29.10.2020 | Presseinfo Nr. 50

Ausbildungsmarkt 2019/2020 - Agentur für Arbeit Neuruppin zieht Bilanz

• Ausbildungsbereitschaft in der Region weiterhin hoch – herausforderndes Jahr für Jugendliche und Betriebe

• Unternehmen setzen auf Ausbildung und Fachkräftesicherung - mehr gemeldete Ausbildungsstellen als im Vorjahr

• Jugendliche fragen Ausbildung stärker als im Vorjahr nach - mehr gemeldete Bewerber/innen

• Abschluss von Ausbildungsverträgen weiter möglich

• Berufsberatung kreativ und erfinderisch beim Unterstützungsangebot
 

Der Ausbildungsmarkt 2019/2020 im Überblick

Im Beratungsjahr 2019/2020 haben sich insgesamt 2.680 Jugendliche aus den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Havelland und Oberhavel bei der Agentur für Arbeit Neuruppin gemeldet und nach einer Ausbildung oder einem Studienplatz gesucht. Das sind 98 Jugendliche mehr, als noch 2018/2019.

Demgegenüber haben die Unternehmen in den vier Landkreisen 2.785 Ausbildungsstellen gemeldet, das waren 143 mehr als im Beratungsjahr 2018/2019. Nach Abschluss des aktuellen Beratungsjahres am 30. September 2020 gab es im Agenturbezirk noch 275 Jugendliche, die auf der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz waren, 64 mehr als noch im Beratungsjahr 2018/2019, und 550 unbesetzte betriebliche Ausbildungsstellen, 23 mehr als im Beratungsjahr 2018/2019.

Jedem noch unversorgten Jugendlichen stehen zwei unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. Die Chancen, doch noch einen Ausbildungsvertrag zu erhalten, stehen also weiterhin gut und eine Fortsetzung der Ausbildungssuche lohnt sich. Ausbildungsverträge werden von den Kammern weiterhin eingetragen.

Kurzüberblick zu den…

TOP 5 der Berufswünsche

Verkäufer/-in 194
Kauffrau/-mann Büromanagement 158
Kauffrau/-mann im Einzelhandel 144
Kfz.mechatroniker - PKW-Technik 110
Verwaltungsfachang. - Kommunalver. 79

TOP 5 der gemeldeten Ausbildungsstellen

Kauffrau/-mann im Einzelhandel 224
Fachkraft Lagerlogistik 153
Verkäufer/-in 153
Koch/Köchin 102
Kauffrau/-mann Büromanagement 91
Ein herausforderndes Jahr für Betriebe und Jugendliche!

„Das war schon ein besonderes Ausbildungsjahr für alle Beteiligten. Betriebe in der Region setzen weiter auf Ausbildung – das ist ein gutes Signal für die Jugendlichen. Pandemie bedeutet nicht, dass das Thema Fachkräftebedarf verschwindet – ein großes Lob an alle, die in diesen schwierigen Zeiten in Ausbildung investieren. Jugendliche fragen die Beratung nach, interessieren sich für Ausbildung, das sind erst einmal gute Nachrichten für den Bezirk“ so Beate Kostka, Leiterin der Neuruppiner Arbeitsagentur.

Ideenreichtum aller Akteure in diesem Jahr gefragt

„Alle, die mit dem Ausbildungsmarkt zu tun hatten, mussten sich schnell umstellen. Betriebe, Jugendliche, Schulen und auch die Berufsberatung: Was sich in den vergangenen Jahren beim Thema Berufs- und Studienwahl bewährt hat, musste plötzlich neu gedacht werden. Vorstellungsgespräche in den Betrieben, Messen und Veranstaltungen wurden abgesagt, Berufsorientierungsveranstaltungen und Beratungsgespräche in den Schulen fanden pandemiebedingt, insbesondere in den Monaten März bis einschließlich Juli, überwiegend nicht statt. Die große Herausforderung war für alle, wie kommen Jugendliche und Betriebe zusammen, wie werden Jugendliche, die mitten in einem Berufswahlprozess stehen, gut beraten?“, so Beate Kostka.

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Neuruppin hat im März schnell reagiert, um an den Jugendlichen dran zu bleiben: Eine regionale Telefonhotline wurde geschalten – erste Anlaufstelle und zugleich Sorgentelefon für Schüler/innen aber auch Eltern, Beratungsgespräche wurden mit Abstand im Freien durchgeführt, digitale Messeformate wie z.B. die JobStartDigital genutzt - Chats angeboten und jede Menge Fragen per E-Mail beantwortet. Schulleitungen, Eltern und Jugendliche wurden angeschrieben und Informationsmaterialien postalisch zur Verfügung gestellt. Alles mit der Maßgabe, den mittlerweile sprichwörtlichen „Jahrgang Corona“ zu verhindern. Alle Arbeitgeber, die Ausbildungsstellen gemeldet hatten, wurden kontaktiert, um die Aktualität des Ausbildungsplatzangebotes zu erfragen, immer wieder wurde telefonisch oder digital Kontakt zwischen Jugendlichen und Arbeitgebern hergestellt.

Die Agentur für Arbeit Neuruppin ist nicht allein, sondern auch gemeinsam mit den regionalen Kammern aktiv geworden, es wurden gemeinsame Telefonaktionstage organisiert und Beratungsgespräche auf der „IHK Couch on Tour“ geführt. Außerdem fand erstmalig eine digitale HWK-Messe am 03. September 2020 statt.

Ausbildungsstart nicht nur am 01. September 2020! Chancen weiter vorhanden!

„In diesem Jahr haben sich die Auswahlprozesse Corona bedingt um mindestens ein bis zwei Monate nach hinten verschoben. Ein Grund mehr, im Oktober 2020 zusammen mit der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Handwerkskammer (HWK) sowie dem Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) im Rahmen einer telefonischen Nachvermittlungsaktion alle bis dahin unversorgten Jugendlichen anzusprechen und konkrete Ausbildungsangebote zu unterbreiten. 88 Jugendliche wurden pandemiegerecht zu telefonischen Beratungsgesprächen eingeladen. 56 Jugendliche nahmen das Angebot an. Gemeinsam und dank einer guten Vorbereitung und Zusammenarbeit mit der IHK, HWK und dem LELF konnten den teilnehmenden Jugendlichen insgesamt 264 Ausbildungsplatzangebote und 7 Einstiegsqualifizierungen unterbreitet werden. Ein tolles Ergebnis! Und es geht auch noch weiter bis Ende des Jahres“ erklärt Simone Hirschmann, Bereichsleiterin der Agentur für Arbeit Neuruppin.

Zusätzliche Unterstützung für Betriebe im Corona-Jahr

„Die Corona-Krise erschwert es vielen Ausbildungsbetrieben, weiterhin junge Menschen als Fachkräfte von morgen auszubilden. Daher können Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber die Ausbildungsprämie aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ beantragen. Das Förderprogramm richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die von der Corona-Krise betroffen sind“ erläutert Christoph Fischedick, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Neuruppin.

Bisher liegen der Agentur für Arbeit Neuruppin rund 170 Anfragen vor. Konkret beantragt haben bisher rund 30 Unternehmen eine Ausbildungsprämie bzw. Ausbildungsprämie plus.

Informationen zur Ausbildungsprämie gibt es unter:

https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/bundesprogramm-ausbildungsplaetze-sichern

Wie entwickelt sich der Ausbildungsmarkt im Jahr 2021 – eine erste Einschätzung für die Region

„Eine konkrete Prognose gestaltet sich zum aktuellen Zeitpunkt aufgrund der Rahmenbedingungen schwierig. Die weitere Entwicklung des Pandemiegeschehens und der damit einhergehenden Verordnungen und ggf. Regelungen für einzelne Branchen müssen beobachtet werden. Optimistisch stimmt uns, dass der Ausbildungswille der Betriebe in der Region da ist und uns bereits Stellenmeldungen für das Ausbildungsjahr 2021 vorliegen. Das Thema Nachwuchskräftesicherung und damit einhergehend Fachkräftesicherung ist im Fokus der Unternehmen“, so Beate Kostka.

Was können Jugendliche und Eltern jetzt konkret machen?

Auch für den Ausbildungsbeginn 2021 gilt für Jugendliche, Eltern und Betriebe: nicht warten, sondern jetzt die Zeit nutzen!

„Wichtig für die Jugendlichen ist, sich rechtzeitig zu informieren, berufliche Ideen zu entwickeln, Alternativen zu überlegen, wenn der Plan A nicht greift und auch die notwendigen Bewerbungsunterlagen vorzubereiten. Der beste Tipp: das Gespräch mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit! Sei es persönlich im Beratungsgespräch in der Schule, telefonisch mit der/m persönlichen Berufsberater/in oder auch über die Hotline 0800 4 5555 00, per E-Mail oder per Videoberatung – man erreicht uns auf vielen Wegen! Die Berufsberatung hilft und unterstützt die Jugendlichen und Eltern“ so Simone Hirschmann.

Was können Betriebe machen?

Der Arbeitgeber-Service der Agentur berät und unterstützt! Für die Unternehmen wird entscheidend sein, wie erfolgreich sie bei der Ansprache der Jugendlichen sind.

„Wie das Interesse für den jeweiligen Beruf und das Unternehmen geweckt werden kann, bewegt jetzt schon viele Betriebe, die mit uns im Gespräch sind und die Ausbildungsstelle/n gemeldet haben. Wenn die bisherigen Rekrutierungswege wie Ausbildungsmessen, Praktika, Schulveranstaltungen o.ä. pandemiebedingt erneut nicht greifen, unterstützen wir mit unseren Beratungsangeboten. Die persönlichen Ansprechpartner/innen des Arbeitgeber-Service vor Ort stehen mit ihrem Know-how für die Beratung der Unternehmen bereit. Sollten Sie noch keine/n Ansprechpartner/in haben, kontaktieren Sie den Arbeitgeber-Service über die Hotline 0800 4 5555 20“ erläutert Christoph Fischedick.