29.10.2020 | Presseinfo Nr. 59

Die Bilanz des Ausbildungsmarktes in Mittelholstein 2019/2020

  Ausbildungsmarkt in Mittelholstein trotz Corona-Krise weitgehend stabil
  Weitere Chancen für Bewerber*innen und Unternehmen im Rahmen der Nachvermittlung

In der Zeit vom 01.10.2019 bis zum 30.09.2020 haben die Unternehmen im Bezirk der Agentur für Arbeit Neumünster 2.467 betriebliche Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das waren 67 Stellen mehr als im Vorjahreszeitraum (plus 2,8 Prozent).
Arbeitgeber*innen suchten auch im abgelaufen Berufsberatungsjahr schwerpunktmäßig Bewerber*innen im kaufmännischen Bereich. So wurden die meisten Stellen für die folgenden Ausbildungsberufe gemeldet:

· Kaufmann/-frau im Einzelhandel
· Verkäufer/-in
· Kaufmann/-frau – Büromanagement
· Anlagenmechaniker*in – Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik
· Kaufmann/-frau Groß-/Außenhandel

Insgesamt 2.010 Bewerber*innen wurden von den Berufsberater*innen der Agentur für Arbeit Neumünster auf der Suche nach einer geeigneten Ausbildungsstelle unterstützt. Das sind 193 weniger als im Vorjahreszeitraum (minus 8,8 Prozent). Dabei haben sich die TOP 10 ihrer Berufswünsche im Wesentlichen nicht verändert: Hauptsächlich suchten die Jugendlichen im Agenturbezirk Ausbildungsstellen in den Bereichen:

· Verkäufer/-in
· Kaufmann/-frau – Büromanagement
· Medizinische/r Fachangestellte/r
· Kfz-Mechatroniker – PKW-Technik
· Kaufmann/-frau im Einzelhandel

Rein rechnerisch gab es 1,23 Berufsausbildungsstellen je Bewerber*in. Doch nicht immer passen Angebot und Bewerber*in zusammen. Selbst wenn Angebot und Nachfrage für denselben Ausbildungsberuf vorhanden sind, kann ein Zusammenfinden an einer zu großen räumlichen Entfernung scheitern. So blieben 268 Stellen mit Abschluss des Berufsberatungsjahres unbesetzt, 18 mehr als im Vorjahr. Dem standen 170 unversorgte Bewerber*innen gegenüber, 103 weniger als im Vorjahr. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten die Berufsberater*innen seit Mitte März nicht in den Schulen beraten, so dass die Kontaktmöglichkeiten zu den Absolventen eingeschränkt waren. Die Berufsberatung war und ist aber durchgehend telefonisch erreichbar und mittlerweile auch wieder vor Ort an den Schulen präsent.

Die meisten unbesetzten Stellen gibt es für die folgenden Ausbildungsberufe:

· Kaufleute im Einzelhandel
· Anlagenmechaniker*in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
· Koch / Köchin
· Berufskraftfahrer*in
· Verkäufer*in

Die meisten Ausbildungswünsche der unversorgten Bewerber*innen konzentrieren sich auf
die folgenden Ausbildungsberufe:

· Verkäufer/in
· Kaufmann/-frau – Büromanagement
· Kfz-Mechatroniker – PKW-Technik
· Kaufmann/-frau im Einzelhandel
· Medizinische/r Fachangestellte/r

56 der unversorgten Bewerber*innen haben in diesem Sommer die Schule beendet. Bei 36
Bewerber*innen liegt der Schulabschluss ein Jahr zurück und bei 77 mehrere Jahre. Alle haben einen Schulabschluss. Die Gründe für die vielfach längere Suche sind vielfältig. So nutzten einige beispielsweise die Angebote der Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Dienste, Auslandsangebote oder längerfristige Praktika.

Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Neumünster, erläutert: „Die aktuellen Zahlen belegen, dass der Ausbildungsmarkt in Mittelholstein trotz der Corona-bedingten Unwägbarkeiten stabil ist. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen und unversorgten Bewerber*innen wird sich erfahrungsgemäß im Zuge unserer Nachvermittlungsaktivitäten bis zum Ende des Jahres noch verringern. Die Kammern haben auch ihre Bereitschaft signalisiert, Ausbildungsverträge später als üblich einzutragen.“

Die Berufsberater*innen kümmern sich intensiv um einen Ausgleich und werden die derzeit
noch unversorgten Bewerber*innen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einer
sinnvollen Alternative zur Überbrückung bis zum nächsten Ausbildungsbeginn unterstützen.
Zur Vermeidung von Marktbenachteiligungen aufgrund der Pandemie hat die Agentur für Arbeit Neumünster ihre ausbildungsfördernden Maßnahmen (Berufsvorbereitung, überbetriebliche Ausbildungen) um 25 Prozent aufgestockt. Seit den Herbstferien stehen zudem landesweit 400 zusätzliche Plätze für ein „Brückenjahr für Auszubildende ohne Ausbildungsvertrag“ (Fachunterricht in Verbindung mit der praktischen Ausbildung in den schulischen Werkstätten) an Berufsschulen bereit, um den Übergang in die betriebliche Ausbildung zu schaffen. Als Mittel der Wahl werden zudem verstärkt Einstiegsqualifizierungen in den Ausbildungsbetrieben gefördert.

„Es lohnt sich dabei immer, einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Zu jedem Ausbildungsberuf gibt es Alternativen, die unter Umständen gar nicht bekannt sind und gegebenenfalls mehr Chancen bieten,“ ist Bagger sicher. Ein Termin für ein individuelles Beratungsgespräch kann telefonisch vereinbart werden (kostenfreie Rufnummer 0800 4 5555 00). Außerdem steht werktags von 8.00 bis 15.00 Uhr über die Hotline (04321) 943 777 der direkte Weg zum Team der Berufsberatung offen.

Manche der Bewerber*innen, die jetzt noch auf der Suche sind, benötigen eine intensivere
Unterstützung. An die Arbeitgeber*innen appelliert Bagger deshalb, auch den Jugendlichen
eine Chance zu geben, die auf den ersten Blick keine idealen Einstellungsvoraussetzungen
mitbringen: „Wir haben vielfältige Möglichkeiten, Unternehmen bei der Ausbildung vermeintlich schwächerer Bewerber*innen zu unterstützen – sprechen Sie uns gern darauf an!“

Arbeitgeber*innen, die ihre Ausbildungsstellen bisher nicht besetzen konnten, können sich
über die verschiedenen Unterstützungsangebote beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service
unter 0800 4 5555 20 gebührenfrei informieren.