30.09.2020 | Presseinfo Nr. 47

Herbstbelebung am Arbeitsmarkt spürbar

• Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich erstmals seit März 2020 in allen Landkreisen gesunken

• Dynamik am Arbeitsmarkt nimmt zu

• Trendwende noch nicht ersichtlich
 

Der Bestand der Arbeitslosigkeit ist entsprechend dem Landestrend gegenüber dem Vormonat gesunken. Aktuell sind 17.974 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 647 weniger als im Monat August. Zum Vorjahr ist weiterhin ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit um 2.804 Menschen zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote ist zum Vormonat um 0,2% Punkte gesunken und liegt jetzt bei 6,1 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 5,2 Prozent.

Im September haben sich 2.863 Menschen neu arbeitslos gemeldet – im August waren es 2906 Menschen. Demgegenüber konnten in diesem Monat 3.511 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 641 mehr als im Vormonat. Im Monat September gab es weniger Zugänge aus Erwerbstätigkeit (-50) und mehr Abgänge in Erwerbstätigkeit (+136), was für eine leichte Entspannung am Arbeitsmarkt spricht.

Die Unterbeschäftigung ist mit -450 Personen nicht so stark zum Vormonat gesunken wie die Zahl der Arbeitslosen mit -647. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer/innen an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind.

„Der Arbeitsmarkt ist wieder stärker in Bewegung und Anzeichen für einen Herbstaufschwung sind erkennbar. Von einer generellen Trendwende können wir aber noch nicht sprechen. Die Entwicklung zum Vormonat ist gut, in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel konnte die Zahl der Arbeitslosen deutlich reduziert werden. Allerdings sind wir in diesem Monat im Vorjahresvergleich die Agentur für Arbeit mit dem höchsten Aufwuchs an Arbeitslosen im Land Brandenburg. Diese Entwicklung gilt es weiter zu beobachten“ so Stefan Dirkes, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Neuruppin.

Der anhaltend hohe Bestand der Jugendarbeitslosigkeit kann zum Teil durch fehlende Arbeitsaufnahmen und die fehlende Teilnahme an Maßnahmen und damit einhergehende sonstige Abmeldegründe wie Arbeitsunfähigkeit oder mangelnde Mitwirkung erklärt werden. Die Aufnahme von betrieblichen oder außerbetrieblichen Ausbildungen sowie der weitere Schulbesuch liegen auf Vorjahresniveau. Aktuell sind in den vier Landkreisen des Agenturbezirkes 1.965 Menschen unter 25 Jahre arbeitslos gemeldet.

Kurzarbeit entlastet Arbeitsmarkt weiterhin

Das Instrument Kurzarbeit wird weiterhin genutzt und trägt somit zur Entlastung des Arbeitsmarktes bei. Die Neubeantragung von Kurzarbeit hat sich in den letzten Monaten deutlich abgeschwächt. Im Agenturbezirk Neuruppin wurden im September 45 neue Anzeigen für 433 Beschäftigte zu Kurzarbeit gestellt. Im August waren es 50 Anzeigen mit 567 Beschäftigten. Insgesamt wurden seit April in der Agentur für Arbeit Neuruppin rund 5.460 Anzeigen gestellt, rund 49.600 Menschen sind von Kurzarbeit betroffen.

Erstmals liegen Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit für den Berichtsmonat März 2020 vor. Vorsorglich wurde für rd. 16.300 Personen Kurzarbeit für den Monat März angezeigt. Tatsächlich haben 1.938 Betriebe für insgesamt 9.544 Beschäftigte Kurzarbeitergeld abgerechnet.

Die Verlängerung und Aufstockung von Kurzarbeit trägt längerfristig dazu bei, dass Firmen ihre Arbeitskräfte halten können. Ohne das Instrument Kurzarbeit wäre der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den vergangenen Monaten deutlich höher ausgefallen.

Stellenbestand auf hohem Niveau

Nachdem im Vormonat saisonbedingt deutlich mehr Stellen (1.298) gemeldet wurden, entwickelte sich die Personalnachfrage im September mit 919 Stellen verhaltener. Seit Jahresbeginn haben die Unternehmen im Agenturbezirk Neuruppin 8.190 Stellen gemeldet. Das sind 10,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Aktuell sind insgesamt 4.860 Arbeitsstellen zu besetzen und damit 28 mehr als im Vormonat. Damit ist die Agentur für Arbeit Neuruppin die einzige Agentur im Land Brandenburg, in der sich der Bestand an offenen Stellen erhöht hat. „Dies werten wir als positives Signal für die kommenden Monate“ so Stefan Dirkes, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Neuruppin.