12.05.2021 | Presseinfo Nr. 31

Übernahme von Azubis trotz Kurzarbeit: Auch krisenbetroffene Unternehmen sollten ihren Nachwuchs jetzt an sich binden

Für viele Auszubildende in den Unternehmen stehen aktuell die Abschlussprüfungen
an. Mit dem Zeugnis in der Tasche endet für die jungen Menschen auch die
zwei- oder dreijährige Ausbildungszeit. Ist der Ausbildungsbetrieb von Kurzarbeit
betroffen, stellt sich die Frage, ob die „frischgebackenen“ Nachwuchskräfte übernommen
werden dürfen.

„Das geht“, weiß Yvonne Stichnau. Teamleiterin im gemeinsamen Arbeitgeber-
Service (gAG-S) der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Neumünster. „Wenn
Auszubildende nach ihrer Lehre vom Ausbildungsbetrieb in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis übernommen werden, kann auch für sie Kurzarbeitergeld beantragt werden. Statt arbeitslos zu werden, starten die jungen
Menschen besser zunächst mit Kurzarbeit in den Beruf.“ Die Teamleiterin ermutigt
die Unternehmen der Region: „Binden Sie die selbst ausgebildete Nachwuchskraft
weiter an Ihren Betrieb, damit Sie bei besserer Auftragslage mit dem benötigten
Fachpersonal gleich durchstarten können!“
Die Übernahme ehemaliger Auszubildender kann in ein befristetes oder unbefristetes
Beschäftigungsverhältnis erfolgen. Das Gleiche gilt auch für Studienabgängerinnen
und -abgänger dualer Studiengänge der Betriebe.
Eine vorherige Genehmigung der Übernahme durch die Arbeitsagentur ist in diesen
Fällen nicht erforderlich. Unternehmen und Betriebe geben bei der Abrechnung des
Kurzarbeitergeldes eine kurze Erklärung ab, dass sich die Gesamtzahl der beschäftigten
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – und gegebenenfalls auch die Zahl
der Kurzarbeitenden – erhöht hat, weil die ehemaligen Nachwuchskräfte übernommen
wurden. Den Auszubildenden soll somit der Einstieg in das Berufsleben erleichtert
werden.
Informationen zur Kurzarbeit bietet die Arbeitsagentur auf der Internetseite
www.arbeitsagentur.de/corona-kurzarbeit. Bei Fragen können sich Unternehmen an
den gAG-S unter der kostenfreien Hotline 0800 4 5555 20 wenden.