01.06.2021 | Presseinfo Nr. 36

Der Arbeitsmarkt in Mittelholstein im Mai 2021

Die aktuelle Belebung am Arbeitsmarkt ist trotz weiterhin pandemiebedingter Einschränkungen deutlich.

Der Arbeitsmarkt in Mittelholstein im Mai 2021

• Weniger Arbeitslose und Unterbeschäftigte im Vergleich zu April und zum Vorjahr
• Mehr Abgänge in und weniger Zugänge aus Erwerbstätigkeit
• Nachfrage nach Arbeitskräften deutlich höher als im Vorjahr
• Viele freie Ausbildungsstellen


Im Mai sinkt die Zahl der Arbeitslosen erneut. „Zum zweiten Mal ziehen wir den Vergleich zu einem Monat des Vorjahres, der bereits durch Auswirkungen der Corona-Pandemie gekennzeichnet
war. Die aktuelle Belebung am Arbeitsmarkt ist trotz weiterhin pandemiebedingter Einschränkungen deutlich. Erstmals ist auch im Vergleich zum Vorjahr die Arbeitslosigkeit
gesunken. Außerdem ist die Nachfrage nach Arbeitskräften spürbar angezogen“, kommentiert Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Neumünster, die aktuellen Zahlen.

Arbeitslosigkeit

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Neumünster sind im Mai 10.333 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 250 weniger als im April (minus 2,4 Prozent) und 318
weniger als ein Jahr zuvor (minus 3,0 Prozent).
Die Arbeitslosenquote beträgt 5,5 Prozent. Im April und vor einem Jahr lag sie bei 5,7 Prozent.
Auch in Krisenzeiten ist der Arbeitsmarkt in Bewegung. Dabei zeigt sich aktuell, dass sich die Zahl der Zugänge in Arbeitslosigkeit aus einer sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigung im Vergleich zum April mit 630 bereits verringerte (um 75 Personen / minus 10,6 Prozent). Der Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt einen noch deutlicheren Rückgang
um 295 Personen (minus 31,9 Prozent). „Die starke Inanspruchnahme des Instruments der Kurzarbeit verhindert dabei immer noch einen höheren Zugang Erwerbstätiger in die Arbeitslosigkeit“, so Bagger.
Gleichzeitig haben 781 Menschen eine neue Beschäftigung aufgenommen, 32 oder 3,9 Prozent weniger als im April, aber 286 oder 57,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Unterbeschäftigung

Die Zahl der Unterbeschäftigten ist im Mai mit 13.645 im Vergleich zum Vormonat um 263 zurückgegangen (minus 1,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 177 gesunken
(minus 1,3 Prozent). Sie fasst die Zahl der Arbeitslosen mit der Zahl derer zusammen, die aufgrund gesetzlicher Regelungen nur deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden, weil sie
derzeit an einer Weiterbildung oder sonstigen Förderung wie einer Arbeitsgelegenheit („Ein- Euro-Job“) teilnehmen oder kurzfristig erkrankt sind.

Arbeitsagentur und Jobcenter

Die Zahl der bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldeten Menschen beträgt im Mai 3.799 Personen – 353 weniger als im April (minus 8,5 Prozent) und 583 weniger als vor einem
Jahr (minus 13,3 Prozent).
Die Zahl der Unterbeschäftigten sank gegenüber dem Vorjahr um 441 auf 4.623 (minus 8,7 Prozent).


Bei den Jobcentern sind im Mai 6.534 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 103 mehr als im April (plus 1,6 Prozent) und 265 mehr als ein Jahr zuvor (plus 4,2 Prozent).
Die Zahl der Unterbeschäftigten stieg gegenüber dem Vorjahr um 264 auf 9.022 (plus 3,0 Prozent).

Stellenangebot

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service (gAG-S) der Agentur für Arbeit und der Jobcenter wurden im Mai 787 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 173 mehr als
im April (plus 28,2 Prozent) und 470 mehr als vor einem Jahr (plus 148,3 Prozent).
Die meisten Stellenangebote kamen im Mai insbesondere aus der Zeitarbeit, dem Handel und der öffentlichen Verwaltung. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres stieg die Nachfrage
aber darüber hinaus in allen Wirtschaftsabschnitten.

Ausbildungsmarkt

Das Angebot an Ausbildungsstellen bleibt stabil: Seit Beginn des Berichtsjahres am 1. Oktober 2020 haben Unternehmen dem gAG-S 2.127 betriebliche Berufsausbildungsstellen gemeldet,
18 oder 0,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Die Zahl der Bewerber*innen für Berufsausbildungsstellen ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken.
Bis Ende Mai meldeten sich 1.441 Bewerber*innen, 229 oder 13,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
In der Zeit der Corona-bedingten Einschränkungen hatten Jugendliche oftmals nicht den gewohnten Zugang zu beruflichen Orientierungsangeboten.

Die Agentur für Arbeit macht daher am 17.06.2021 das Angebot einer digitalen Ausbildungsmesse: Wer einen Ausbildungsplatz für 2021 oder 2022 sucht, ist dort genau richtig. Von 14.00 – 18.00 Uhr stellen
Betriebe aus der Region sich und ihre Ausbildungsangebote vor. Über einen Videochat können Ausbildungssuchende direkt und unkompliziert mit den Unternehmen ins Gespräch kommen. Bewerbungsprofis stehen für Tipps und Fragen zur Verfügung. Der Zugang ist nur
einen Klick entfernt. Eine Registrierung oder besondere Zugangskennungen sind nicht erforderlich. Jugendliche benötigen lediglich einen internetfähigen PC, ein Smartphone oder ein Tablet mit Kamera und Mikrofon. Unter www.webmesse.de/sommer-messe-ausbildung
können sie so noch vor den Sommerferien ihren Ausbildungsbetrieb finden.
„Die Chancen, kurzfristig noch für dieses Jahr eine Ausbildungsstelle zu finden, sind aktuell gut. Mit einer dualen Ausbildung schaffen sich Jugendliche ein solides Fundament für den beruflichen Einstieg.
Mit einem entsprechenden Berufsabschluss öffnen sich attraktive Entwicklungs-und Karrieremöglichkeiten,“ so Bagger und appelliert an Jugendliche, das Angebot der digitalen Ausbildungsmesse zu nutzen.
Wer darüber hinaus noch Hilfe benötigt, sollte sich an die Berufsberatung wenden. Termine gibt es telefonisch unter 0800 4 5555 00 (Der Anruf ist gebührenfrei.) oder bei der Telefon-Hotline 04321 – 943777 (Mo. bis Fr. von 8.00 bis 15.00 Uhr). Bei der Hotline kann
dann auf Wunsch auch ein Termin für eine Videoberatung vereinbart werden.
Unter https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/neumuenster/content/1533747078750 steht wie es geht.


Der regionale Arbeitsmarkt

In der Stadt Neumünster
• sind im Mai 3.927 Menschen arbeitslos gemeldet – 147 weniger als im April (minus 3,6 Prozent) und 53 weniger als vor einem Jahr (minus 1,3 Prozent).
• beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 9,1 Prozent. Im April lag sie bei 9,4 Prozent und vor einem Jahr bei 9,2 Prozent.
• sank die Unterbeschäftigung von April auf Mai auf 5.132 (minus 85 oder 1,6 Prozent). Vor einem Jahr lag sie bei 5.114 (plus 18 oder 0,4 Prozent).
• wurden dem gAG-S im Mai 255 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet –32 mehr als im April (plus 14,3 Prozent) und 136 mehr als vor einem Jahr (plus 114,3 Prozent).

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde
• sind im Mai 6.406 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen – 103 weniger als im April (minus 1,6 Prozent) und 265 weniger als vor einem Jahr (minus 4,0 Prozent).
• beträgt die Arbeitslosenquote im Mai wie im April 4,5 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 4,7 Prozent.
• sank die Unterbeschäftigung von April auf Mai auf 8.514 (minus 178 oder 2,0 Prozent). Vor einem Jahr lag sie bei 8.708 (minus 194 oder 2,2 Prozent).
• wurden dem gAG-S im Mai 532 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 141 mehr als im April (plus 36,1 Prozent) und 334 mehr als vor einem Jahr (plus 168,7 Prozent).

Im Bezirk der Geschäftsstelle Eckernförde der Agentur für Arbeit Neumünster
• sind im Mai 1.291 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen – 58 weniger als im April (minus 4,3 Prozent) und 191 weniger als ein Jahr zuvor (minus 12,9 Prozent).
• beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 3,9 Prozent. Im April lag sie bei 4,0 Prozent und vor einem Jahr bei 4,4 Prozent.
• wurden dem gAG-S im Mai 100 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 22 mehr als im April (plus 28,2 Prozent) und 69 mehr als vor einem Jahr (plus 222,6 Prozent).

Im Bezirk der Geschäftsstelle Rendsburg der Agentur für Arbeit Neumünster
• sind im Mai 2.995 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen – fünf mehr als im April (plus 0,2 Prozent) und 49 weniger als ein Jahr zuvor (minus 1,6 Prozent).
• beträgt die Arbeitslosenquote wie im April 5,8 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 5,9 Prozent.
• wurden dem gAG-S im Mai 263 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 97 oder 58,4 Prozent mehr als im April und 160 oder 155,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.


Kurzarbeit

Die Zahl neuer Anzeigen über Kurzarbeit hatte nach dem Höchststand im März/April 2020 in den Folgemonaten deutlich abgenommen. Ab November ist ein merklicher Anstieg
gegenüber dem zuletzt niedrigen Niveau zu verzeichnen. Die Situation für Betriebe hatte sich im Zuge der seit 02.11.2020 geltenden stärkeren Einschränkungen und dem strikteren
Lockdown ab 16.12.2020 wieder verschärft.

Dabei gehen einerseits Anzeigen von Betrieben ein, die bislang noch keine Kurzarbeit angezeigt hatten. Andererseits können Betriebe erneut betroffen sein: Musste seit einer
ersten Anzeige im Frühjahr Kurzarbeit für mindestens 3 Monate nicht umgesetzt werden, bedarf es einer erneuten Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit.
Im aktuellen Berichtsmonat sind die vorläufigen Daten wieder deutlich rückläufig: Im Mai 2021 (bis26.05.2021) haben in Mittelholstein 28 Betriebe neu oder erneut Kurzarbeit angemeldet.

Die von den Betrieben in den Anzeigen benannte voraussichtliche Zahl der dabei betroffenen Beschäftigten liegt für diesen Zeitraum bei 199. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres sind dies 188 Anzeigen
und 1.484 potentiell betroffene Mitarbeitende weniger. Nicht berücksichtigt sind hier die bereits laufenden KuG-Fälle.
„Für die Abrechnung der Kurzarbeit haben Unternehmen drei Monate Zeit. Nunmehr liegen die Daten für die Inanspruchnahme für den Monat Januar 2021 auf Agenturebene vor.“
erläutert Bagger. In Mittelholstein stieg danach die Anzahl der kurzarbeitenden Betriebe auf 1.425 (247 mehr als im Dezember). Die Zahl der kurzarbeitenden Beschäftigten stieg auf
8.638 (2.008 mehr als im Dezember). Am stärksten betroffen sind die Wirtschaftszweige Handel, Verkehr und Logistik sowie sonstige Dienstleistungen.