl derer zusammen, die aufgrund gesetzlicher Regelungen nur deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden, weil sie derzeit an einer Weiterbildung oder sonstigen Förderung wie einer Arbeitsgelegenheit („Ein- Euro-Job“) teilnehmen oder kurzfristig erkrankt sind.

Der Anstieg der Unterbeschäftigung im Vergleich zum Vorjahr ist überwiegend der gestiegenen Arbeitslosigkeit geschuldet. Darüber hinaus liegt die Arbeitsmarktentlastung durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen noch unter dem Vorjahresniveau. Die Teilnehmerzahlen steigen zwar nach und nach wieder, liegen aber zum Teil noch deutlich unter dem Vorjahreswert: In Maßnahmen der Aktivierung und beruflichen Eingliederung befinden sich im November 1.008 Teilnehmer*innen und in der beruflichen Weiterbildung 560 Personen (jeweils 95 weniger als ein Jahr zuvor). Der größte Rückgang mit minus 319 Teilnehmern gegenüber dem Vorjahr ist bei der Fremdförderung zu verzeichnen, worunter insbesondere Integrationskurse gefasst sind.

Arbeitsagentur und Jobcenter

Die Zahl der bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldeten Menschen (Arbeitslosengeld I) beträgt im November 4.522 Personen – 31 weniger als im Oktober (minus 0,7 Prozent) und 1.305 mehr als vor einem Jahr (plus 40,6 Prozent).

Die Zahl der Unterbeschäftigten stieg gegenüber dem Vorjahr um 1.195 auf 5.235 (plus 29,6 Prozent).

Bei den Jobcentern sind im November 5.815 Menschen (Arbeitslosengeld II) arbeitslos gemeldet. Das sind 146 weniger als im Oktober (minus 2,4 Prozent) und 489 mehr als ein Jahr zuvor (plus 9,2 Prozent).

Die Zahl der Unterbeschäftigten sank gegenüber dem Vorjahr um 123 auf 8.524 (minus 1,4 Prozent).

Stellenangebot

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service (gAG-S) der Agentur für Arbeit und der Jobcenter wurden im November 435 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 193 weniger als im Oktober (minus 30,7 Prozent) und 48 weniger als vor einem Jahr (minus 9,9 Prozent). Betrachtet man die Stellenzugänge seit Jahresbeginn, stehen wir Corona-bedingt weiter auf niedrigerem Niveau: Aktuell sind es 5.882 und damit 1.118 weniger als im Vorjahreszeitraum (minus 16,0 Prozent).

Die meisten Stellenangebote kamen im November aus der Zeitarbeit, dem Handel und dem Gesundheits- und Sozialwesen. Im Vergleich zum November des Vorjahres sank die Nachfrage insbesondere im Handel, in der öffentlichen Verwaltung und im Gastgewerbe.

Der regionale Arbeitsmarkt

In der Stadt Neumünster

· sind im November 3.940 Menschen arbeitslos gemeldet – 16 weniger als im Oktober (minus 0,4 Prozent) und 647 mehr als vor einem Jahr (plus 19,6 Prozent).

· beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 9,1 Prozent. Im Oktober lag sie bei 9,2 Prozent, vor einem Jahr bei 7,7 Prozent.

· stieg die Unterbeschäftigung von Oktober auf November auf 5.172 (plus31 oder 0,6 Prozent). Vor einem Jahr lag sie bei 4.696 (plus 476 oder 10,1 Prozent).

· wurden dem gAG-S im November 146 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 58 weniger als im Oktober (minus 28,4 Prozent) und 53 weniger als vor einem Jahr (minus 26,6 Prozent).

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde

· sind im November 6.397 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen – 161 weniger als im Oktober (minus 2,5 Prozent) und 1.147 mehr als vor einem Jahr (plus 21,8 Prozent).

· beträgt die Arbeitslosenquote 4,5 Prozent. Im Oktober lag sie bei 4,6 und vor einem Jahr bei 3,7 Prozent.

· sank die Unterbeschäftigung von Oktober auf November auf 8.587 (minus 77 oder 0,9 Prozent). Vor einem Jahr lag sie bei 7.991 (plus 596 oder 7,5 Prozent).

· wurden dem gAG-S im November 289 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 135 weniger als im Oktober (minus 31,8 Prozent) und fünf mehr als vor einem Jahr (plus 1,8 Prozent).

Im Bezirk der Geschäftsstelle Eckernförde der Agentur für Arbeit Neumünster

· sind im November 1.367 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen – drei mehr als im Oktober (plus 0,2 Prozent) und 300 mehr als ein Jahr zuvor (plus 28,1 Prozent).

· beträgt die Arbeitslosenquote wie im Oktober 4,1 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 3,2 Prozent.

· wurden dem gAG-S im November 30 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 33 weniger als im Oktober (minus 54,2 Prozent) und 23 weniger als vor einem Jahr (minus 43,4 Prozent).

Im Bezirk der Geschäftsstelle Rendsburg der Agentur für Arbeit Neumünster

· sind im November 2.858 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen – 134 weniger als im Oktober (minus 4,5 Prozent) und 335 mehr als ein Jahr zuvor (plus 13,3 Prozent).

· beträgt die Arbeitslosenquote 5,5 Prozent. Vor einem Monat lag sie bei 5,8 und vor einem Jahr bei 4,9 Prozent.

· wurden dem gAG-S im November 145 Arbeitsstellen gemeldet – 92 oder 38,8 Prozent weniger als im Oktober und 15 oder 11,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Ausbildungsmarkt in Mittelholstein ist weiter in Bewegung

Bis zum Ende des Berichtsjahres am 30.09. waren noch 170 Bewerber*innen unversorgt. Seitdem haben sich bis Mitte November weitere 109 Jugendliche (wieder/neu) bei der Berufsberatung gemeldet. Von diesen insgesamt 279 Bewerber*innen ist ein großer Teil bereits versorgt: So sind 64 Bewerber*innen in Ausbildung eingemündet, 17 schulisch versorgt und 18 nehmen an einer Fördermaßnahme teil. Als unversorgt gelten aktuell noch 153 Jugendliche.

Ihnen stehen aktuell 113 offene Ausbildungsstellen gegenüber. Die Einmündung in eine duale Ausbildung wird zwar mit dem fortgeschrittenen Ausbildungsjahr zunehmend schwerer. Aber auch darüber hinaus gibt es noch eine Reihe von Möglichkeiten, dieses Jahr sinnvoll zu nutzen.

„Es lohnt sich dabei immer, einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Zu jedem Ausbildungsberuf gibt es Alternativen, die unter Umständen gar nicht bekannt sind und gegebenenfalls mehr Chancen bieten,“ ist Bagger sicher. Ein Termin für ein individuelles Beratungsgespräch kann telefonisch vereinbart werden (kostenfreie Rufnummer 0800 4 5555 00). Außerdem steht werktags von 8.00 bis 15.00 Uhr über die Hotline (04321) 943 777 der direkte Weg zum Team der Berufsberatung offen.

Die Berufsberater*innen kümmern sich intensiv um einen Ausgleich und werden die derzeit noch unversorgten Bewerber*innen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einer sinnvollen Alternative zur Überbrückung bis zum nächsten Ausbildungsbeginn unterstützen. Zur Vermeidung von Marktbenachteiligungen aufgrund der Pandemie hat die Agentur für Arbeit Neumünster ihre ausbildungsfördernden Maßnahmen (Berufsvorbereitung, überbetriebliche Ausbildungen) um 25 Prozent aufgestockt. Seit den Herbstferien stehen zudem landesweit 400 zusätzliche Plätze für ein „Brückenjahr für Auszubildende ohne Ausbildungsvertrag“ (Fachunterricht in Verbindung mit der praktischen Ausbildung in den schulischen Werkstätten) an Berufsschulen bereit, um den Übergang in die betriebliche Ausbildung zu schaffen. Als Mittel der Wahl werden zudem verstärkt Einstiegsqualifizierungen in den Ausbildungsbetrieben gefördert.

Kurzarbeit

Seit März haben in Mittelholstein 3.607 Betriebe Kurzarbeit angemeldet. Die von den Betrieben in den Anzeigen benannte voraussichtliche Zahl der betroffenen Beschäftigten liegt bei 38.323.

In der Stadt Neumünster betrifft dies 944 Betriebe mit maximal 9.942 betroffenen Mitarbeiter*innen, im Kreis Rendsburg-Eckernförde 2.663 Betriebe mit maximal 28.381 betroffenen Mitarbeiter*innen.

„Die Zahl neuer Anzeigen für Kurzarbeit hat in den letzten Monaten gegenüber dem Höchststand im März/April bis zum Oktober deutlich abgenommen. Vor dem Hintergrund des aktuellen Geschehens verzeichnen wir im November allerdings wieder eine steigende Zahl von Anzeigen von Kurzarbeit,“ so Bagger.

„Für die Abrechnung der Kurzarbeit haben Unternehmen drei Monate Zeit. Nunmehr liegen die Daten für die Inanspruchnahme für den Monat Juli 2020 auf Agenturebene vor. Die Zahlen sind hier rückläufig,“ erläutert Bagger weiter. In Mittelholstein sank die Anzahl der kurzarbeitenden Betriebe auf 962 (minus 370). Die Zahl der kurzarbeitenden Beschäftigten sank auf 5.793 (minus 3.541). Am stärksten betroffen sind die Wirtschaftszweige Handel, verarbeitendes Gewerbe und Gastgewerbe.