29.01.2021 | Presseinfo Nr. 3

Arbeitslosigkeit steigt im Januar 2021 saisonbedingt in allen vier Landkreisen

• Direkte Lockdowneffekte bei Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht feststellbar

• Kurzarbeit entlastet erheblich den Arbeitsmarkt – Firmen versuchen Fachkräfte zu halten

• Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit: Appell an Arbeitgeber Fachkräfte in der Region zu halten

• Personalnachfrage stabil: knapp 4.000 offene Stellen
 

Aktuell sind 18.752 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 1.388 mehr als im Monat Dezember. Die Arbeitslosenquote ist zum Vormonat saisontypisch um 0,5% Punkte gestiegen und liegt jetzt bei 6,4 Prozent.

Der deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar ist durch das Auslaufen von Arbeitsverträgen zum 31.12., die Freisetzung von Personal in Außenberufen sowie verringerte Neueinstellungen zu erklären. Also ein ganz normaler Januar, wenn man von den Pandemieereignissen mal absieht“ erläutert Beate Kostka, Leiterin der Arbeitsagentur Neuruppin.

Im Januar 2020 lag die Arbeitslosenquote noch bei 5,7 Prozent und es waren 2.114 Menschen weniger auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung.

Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, den pandemiebedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit aus 2020 abzubauen. Diesen Aufwuchs der Arbeitslosigkeit haben wir ins Jahr 2021 mitgenommen“, so Kostka weiter

Im aktuellen Berichtsmonat haben sich 3.747 Menschen neu arbeitslos gemeldet – im Dezember waren es noch 2.933 Menschen. Demgegenüber konnten im Januar 2021 insgesamt 2.349 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Die Arbeitslosigkeit von jungen Menschen unter 25 Jahren steigt zum Vormonat um 6,1 Prozent von 1.715 auf 1.819 Arbeitslose.

Das bereitet mir schon etwas Sorge. Mit der Pandemie ist das Thema demografische Entwicklung und Fachkräftebedarf nicht verschwunden. Den jungen Menschen in der Region hier eine Chance auf einen beruflichen Einstieg zu ermöglichen, ist die Aufgabe aller Akteure am Arbeitsmarkt. Eine Abwanderung dieser jungen Menschen aufgrund fehlender lokaler Perspektiven sollte unbedingt vermieden werden“, erklärt Beate Kostka.

Kurzarbeit entlastet erneut den Arbeitsmarkt – Firmen halten an ihrem Personal fest

Im Januar haben 582 Betriebe Kurzarbeit für 5.217 betroffene Personen angezeigt, im Dezember waren es 586 neue Anzeigen für 4.822 Personen. Damit liegen die Zahlen aber weiterhin deutlich unter den Höchstwerten aus dem Frühjahr 2020, mit über 3.000 Anzeigen und mehr als 20.000 betroffenen Beschäftigten.

Um ihr Personal zu halten, haben Arbeitgeber auch im Januar von der Möglichkeit Kurzarbeit anzuzeigen und Kurzarbeitergeld abzurechnen Gebrauch gemacht. Die Zahl der Personen für die Kurzarbeit neu angezeigt wurde, ist nochmal angestiegen. Dies ist eine Entwicklung, die wir erwartet hatten. Insgesamt gesehen entlastet Kurzarbeit den Arbeitsmarkt weiterhin deutlich“, so Beate Kostka.

Nachfrage nach Personal noch stabil

Im Monat Januar wurden in den vier Landkreisen der Agentur für Arbeit Neuruppin 622 Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 136 Stellen weniger als im Vormonat und 19 weniger als im Vorjahresmonat Januar 2020. Die Stellenzugänge erfolgten insbesondere aus den Wirtschaftszweigen Zeitarbeit, Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kfz, im verarbeitenden Gewerbe sowie in der öffentlichen Verwaltung.

Der Bestand offener Stellen liegt mit knapp 4.000 offenen Stellen auf dem Niveau des Januars 2020. Es gibt also weiterhin Chancen in unserer Region für arbeitslose Menschen, da nicht alle Branchen von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind. Insbesondere in den Wirtschaftszeigen Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit sowie in der Fertigung und Produktion aber auch im Bürobereich, der Buchhaltung und Verwaltung wurden im Januar Arbeitskräfte gesucht“, erläutert Beate Kostka.


Zahlen, Daten, Fakten

Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Neuruppin

Beschäftigte

Mit Datenstand Juni 2020 sind 165.056 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Minus von 0,5 Prozent oder 848 Personen im Vergleich zum Juni 2019.

Stellen

Seit Jahresbeginn wurden der Agentur für Arbeit von den Unternehmen 622 Stellen gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 19 Stellen. Die TOP 5 Branchen mit dem größten Personalbedarf seit Jahresstart sind die Zeitarbeit, der Handel, das Verarbeitende Gewerbe sowie die öffentliche Verwaltung/ Sozialversicherung.

Arbeitslose

Im Januar 2021 waren 18.752 Personen arbeitslos gemeldet, 1.388 mehr als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit um 2.114 Personen gestiegen. 8.548 Arbeitslose werden von der Agentur für Arbeit betreut (SGBIII), 10.204 Arbeitslose von den Jobcentern (SGBII).

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote beträgt 6,4 Prozent und ist im Vergleich zum Vormonat um 0,5%Punkte gestiegen. Im Januar 2020 betrug die Arbeitslosenquote noch 5,7 Prozent.

Entwicklung in den Landkreisen

Die Zahl der Arbeitslosen ist in allen Landkreisen im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Die Spreizung bei der Arbeitslosenquote reicht von 5,6 Prozent im Landkreis Oberhavel bis 8,3 Prozent im Landkreis Prignitz.

Unterbeschäftigung

Im Januar umfasste die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 24.162 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 8,1 Prozent und ist im Vergleich zum Vormonat um 0,4%Punkte gestiegen. Vor einem Jahr betrug sie 7,7 Prozent.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

In Aktivierungsmaßnahmen befinden sich derzeit 794 Personen. An einer beruflichen Weiterbildung nehmen aktuell 785 Personen teil. In Arbeitsgelegenheiten befinden sich derzeit 863 Personen.

Um diejenigen Menschen zu unterstützen, die schon besonders lange ohne Arbeit sind, hat der Gesetzgeber zum 1. Januar 2019 das Teilhabechancengesetz in Kraft gesetzt. Aktuell nehmen 286 Personen an diesem Programm teil.

An Maßnahmen der Fremdförderung nehmen aktuell 436 Personen teil. Das sind vor allem Menschen, die an Integrationskursen des BAMF, des Landes aber auch an ESF-Programmen, zum Beispiel für Langzeitarbeitslose, teilnehmen.