29.07.2022 | Presseinfo Nr. 34

Der Arbeitsmarkt in Mittelholstein im Juli 2022

• Zahl der Arbeitslosen ist gestiegen
• Nachfrage nach Arbeitskräften seit Jahresbeginn hält an
• Auch kurzfristig noch gute Chancen für Jugendliche bei der Suche nach Ausbildungsstellen

Der Arbeitsmarkt in Mittelholstein im Juli 2022


• Zahl der Arbeitslosen ist gestiegen
• Nachfrage nach Arbeitskräften seit Jahresbeginn hält an
• Auch kurzfristig noch gute Chancen für Jugendliche bei der Suche nach Ausbildungsstellen


„Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Vergleich zum Vormonat angestiegen. Ursächlich sind zum einen die für Juli typischen saisonalen Gründe wie das Ende der Schul- und der
Ausbildungszeit. Zum anderen werden aufgrund gesetzlicher Änderungen ukrainische Geflüchtete seit dem 1.6.2022 durch die Jobcenter betreut. Dies hat Einfluss auf die Entwicklung
der Zahl der arbeitslosen Menschen und zeigt sich in den Vormonatsveränderungen im Rechtskreis SGB II“, kommentiert Wolfgang Müller, stellvertretender Leiter der Agentur für
Arbeit Neumünster, die aktuellen Zahlen.
 


Arbeitslosigkeit

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Neumünster sind im Juli 9.334 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 610 mehr als im Juni (plus 7,0 Prozent) und 898
weniger als ein Jahr zuvor (minus 8,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt 5,0 Prozent. Im Juni lag sie bei 4,7 Prozent und vor einem Jahr bei 5,5 Prozent.



Arbeitsagentur und Jobcenter

Die Zahl der bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldeten Menschen (Arbeitslosengeld I) beträgt im Juli 3.229 Personen – 255 mehr als im Juni (plus 8,6 Prozent) und 605 weniger
als vor einem Jahr (minus 15,8 Prozent).

Bei den Jobcentern sind im Juli 6.105 Menschen (Arbeitslosengeld II) arbeitslos gemeldet.
Das sind 355 mehr als im Juni (plus 6,2 Prozent) und 293 weniger als ein Jahr zuvor (minus 4,6 Prozent).

Ein Grund für den Anstieg der gemeldeten Arbeitslosen zum Vormonat liegt im Übergang der geflüchteten Menschen aus der Ukraine in die Betreuung der Jobcenter und dem in der
Folge registrierten Status der Arbeitssuche / Arbeitslosigkeit:
Geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern wird mit der Erteilung der Aufenthaltserlaubnis nach § 24 Aufenthaltsgesetz der Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht und seit 1. Juni 2022
können sie Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitsuchende SGB II erhalten. Davor erhielten geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.
Wenn die Geflüchteten Grundsicherungsleistungen beziehen, sind die Jobcenter zuständig, in anderen Fällen die Arbeitsagenturen. Für den Wechsel aus dem Rechtskreis
des Asylbewerberleistungsgesetzes in das SGB II gilt für die Jobcenter eine dreimonatige Übergangsfrist.

Davon losgelöst ist ein saisonal üblicher Anstieg bei den jüngeren Arbeitslosen aufgrund von Ausbildungsende bzw. Schulabschluss festzustellen.

Aktuell werden 1.060 Ukrainerinnen und Ukrainer in der Agentur für Arbeit Neumünster im SGB II oder SGB III betreut, das sind 601 mehr als im letzten Monat und 1.015 mehr als vor
einem Jahr. Fast alle werden im Rechtskreis SGB II betreut.

Arbeitslos sind darunter 467 Personen (127 mehr als im Juni und 449 mehr als im Juli 2021). Aktuell werden 285 Ukrainerinnen und Ukrainer in der Stadt Neumünster durch Jobcenter
und Agentur für Arbeit betreut, das sind 284 mehr als im letzten Monat und 259 mehr als vor einem Jahr. Fast alle werden im Rechtskreis SGB II betreut. 175 Personen aus der Ukraine
stehen dem Arbeitsmarkt zurzeit grundsätzlich zur Verfügung, sind also arbeitsuchend. Arbeitslos sind darunter 37.

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde werden aktuell 775 Ukrainerinnen und Ukrainer durch Jobcenter und Agentur für Arbeit betreut, das sind 175 mehr als im letzten Monat und 756
mehr als vor einem Jahr. Fast alle werden im Rechtskreis SGB II betreut. 662 Personen aus der Ukraine stehen dem Arbeitsmarkt zurzeit grundsätzlich zur Verfügung, sind also arbeitsuchend.
Arbeitslos sind darunter 430.
 


Stellenangebot

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service (gAG-S) der Agentur für Arbeit und der Jobcenter wurden im Juli 550 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – drei mehr als
im Juni (plus 0,5 Prozent) und 183 weniger als vor einem Jahr (minus 25,0 Prozent). Im bisherigen Jahresverlauf wurde ein höheres Niveau als im Vorjahreszeitraum erreicht:
So wurden seit Jahresbeginn 4.530 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet, das bedeutet ein Plus von 151 oder 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die meisten Stellenangebote kamen im Juli aus der Zeitarbeit, der öffentlichen Verwaltung, dem verarbeitenden Gewerbe und dem Handel.
 


Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berichtsjahres am 1. Oktober 2021 wurden dem gAG-S 2.323 betriebliche Berufsausbildungsstellen gemeldet, 45 oder 2,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Es
gibt aktuell noch 1.106 unbesetzte Berufsausbildungsstellen. Neben verschiedenen weiteren Angeboten bieten besonders Berufe im Verkauf, im Groß und
Außenhandel, der Lagerwirtschaft, in der Gastronomie, der Kfz-Technik, der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, der Bauelektrik, der Elektrotechnik oder als Berufskraftfahrer/in
im Güterverkehr bieten Ausbildungsstellensuchenden noch gute Chancen.

Die Zahl der Bewerber*innen für Berufsausbildungsstellen ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Bis Ende Juni meldeten sich 1.576 Bewerber*innen, 59 oder 3,6 Prozent weniger als
im Vorjahreszeitraum. 493 von ihnen sind noch unversorgt. „Auch wenn der reguläre Ausbildungsbeginn kalendarisch kurz bevorsteht: Die Chancen,
kurzfristig einen Ausbildungsplatz zu finden, stehen gut“, so Müller. Er ermutigt daher alle Jugendlichen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, die Unterstützung der Berufsberatung
in Anspruch zu nehmen: „Dort gibt es Tipps und Anregungen für die Berufswahl und professionelle Hilfe bei der Vermittlung einer Ausbildungsstelle. Wer noch unsicher ist
und sich erst ausprobieren möchte, bekommt auch Hilfe, einen Praktikumsplatz zu finden.“ Die Berufsberater*innen beraten Jugendliche individuell anhand ihrer Talente und Interessen
über Wege in den Beruf. Gemeinsam werden Stärken und dazu passende Berufsfelder ermittelt, Unterstützung bei Bewerbungen geleistet und zu Alternativen beraten, wenn sich
der Traumberuf nicht realisieren lassen sollte.

Außerdem informieren die Berater*innen über Fördermöglichkeiten und helfen dabei, einen Ausbildungsplatz zu finden. Termine für die Berufsberatung gibt es telefonisch unter 0800 4
5555 00 (Der Anruf ist gebührenfrei.).


Wer noch auf der Suche ist, sollte sich die folgenden Termine merken, zu denen das Team der Berufsberatung in die Jugendberufsagentur Neumünster in die Brachenfelder Str. 45
einlädt:
- Donnerstag, den 25.08.2022 von 14:00 - ca. 15:30 Uhr oder
- Freitag, den 26.08.2022 von 10:00 – ca. 11:30 Uhr finden unter dem Motto „Coffee and Cookies“ in lockerer Runde Gespräche statt. Themen sind u. a.
o hast du dir schon Gedanken über einen Plan B gemacht?
o kommt ein/e schulische Ausbildung/Schulbesuch in Frage?
o kennst du die Fördermöglichkeiten der Berufsberatung?
o kurzer Überblick über Ausbildungsmöglichkeiten
- Donnerstag, der 01.09.2022, steckt dann von 10.00 bis 15.00 Uhr voller Angebote für alle Ausbildungsstellensuchenden. Beratungsangebote, Kennenlernen verschiedener
Ausbildungsbetriebe aus der Region, Vermittlung von Ausbildungsstellen, Informationen von Kammern und weiteren Institutionen, ein Gewinnspiel und mehr erwartet
die Teilnehmenden.

Für alle Angebote werden verbindliche Anmeldungen bis zum 22.08.2022 erbeten.
Per Mail an Neumuenster.BIZ@arbeitsagentur.de oder telefonisch unter 04321 943-432.
Dort gibt es auch weitere Informationen.
 


Der regionale Arbeitsmarkt

In der Stadt Neumünster
• sind im Juli 3.382 Menschen arbeitslos gemeldet – 50 mehr als im Juni (plus 1,5 Prozent) und 502 weniger als vor einem Jahr (minus 12,9 Prozent).
• beträgt die Arbeitslosenquote 7,8 Prozent. Im Juni lag sie bei 7,7 Prozent und vor einem Jahr bei 9,0 Prozent.
• wurden dem gAG-S im Juli 230 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet –73 mehr als im Juni (plus 46,5 Prozent) und 15 weniger als vor einem Jahr (minus 6,1
Prozent).

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde
• sind im Juli 5.952 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen – 560 mehr als im Juni (plus 10,4 Prozent) und 396 weniger als vor einem Jahr (minus 6,2 Prozent).
• beträgt die Arbeitslosenquote im Juli 4,2 Prozent. Im Juni lag sie bei 3,8 Prozent und vor einem Jahr bei 4,4 Prozent.
• wurden dem gAG-S im Juli 320 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 70 weniger als im Juni (minus 17,9 Prozent) und 168 weniger als vor einem Jahr (minus
34,4 Prozent).

Im Bezirk der Geschäftsstelle Eckernförde der Agentur für Arbeit Neumünster
• sind im Juli 1.184 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen – 130 mehr als im Juni (plus 12,3 Prozent) und 70 weniger als ein Jahr zuvor (minus 5,6 Prozent).
• beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 3,5 Prozent. Im Juni lag sie bei 3,2 Prozent und vor einem Jahr bei 3,7 Prozent.
• wurden dem gAG-S im Juli 54 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet –16 weniger als im Juni (minus 22,9 Prozent) und 61 weniger als vor einem Jahr (minus
53,0 Prozent).

Im Bezirk der Geschäftsstelle Rendsburg der Agentur für Arbeit Neumünster
• sind im Juli 2.799 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen – 170 mehr als im Juni (plus 6,5 Prozent) und 199 weniger als ein Jahr zuvor (minus 6,6 Prozent).
• beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 5,4 Prozent. Im Juni lag sie bei 5,0 Prozent und vor einem Jahr bei 5,8 Prozent.
• wurden dem gAG-S im Juli 156 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 47 oder 23,2 Prozent weniger als im Juni und 63 oder 28,8 Prozent weniger als vor einem
Jahr.