28.10.2021 | Presseinfo Nr. 64

Die Bilanz des Ausbildungsmarktes in Mittelholstein 2020/2021

• Ausbildungsmarkt in Mittelholstein wandelt sich zum Bewerber- und Bewerberinnenmarkt
• Trotz Corona-Krise hat sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt gut entwickelt
• Wir beraten wieder an den Schulen und laden in die Agentur für Arbeit ein. Die digitalen Angebote behalten wir bei (Videoberatung, virtuelle Berufsorientierung,
Selbsterkundungstool CheckU)
• Im Rahmen der Nachvermittlung: noch weitere Chancen für Bewerber und Bewerberinnen sowie Unternehmen auch nach dem offiziellen Ausbildungsbeginn

Die Bilanz des Ausbildungsmarktes in Mittelholstein 2020/2021

• Ausbildungsmarkt in Mittelholstein wandelt sich zum Bewerber- und Bewerberinnenmarkt
• Trotz Corona-Krise hat sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt gut entwickelt
• Wir beraten wieder an den Schulen und laden in die Agentur für Arbeit ein. Die digitalen Angebote behalten wir bei (Videoberatung, virtuelle Berufsorientierung,
Selbsterkundungstool CheckU)
• Im Rahmen der Nachvermittlung: noch weitere Chancen für Bewerber und Bewerberinnen sowie Unternehmen auch nach dem offiziellen Ausbildungsbeginn

In der Zeit vom 01.10.2020 bis zum 30.09.2021 haben die Unternehmen im Bezirk der Agentur für Arbeit Neumünster 2.362 betriebliche Berufsausbildungsstellen gemeldet.
Das waren vier Stellen mehr als im Vorjahreszeitraum (plus 0,2 Prozent).

Unternehmen suchten auch im abgelaufen Berufsberatungsjahr schwerpunktmäßig Bewerber und Bewerberinnen im kaufmännischen Bereich.
So wurden die meisten Stellen für die folgenden Ausbildungsberufe gemeldet:

• Kaufmann/-frau im Einzelhandel
• Verkäufer/-in
• Elektroniker/in – Energie-/Gebäudetechnik
• Anlagenmechaniker*in – Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik
• Kaufmann/-frau – Büromanagement

Insgesamt 1.785 Bewerber und Bewerberinnen wurden von den Beratungsfachkräften der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Neumünster auf der Suche nach einer geeigneten Ausbildungsstelle
unterstützt. Das sind 225 weniger als im Vorjahreszeitraum (minus 11,2 Prozent).
„Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass die gewohnten Zugangswege durch Corona beeinträchtigt waren. Mit den zunehmenden Öffnungsschritten verbessert sich die Situation
inzwischen wieder“, erläutert Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Neumünster, die Situation.

Dabei haben sich die TOP 10 der Berufswünsche der Bewerber und Bewerberinnen im Wesentlichen nicht verändert: Hauptsächlich suchten die Jugendlichen im Agenturbezirk Ausbildungsstellen
in den Bereichen:

• Verkäufer/-in
• Kaufmann/-frau – Büromanagement
• Kaufmann/-frau im Einzelhandel
• Medizinische/r Fachangestellte/r
• Kfz-Mechatroniker – PKW-Technik

Rein rechnerisch gab es 1,4 Berufsausbildungsstellen je Bewerber und Bewerberin. Doch nicht immer passen Angebot und Bewerber bzw. Bewerberin zusammen. Selbst wenn Angebot
und Nachfrage für denselben Ausbildungsberuf vorhanden sind, kann ein Zusammenfinden an einer zu großen räumlichen Entfernung scheitern. So blieben 277 Stellen mit Abschluss
des Berufsberatungsjahres unbesetzt, neun mehr als im Vorjahr. Dem standen 181 unversorgte Bewerber und Bewerberinnen gegenüber, elf mehr als im Vorjahr. Aufgrund der
Corona-Pandemie konnten die Berufsberater und -beraterinnen nicht vollumfänglich in den Schulen beraten, so dass die Kontaktmöglichkeiten zu den Absolventen eingeschränkt waren.
Die Beratungsfachkräfte waren und sind aber durchgehend telefonisch erreichbar und mittlerweile auch wieder vor Ort an den Schulen und in den Dienststellen der Arbeitsagentur
präsent.

Die meisten unbesetzten Stellen gibt es in den folgenden Ausbildungsberufen:

• Elektroniker/in – Energie-/Gebäudetechnik
• Kaufleute im Einzelhandel
• Anlagenmechaniker*in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
• Verkäufer*in
• Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r

Die meisten Ausbildungswünsche der unversorgten Bewerber und Bewerberinnen konzentrieren
sich auf die folgenden Ausbildungsberufe:

• Verkäufer/in
• Fachlagerist/in
• Kaufmann/-frau im Einzelhandel
• Fachinformatiker/in - Systemintegration
• Kaufmann/-frau – Büromanagement

Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Neumünster, erläutert: „Die aktuellen Zahlen belegen, dass der Ausbildungsmarkt in Mittelholstein trotz der Corona-bedingten Unwägbarkeiten
stabil geblieben ist. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen und unversorgten Bewerber und Bewerberinnen wird sich erfahrungsgemäß im Zuge unserer Nachvermittlungsaktivitäten
bis zum Ende des Jahres noch verringern. Die Kammern haben auch ihre Bereitschaft signalisiert, Ausbildungsverträge später als üblich einzutragen.“

Die Berufsberater und -beraterinnen kümmern sich intensiv um einen Ausgleich und werden die derzeit noch unversorgten Bewerber und Bewerberinnen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz
oder einer sinnvollen Alternative zur Überbrückung bis zum nächsten Ausbildungsbeginn unterstützen. „Ich empfehle allen Jugendlichen, die noch auf der Suche sind,
einen Termin mit der Berufsberatung zu vereinbaren. Es lohnt sich für Ausbildungssuchende immer, einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Zu jedem Ausbildungsberuf gibt es Alternativen,
die unter Umständen gar nicht bekannt sind und gegebenenfalls mehr Chancen bieten,“ ist Bagger sicher.

Ein Termin für ein individuelles Beratungsgespräch kann telefonisch vereinbart werden (kostenfreie Rufnummer 0800 4 5555 00). Außerdem steht von Montag bis Freitag von 8.00 bis
15.00 Uhr über die Hotline (04321) 943 777 der direkte telefonische Weg zum Team der Berufsberatung offen.

Für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf stehen ausbildungsfördernde Maßnahmen wie AsA bereit. Das steht für „assistierte Ausbildung“. „Wir unterstützen damit junge Menschen,
wenn sie ihre betriebliche Ausbildung nicht beginnen, fortsetzen oder erfolgreich abschließen können. Gründe dafür können z. B. schlechte Schul- bzw. Berufsschulnoten sein, Prüfungsängste,
Probleme bei der Ausbildung im Betrieb oder im sozialen Umfeld mit Auswirkungen auf den Ausbildungsverlauf. Den Auszubildenden wird dann über AsA eine feste Ansprechperson
– die Ausbildungsbegleitung - zur Seite gestellt, die die erforderliche Unterstützung koordiniert,“ erläutert Bagger und betont: „Auch die altbekannten und bewährten ausbildungsbegleitenden
Hilfen finden sich im Instrumentenkasten von AsA wieder.“

Die Ausbildungsbegleitung steht dabei auch den Ausbildungsbetrieben zur Seite, die sie individuell berät. Auch bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen kann AsA unterstützen. Im
Hinblick auf den Fachkräftebedarf und die guten Unterstützungsangebote appelliert Bagger deshalb an die Unternehmen, auch den Jugendlichen eine Chance zu geben, die auf den
ersten Blick keine idealen Einstellungsvoraussetzungen mitbringen: „Wir haben vielfältige Möglichkeiten, Unternehmen bei der Ausbildung vermeintlich schwächerer Nachwuchskräfte
zu unterstützen – sprechen Sie uns gern darauf an!“

Betriebe, die einen förderungsberechtigten jungen Menschen ausbilden wollen oder bereits ausbilden, können ihren Bedarf dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit
Neumünster und der Jobcenter Neumünster und Kreis Rendsburg-Eckernförde (gAG-S) melden. Telefonisch ist der gAG-S erreichbar unter der kostenfreien Servicenummer
0800 4 5555 20. Und auch unabhängig von einem Förderungsbedarf steht der gAG-S den Unternehmen für alle Fragen rund um die Besetzung ihrer Ausbildungsstellen zur Verfügung.