05.01.2021 | Presseinfo Nr. 1

Arbeitslosigkeit steigt im Dezember saisonbedingt leicht in allen vier Landkreisen

• Dezember - Lockdown zeigt noch keine direkten Auswirkungen am Arbeitsmarkt

• Kurzarbeit – Zahl der Betriebe und Personen in Kurzarbeit steigt im Dezember und entlastet den Arbeitsmarkt

• Nachfrage nach Personal: mehr als 4.000 offene Stellen vorhanden
 

Aktuell sind 17.364 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 179 mehr als im Monat November. Die Arbeitslosenquote ist zum Vormonat um 0,1% Punkte gestiegen und liegt jetzt bei 5,9 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 5,2 Prozent. Im Dezember 2019 waren 2.127 Menschen weniger auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung.

Im aktuellen Berichtsmonat haben sich 2.933 Menschen neu arbeitslos gemeldet – im November waren es noch 2.952 Menschen. Demgegenüber konnten in diesem Monat 2.732 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Auch die Arbeitslosigkeit von jungen Menschen unter 25 Jahren sinkt zum Vormonat um 1,4 Prozent von 1.739 auf 1.715.

„Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember in allen Landkreisen saisonbedingt nur leicht gestiegen. Die Auswirkungen des erneuten Lockdowns sind noch nicht sichtbar. In den Kreisen Ostprignitz-Ruppin und Havelland fällt der Anstieg der Arbeitslosigkeit etwas stärker aus als in den Landkreisen Oberhavel und Prignitz. Das Instrument Kurzarbeit bekommt aufgrund des Lockdowns wieder einen höheren Stellenwert“, so Beate Kostka, Leiterin der Agentur für Arbeit Neuruppin.

Anzeigen zu Kurzarbeit steigen im Dezember weiter an und entlasten den Arbeitsmarkt

Nachdem sich die Zahl der Anzeigen im Monat November mit 456 Anzeigen für 2.530 Beschäftigte im Vergleich zum Oktober durch den Teil - Lockdown verfünffacht hatte, ist im Dezember ein weiterer Anstieg bei den Neuanzeigen zu verzeichnen, es wurden 485 Anzeigen für 3.883 Personen gestellt. Damit liegen die Zahlen aber noch deutlich unter den Höchstwerten aus dem Frühjahr 2020, mit über 3.000 Anzeigen und mehr als 20.000 betroffenen Beschäftigten. Ohne das Instrument Kurzarbeit wäre der Anstieg der Arbeitslosigkeit deutlich stärker ausgefallen.

„Dass Betriebe versuchen ihre Beschäftigten mit Hilfe von Kurzarbeit zu halten, entlastet den Arbeitsmarkt in unserer Region. Fachkräfte und eingearbeitetes Personal zu halten, ist eine wichtige betriebliche Entscheidung. Darüber hinaus bieten wir Betrieben auch an, ihre Beschäftigten während der Kurzarbeit zu qualifizieren, hier können sich interessierte ArbeitgeberInnen gerne an den Arbeitgeber-Service wenden“, so Kostka weiter.

Die Beratungsfachkräfte des Arbeitgeber-Service stehen den Betrieben unter den Hotline 0800 4 5555 20 zur Verfügung.

Nachfrage nach Personal weiterhin vorhanden

Im Monat Dezember wurden in den vier Landkreisen der Agentur für Arbeit Neuruppin 758 Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 23 Stellen weniger als im Vormonat und 27 weniger als im Vorjahresmonat Dezember 2019. Die Stellenzugänge erfolgten besonders in den Wirtschaftszweigen Zeitarbeit, Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kfz, im verarbeitenden Gewerbe sowie in der öffentlichen Verwaltung. Seit Jahresbeginn haben die Unternehmen im Agenturbezirk Neuruppin 10.673 Stellen gemeldet. Das sind 8,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im letzten Berichtsmonat lag die Abweichung im Jahreszeitraum bei 8,6 Prozent.

„Der Bestand offener Stellen liegt auf dem Niveau des Vorjahres. Es gibt weiterhin Chancen in unserer Region für arbeitslose Menschen, da nicht alle Branchen von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind. Im Jahresverlauf gingen beispielsweise in den Berufen im (Innen)-Ausbau oder den Landwirtschafts- und Gartenbauberufen mehr Stellen als im Vorjahreszeitraum ein. Zudem stellen wir auch in anderen Branchen, z.B. Handel oder Logistik eine hohe Dynamik am Arbeitsmarkt fest. Der Blick in die Jobbörse lohnt sich auf jeden Fall“, erläutert Beate Kostka weiter.

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Zahlen, Daten, Fakten

Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Neuruppin

Beschäftigte

Mit Datenstand Juni 2020 sind 165.056 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Minus von 0,5 Prozent oder 848 Personen im Vergleich zum Juni 2019.

Stellen

Seit Jahresbeginn wurden der Agentur für Arbeit von den Unternehmen 10.673 Stellen gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 962 Stellen. Die TOP 5 Branchen mit dem größten Personalbedarf seit Jahresstart sind die Zeitarbeit, der Handel, das Verarbeitende Gewerbe sowie die öffentliche Verwaltung/ Sozialversicherung.

Arbeitslose

Im Dezember 2020 waren 17.364 Personen arbeitslos gemeldet, 179 mehr als im November. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit um 2.127 Personen gestiegen. 7.439 Arbeitslose werden von der Agentur für Arbeit betreut (SGBIII), 9.925 Arbeitslose von den Jobcentern (SGBII).

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote beträgt 5,9 Prozent und ist im Vergleich zum Vormonat um 0,1%Punkte gestiegen. Im Dezember 2019 betrug die Arbeitslosenquote noch 5,2 Prozent.

Entwicklung in den Landkreisen

Die Zahl der Arbeitslosen ist in allen Landkreisen im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Die Spreizung bei der Arbeitslosenquote reicht von 5,2 Prozent im Landkreis Oberhavel bis 7,7 Prozent im Landkreis Prignitz.

Unterbeschäftigung

Im Dezember umfasste die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 23.047 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 7,7 Prozent und ist im Vergleich zum Vormonat um 0,1%Punkte gestiegen. Vor einem Jahr betrug sie 7,4 Prozent.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

In Aktivierungsmaßnahmen befinden sich derzeit 841 Personen. An einer beruflichen Weiterbildung nehmen aktuell 782 Personen teil. In Arbeitsgelegenheiten befinden sich derzeit 949 Personen.

Um diejenigen Menschen zu unterstützen, die schon besonders lange ohne Arbeit sind, hat der Gesetzgeber zum 1. Januar 2019 das Teilhabechancengesetz in Kraft gesetzt. Aktuell nehmen 285 Personen an diesem Programm teil.

An Maßnahmen der Fremdförderung nehmen aktuell 473 Personen teil. Das sind vor allem Menschen, die an Integrationskursen des BAMF, des Landes aber auch an ESF-Programmen, zum Beispiel für Langzeitarbeitslose, teilnehmen.