01.12.2020 | Presseinfo Nr. 56

Arbeitslosigkeit sinkt im November in allen vier Landkreisen

• Teillockdown zeigt noch keine direkten Auswirkungen am Arbeitsmarkt
• Kurzarbeit steigt im November und entlastet Arbeitsmarkt
• Agentur für Arbeit unterstützt auch während der Pandemie Menschen auf Arbeitssuche mit Weiterbildungen oder Coachingmaßnahmen

Aktuell sind 17.185 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 365 weniger als im Monat Oktober. Die Arbeitslosenquote ist zum Vormonat um 0,2% Punkte gesunken und liegt jetzt bei 5,8 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 5,1 Prozent. Der Bestand der Arbeitslosigkeit ist erneut rückläufig, jedoch wie in den Vormonaten auf einem höheren Niveau als im Jahr 2019. Im November 2019 waren noch 2.140 Menschen weniger auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung. 

Im aktuellen Berichtsmonat haben sich 2.952 Menschen neu arbeitslos gemeldet – im Oktober waren es noch 3.084 Menschen. Demgegenüber konnten in diesem Monat 3.309 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Auch die Arbeitslosigkeit von jungen Menschen unter 25 Jahren sinkt zum Vormonat um 4 Prozent von 1.811 auf 1.739.

„Die Arbeitslosigkeit ist trotz des November Teil-Lockdowns in allen Landkreisen rückläufig. In den Kreisen Oberhavel und Havelland fällt der Rückgang etwas stärker aus als in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und Prignitz. Eine erneute positive Entwicklung, an der die Kurzarbeit wieder einen zunehmenden Anteil hat. Die Unternehmen nutzen weiterhin Kurzarbeit um qualifiziertes Personal an Bord zu halten und vermeiden somit Entlassungen" so Beate Kostka, Leiterin der Agentur für Arbeit Neuruppin.

Aktive Unterstützung für die Menschen auf Arbeitssuche

Auch während der Pandemie werden Kundinnen und Kunden mit Coachings, Wei-terbildungen, Sprachkursen oder Eingliederungszuschüssen gefördert und begleitet. Im Berichtsmonat befinden sich beispielsweise 760 Menschen in einer beruflichen Weiterbildung und 839 Menschen wurden bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit unterstützt. Hier reichen die Leistungen von Fahrten zum Vorstellungsgespräch bis zu Eingliederungszuschüssen für Unternehmen, um beispielsweise fehlende Qualifikationen auszugleichen und die Einarbeitungsphase abzufedern.

„Die Zeit der Arbeitslosigkeit muss aktiv genutzt werden. Trotz Pandemie bieten wir viele Hilfestellungen für unsere Kundinnen und Kunden mit Maßnahmen wie Weiterbildungen oder Coachings So können Menschen auf Arbeitssuche auch in Zukunft die nötigen Qualifikationen und Fähigkeiten für die regionalen Unternehmen mitbringen. Auch kurzarbeitende Betriebe können ihr Personal jetzt qualifizieren, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für kommende Aufgaben zu rüsten. Betriebe, die sich zu den Fördermöglichkeiten beraten lassen möchten, können sich an unseren Arbeitgeberservice unter 0800 4 5555 20 wenden " so Kostka weiter.

Anzeigen zu Kurzarbeit steigen an – Entlastung für den Arbeitsmarkt

Die Neuanzeigen zu Kurzarbeit hatten sich in den letzten Monaten deutlich abgeschwächt. Im Monat November verfünffachte sich die Zahl der Anzeigen zu Kurzar-beit. So wurden 387 neue Anzeigen für 2.231 Beschäftigte gestellt. Im Oktober waren es zum Vergleich 68 Anzeigen für 878 Beschäftigte. Die Verlängerung und Aufstockung von Kurzarbeit ist das wichtigste Instrument, damit Firmen ihre Arbeitskräfte halten können. Ohne Kurzarbeit gäbe es einen deutlichen Anstieg bei der Arbeitslosigkeit.

„Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung aufgrund der beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in den nächsten Monaten fortsetzen wird und die Unternehmen weiterhin auf das Instrument Kurzarbeit setzen." so Beate Kostka.

Nachfrage nach Personal weiterhin vorhanden

Im Monat November wurden in den vier Landkreisen der Agentur für Arbeit Neuruppin 781 Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 163 Stellen weniger als im Vormonat und 62 weniger als im Vorjahresmonat November 2019. Die Stellenzugänge erfolgten besonders in den Wirtschaftszweigen Verarbeitendes Gewerbe, in der öffentlichen Verwaltung, im Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz sowie in der Zeitarbeit. Seit Jahresbeginn haben die Unternehmen im Agenturbezirk Neuruppin 9.915 Stellen gemeldet. Das sind 8,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im letzten Berichtsmonat lag die Abweichung im Jahreszeitraum bei 8,7 Prozent.

„Der Stellenbestand liegt fast 10% über dem des Vorjahres. Es gibt weiterhin Chancen in unserer Region für arbeitslose Menschen, da nicht alle Branchen von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind. Im Jahresverlauf gingen beispielsweise in den Logistik- und Verkehrsberufen, den Berufen im (Innen)-Ausbau oder in den Landwirtschafts- und Gartenbauberufen mehr Stellen als im Vorjahreszeitraum ein" erläutert Beate Kostka weiter.

Nachvermittlungsaktivitäten erfolgreich - Ausbildungsmarkt

Gemeinsam mit den Kammern fanden im Oktober zahlreiche Nachvermittlungsakti-onen für ausbildungssuchende Jugendliche statt. Durch intensive Vermittlungen auf noch offene Ausbildungsplatzangebote und Beratungen zu beruflichen Alternativen konnten im November noch 42 Jugendliche eine Ausbildung beginnen. Eine alternative Erwerbstätigkeit oder sozialen Dienst wie den Bundesfreiwilligendienst begannen 53 Jugendliche und weitere 49 junge Frauen und Männer entschieden sich für einen Schulbesuch oder ein Studium.

„Bis Jahresende ist noch alles möglich am Ausbildungsmarkt: das zeigt das Beispiel einer jungen Frau, die sich bei der Industrie- und Handelskammer gemeldet hat. Kammer und Arbeitgeber-Service haben hier Hand in Hand gearbeitet, so waren bei der Agentur noch offene Stellen vorhanden. Und die gute Zusammenarbeit trägt Früchte: zum 01.12.20 beginnt sie eine Ausbildung zur Groß- und Einzelhandelskauffrau bei einem regionalen Großhandelsbetrieb in der Prignitz. Das sollte Jugendlichen und Eltern jetzt noch Mut machen, ein Blick auf die offenen Ausbildungsstellen in der Jobbörse unter www.jobboerse.arbeitsagentur.de lohnt sich bis Ende des Jahres" so Beate Kostka.

Zahlen, Daten, Fakten

Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Neuruppin

Beschäftigte

Mit Datenstand März 2020 sind 166.406 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Plus von 0,9 Prozent oder 1.509 Personen im Vergleich zum März 2019.

Stellen

Seit Jahresbeginn wurden der Agentur für Arbeit von den Unternehmen 9.915 Stellen gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 935 Stellen. Die TOP 5 Branchen mit dem größten Personalbedarf seit Jahresstart sind die Zeitarbeit, der Handel, das Verarbeitende Gewerbe, die öffentliche Verwaltung/ Sozialversicherung sowie das Gesundheits- und Sozialwesen.

Arbeitslose

Im November 2020 waren 17.185 Personen arbeitslos gemeldet, 365 weniger als im Oktober. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit um 2.140 Personen gestiegen. 7.178 Arbeitslose werden von der Agentur für Arbeit betreut (SGBIII), 10.007 Arbeitslose von den Jobcentern (SGBII).

Arbeitslosen-quote

Die Arbeitslosenquote beträgt 5,8 Prozent und ist im Vergleich zum Vormonat um 0,2%Punkte gesunken. Im November 2019 betrug die Arbeitslosenquote noch 5,1 Prozent.

Entwicklung in den Land-kreisen

Die Zahl der Arbeitslosen ist in allen Landkreisen im Vergleich zum Vormonat gesunken. Die Spreizung bei der Arbeitslosenquote reicht von 5,2 Prozent im Landkreis Oberhavel bis 7,7 Prozent im Landkreis Prignitz.

Unterbe-schäftigung

Im November umfasste die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 22.831 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 7,6 Prozent und ist im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Vor einem Jahr betrug sie 7,3 Prozent.

Arbeits-marktpoliti-sche Maß-nahmen

In Aktivierungsmaßnahmen befinden sich derzeit 845 Personen. An einer beruf-lichen Weiterbildung nehmen aktuell 760 Personen teil. In Arbeitsgelegenheiten befinden sich derzeit 1.007 Personen. Um diejenigen Menschen zu unterstützen, die schon besonders lange ohne Ar-beit sind, hat der Gesetzgeber zum 1. Januar 2019 das Teilhabechancengesetz in Kraft gesetzt. Aktuell nehmen 281 Personen an diesem Programm teil. An Maßnahmen der Fremdförderung nehmen aktuell 442 Personen teil. Das sind vor allem Menschen, die an Integrationskursen des BAMF, des Landes aber auch an ESF-Programmen, zum Beispiel für Langzeitarbeitslose, teilnehmen.