10.02.2021 | Presseinfo Nr. 9

Meldepflicht: Unternehmen müssen bis zum 31.3.2021 ihre Daten an die Arbeitsagentur melden

Arbeitgeber*innen mit durchschnittlich mindestens 20 Arbeitsplätzen sind gesetzlich verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Die örtliche Arbeitsagentur muss diese Beschäftigungspflicht für das Kalenderjahr 2020 prüfen. Deswegen sind Arbeitgeber*innen mit mindestens 20 Arbeitsplätzen verpflichtet, bis spätestens 31. März 2021 der für Ihren Sitz zuständigen Agentur für Arbeit ihre Beschäftigungsdaten anzuzeigen.
 
Diese Frist kann nicht verlängert werden! Arbeitgeber*innen, die diesen Termin verpassen, handeln ordnungswidrig und müssen mit einem Bußgeld rechnen. 
 

Am schnellsten geht die Erstellung der Anzeige elektronisch.
 
Kostenlose Software
Kommen Arbeitgeber*innen der Beschäftigungspflicht nicht nach, ist eine so genannte Ausgleichsabgabe zu zahlen. Diese Abgabe wird auf Grundlage der jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote ermittelt. Um die Ausgleichsabgabe zu berechnen und die entsprechende Anzeige zu erstellen, können Unternehmen und Arbeitgeber*innen die kostenfreie Software IW-Elan nutzen. Diese steht auf der Homepage www.iw-elan.de unter der Rubrik „Download“ zur Verfügung oder kann als CD-ROM unter der Rubrik „Service“ bestellt werden. Die Meldung kann auf elektronischem Wege schnell und unbürokratisch vorgenommen werden. Nur der von IW-Elan automatisch erzeugte Versandbeleg mit der Meldungs-ID-Nummer (Erklärung zur Vorlage bei der Agentur für Arbeit) ist unterzeichnet an die zuständige Agentur für Arbeit zu senden.
 
Zu weiteren Fragen und Informationen rund um das Anzeigeverfahren und die Beschäftigungspflicht schwerbehinderter Arbeitnehmer*innen können sich Arbeitgeber*innen an ihre zuständige Agentur für Arbeit wenden. Eine Kontaktaufnahme ist telefonisch über die kostenfreie Arbeitgeberhotline: 0800-4555520, per Email an Hamburg.061-OS@arbeitsagentur.de oder per Fax an 040-24851143 möglich.
 
Hintergrundinformation:
 
Aktuell suchen 215 schwerbehinderte Menschen in der Stadt Neumünster und 448 im Kreis Rendsburg-Eckernförde eine neue Beschäftigung. Unternehmen sollten auch ihnen eine Chance geben. Oft sind gerade behinderte Menschen besonders motiviert und leistungsfähig.
Muss im Einzelfall eine Behinderung ausgeglichen werden, bietet die Agentur für Arbeit verschiedene Möglichkeiten an. Sie reichen von finanziellen Hilfen für Arbeitgeber*innen bis hin zu einer Beratung zur Gestaltung behindertengerechter Arbeitsplätze durch den Technischen Berater der Arbeitsagentur.
Fragen zur Einstellung schwerbehinderter Menschen beantworten die Vermittlungskräfte des Arbeitgeber-Service unter 0800 - 4 5555 20.


Arbeitgeber*innen, die der Beschäftigungspflicht von schwerbehinderten Menschen nicht nachkommen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen.
 
Diese Abgabe wird nicht pauschal erhoben, sondern ist gestaffelt.
 
Beschäftigungsquote                                       Höhe der Abgabe je
für Arbeitgeber                                     Monat und unbesetztem Arbeitsplatz
3 Prozent bis unter 5 Prozent                125,- Euro
2 Prozent bis unter 3 Prozent                220,- Euro
unter 2 Prozent                                     320,- Euro

Regelungen für kleinere Betriebe
 
Unternehmen mit weniger als 60 Arbeitsplätzen im Jahresdurchschnitt müssen zwei Pflichtplätze besetzen. Sie zahlen 125 Euro, wenn sie weniger als diese beiden Pflichtplätze besetzen, und 220 Euro, wenn weniger als ein Pflichtplatz besetzt ist.
Unternehmen mit weniger als 40 Arbeitsplätzen müssen einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen. Sie zahlen je Monat 125 Euro, wenn sie diesen Pflichtplatz nicht besetzen.
 
Die Mittel der Ausgleichsabgabe werden zur Förderung der Teilhabe von schwerbehinderten Menschen verwendet. Darunter zählt etwa die Einrichtung eines Arbeitsplatzes oder die Förderung eines schwerbehinderten Menschen mit einem Eingliederungszuschuss.