29.10.2020 | Presseinfo Nr. 51

Erneuter Rückgang der Arbeitslosigkeit

• Positive Entwicklung bei Jugendarbeitslosigkeit

• Nachfrage nach Personal bleibt stabil

• Anzeigen zu Kurzarbeit weiterhin rückläufig

Aktuell sind 17.550 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 424 weniger als im Monat September. Die Arbeitslosenquote ist zum Vormonat um 0,1% Punkte gesunken und liegt jetzt bei 6,0 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 5,2 Prozent.

Der Bestand der Arbeitslosigkeit zeigt einen üblichen Rückgang im Monat Oktober, dies allerdings Corona-bedingt auf einem höheren Niveau als in den Vorjahren. Im Oktober 2019 waren noch 2.374 Menschen weniger auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung. Der deutliche Anstieg zum Vorjahr ist insbesondere im Bereich der Arbeitslosenversicherung mit einer Steigerung von 38,1 % zu verzeichnen. Im Rechtskreis SGBII fällt die Steigerung mit 3,4% im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer aus. Im aktuellen Berichtsmonat haben sich 3.084 Menschen neu arbeitslos gemeldet – im September waren es noch 2.863 Menschen. Demgegenüber konnten in diesem Monat 3.511 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Im Oktober gab es mehr Abgänge in Erwerbstätigkeit als Zugänge aus Erwerbstätigkeit.

 „Die Entwicklung zum Vormonat ist positiv. In allen Landkreisen konnte die Zahl der Arbeitslosen reduziert werden. In den Kreisen Oberhavel und Havelland, in denen der Berliner Arbeitsmarkt eine stärkere Rolle spielt, fiel der prozentuale Rückgang am stärksten aus.  Die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt verstärken den Trend des Septembers, der schon positiv war“ so Beate Kostka, Leiterin der Agentur für Arbeit Neuruppin.

Der Bestand der Jugendarbeitslosigkeit konnte nach drei Monaten erstmalig wieder abgebaut werden. Aktuell sind in den vier Landkreisen des Agenturbezirkes 1.811 Menschen unter 25 Jahre arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Rückgang um 7,8 Prozent. „Das ist für uns eine gute Entwicklung und zeigt, dass Unternehmen weiterhin auf Ausbildung und Fachkräftesicherung setzen. Bei allen Unsicherheiten momentan: die Megatrends wie demografische Entwicklung und Digitalisierung bestehen weiterhin in der Region. Die Investition in Ausbildung und Einstellung von Nachwuchskräften ist auf lange Sicht unumgänglich. Dessen sind sich auch unsere regionalen Unternehmen bewusst.“ so Beate Kostka weiter.

Anzeigen auf Kurzarbeit weiterhin rückläufig

Die Neubeantragung von Kurzarbeit hat sich in den letzten Monaten deutlich abgeschwächt. Im Agenturbezirk Neuruppin wurden im Oktober 45 neue Anzeigen für 701 Beschäftigte zu Kurzarbeit gestellt. Im September waren es noch 57 Anzeigen mit 666 Beschäftigten. Insgesamt wurden seit April in der Agentur für Arbeit Neuruppin rund 5.520 Anzeigen gestellt, etwa 50.000 Menschen sind von Kurzarbeit betroffen. Erstmals liegen Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit für den Berichtsmonat April 2020 vor - insgesamt arbeiteten 22.480 Menschen in 3.526 Betrieben kurz. Die Verlängerung und Aufstockung von Kurzarbeit trägt weiterhin dazu bei, dass Firmen ihre Arbeitskräfte halten können. Ohne das Instrument Kurzarbeit wäre der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den vergangenen Monaten deutlich höher ausgefallen.

Nachfrage nach Personal bleibt stabil

Im Monat Oktober wurden in den vier Landkreisen der Agentur für Arbeit Neuruppin 944 Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 25 Stellen mehr als im September und 132 mehr als im Vorjahresmonat Oktober 2019. Sowohl im Vormonats- als auch im Vorjahresvergleich ist ein Anstieg der Stellenzugänge zu beobachten, der über dem Landesdurchschnitt liegt. Die Stellenzugänge erfolgten besonders in den Wirtschaftszweigen Verarbeitendes Gewerbe, in der öffentlichen Verwaltung, im Gesundheits-und Sozialwesen und in der Zeitarbeit. Seit Jahresbeginn haben die Unternehmen im Agenturbezirk Neuruppin 9.134 Stellen gemeldet. Das sind 8,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im letzten Berichtsmonat lag die Abweichung im Jahreszeitraum noch bei 10,9 Prozent. „Die Nachfrage nach Personal ist weiterhin vorhanden. Inwieweit diese in den nächsten Monaten anhält, lässt sich schwer beurteilen und hängt neben dem Pandemiegeschehen von vielen weiteren Faktoren ab“ erläutert Beate Kostka weiter.

Zahlen, Daten, Fakten

Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Neuruppin

Beschäftigte

Mit Datenstand März 2020 sind 166.406 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Plus von 0,9 Prozent oder 1.509 Personen im Vergleich zum März 2019.

Stellen

Seit Jahresbeginn wurden der Agentur für Arbeit von den Unternehmen 9.134 Stellen gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 873 Stellen. Die TOP 5 Branchen mit dem größten Personalbedarf seit Jahresstart sind die Zeitarbeit, der Handel, das Verarbeitende Gewerbe, die öffentliche Verwaltung/ Sozialversicherung sowie das Gesundheits- und Sozialwesen.

Arbeitslose

Im Oktober 2020 waren 17.550 Personen arbeitslos gemeldet, 424 weniger als im September. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit um 2.374 Personen gestiegen. 7.397 Arbeitslose werden von der Agentur für Arbeit betreut (SGBIII), 10.153 Arbeitslose von den Jobcentern (SGBII).

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote beträgt 6,0 Prozent und ist im Vergleich zum Vormonat um 0,1%Punkte gesunken. Im Oktober 2019 betrug die Arbeitslosenquote noch 5,2 Prozent.

Entwicklung in den Landkreisen

Die Zahl der Arbeitslosen ist in allen Landkreisen im Vergleich zum Vormonat gesunken. Die Spreizung bei der Arbeitslosenquote reicht von 5,3 Prozent im Landkreis Oberhavel bis 7,8 Prozent im Landkreis Prignitz.

Unterbeschäftigung

Im Oktober umfasste die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 23.126 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 7,7 Prozent und ist im Vergleich zum Vormonat unverändert. Vor einem Jahr betrug sie 7,3 Prozent.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

In Aktivierungsmaßnahmen befinden sich derzeit 809 Personen. An einer beruflichen Weiterbildung nehmen aktuell 771 Personen teil. In Arbeitsgelegenheiten befinden sich derzeit 1.041 Personen.

Um diejenigen Menschen zu unterstützen, die schon besonders lange ohne Arbeit sind, hat der Gesetzgeber zum 1. Januar 2019 das Teilhabechancengesetz in Kraft gesetzt. Aktuell nehmen 274 Personen an diesem Programm teil.

An Maßnahmen der Fremdförderung nehmen aktuell 392 Personen teil. Das sind vor allem Menschen, die an Integrationskursen des BAMF, des Landes aber auch an ESF-Programmen, zum Beispiel für Langzeitarbeitslose, teilnehmen.