02.03.2021 | Presseinfo Nr. 7

Arbeitsmarkt hält dem Lockdown weiter stand

• geringer Anstieg der Arbeitslosigkeit im Februar

• Zukunft braucht Ausbildung! Chancen auf dem regionalen Ausbildungsmarkt

• Arbeitgeber nutzen Kurzarbeit weiterhin, um Fachkräfte zu halten
 

Aktuell sind 18.876 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 124 mehr als im Januar 2021. Die Arbeitslosenquote liegt wie im Januar 2021 unverändert bei 6,4 Prozent. Im Februar 2020 lag die Arbeitslosenquote noch bei 5,6 Prozent und es waren 2.607 Menschen weniger auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung.

Der Arbeitsmarkt im Februar zeigt sich weiterhin robust und es konnten mehr Menschen eine Erwerbstätigkeit aufnehmen, als noch im Januar. Im Vergleich zum Februar 2020 sind die Auswirkungen der Pandemie aber weiterhin sichtbar und der Abbau der seit dem Frühjahr 2020 kontinuierlich gestiegenen Arbeitslosigkeit ist bisher nicht gelungen“, erläutert Stefan Dirkes, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Neuruppin.

Im aktuellen Berichtsmonat haben sich 2.763 Menschen neu arbeitslos gemeldet – im Januar waren es noch 3.747 Menschen. Demgegenüber konnten im Februar 2021 insgesamt 2.643 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, im Januar waren es noch 2.349. Die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung ist um 69 zum Vormonat zurückgegangen, die Arbeitslosigkeit im Bereich der Grundsicherung um 193 zum Vormonat gestiegen. Eine Entwicklung, die sich in den kommenden Monaten durch zu erwartende Übertritte von der Arbeitslosenversicherung in die Grundsicherung fortsetzen wird.

Die Arbeitslosigkeit von jungen Menschen unter 25 Jahren steigt erneut zum Vormonat um 4,1 Prozent von 1.819 auf 1.893 Arbeitslose.

Zukunft braucht Ausbildung!

Mit diesem Motto starten wir am 15.03.2021 in die bundesweit stattfindende „Woche der Ausbildung“. Gemeinsam mit den Kammern werden wir Jugendliche und auch Arbeitgeber gezielt zu den Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in der Region ansprechen und zu Unterstützungsmöglichkeiten beraten.“ so Stefan Dirkes.

Erstmalig wird es am 18.03.2021 ein Videochat der Berufsberatung geben, an dem die Jugendlichen von 14 bis 18 Uhr teilnehmen können. Es werden Fragen rund um die Berufswahl beantwortet und hilfreiche Tipps zur Berufsorientierung in Pandemiezeiten gegeben. Die Veranstaltung wird in den kommenden Tagen auf der Plattform www.mach-es-in-brandenburg.de veröffentlicht. Mit einem Klick sind die Jugendlichen dann live im Chat dabei.

Weitere Veranstaltungen in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Havelland und Oberhavel sind geplant.

Die Jugendlichen sollen wissen, dass die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt in unserer Region nach wie vor sehr gut sind. Arbeitgeber halten an ihrem Ausbildungsangebot fest, wollen die Jugendlichen kennenlernen und warten auf deren Bewerbung“ so Dirkes weiter.

Kurzarbeit entlastet weiter den Arbeitsmarkt

Im Februar haben 281 Betriebe Kurzarbeit für 2.224 betroffene Personen angezeigt, im Januar waren es 673 Anzeigen für 5.704 Personen.

Insgesamt gesehen entlastet Kurzarbeit den Arbeitsmarkt weiterhin deutlich. Viele Arbeitgeber halten an ihren Fachkräften fest. Eine Entwicklung, die uns für das Frühjahr und die zu erwartende Belebung am Arbeitsmarkt optimistisch stimmt“, so Stefan Dirkes.

Nachfrage nach Personal stabil

Im Monat Februar wurden in den vier Landkreisen der Agentur für Arbeit Neuruppin 817 Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 195 Stellen mehr als im Vormonat und 314 weniger als im Vorjahresmonat Februar 2020. Die Stellenzugänge erfolgten insbesondere aus dem verarbeitenden Gewerbe, der Zeitarbeit sowie der öffentlichen Verwaltung.

Der Bestand offener Stellen liegt mit etwas mehr als 4.200 Stellen auf dem Niveau des Februars 2020. Die Chancen in unserer Region, eine Tätigkeit aufzunehmen sind weiterhin gegeben, da insbesondere Fachkräfte weiterhin gesucht werden“, erläutert Dirkes weiter.


Zahlen, Daten, Fakten

Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Neuruppin

Beschäftigte

Mit Datenstand Juni 2020 sind 165.056 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Minus von 0,5 Prozent oder 848 Personen im Vergleich zum Juni 2019.

Stellen

Seit Jahresbeginn wurden der Agentur für Arbeit von den Unternehmen 1.439 Stellen gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 333 Stellen. Die TOP 5 Branchen mit dem größten Personalbedarf seit Jahresstart sind das Verarbeitende Gewerbe, die Zeitarbeit, die öffentliche Verwaltung/ Sozialversicherung, der Handel und freiberuflichen sowie wissenschaftlich und technischen Dienstleistungen.

Arbeitslose

Im Februar 2021 waren 18.876 Personen arbeitslos gemeldet, 124 mehr als im Januar. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit um 2.607 Personen gestiegen. 8.479 Arbeitslose werden von der Agentur für Arbeit betreut (SGBIII), 10.397 Arbeitslose von den Jobcentern (SGBII).

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote beträgt 6,4 Prozent und ist im Vergleich zum Vormonat unverändert. Im Februar 2020 betrug die Arbeitslosenquote noch 5,6 Prozent.

Entwicklung in den Landkreisen

Die Spreizung bei der Arbeitslosenquote reicht von 5,7 Prozent im Landkreis Oberhavel bis 8,2 Prozent im Landkreis Prignitz.

Unterbeschäftigung

Im Februar umfasste die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 24.166 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 8,1 Prozent und ist im Vergleich zum Vormonat unverändert. Vor einem Jahr betrug sie 7,7 Prozent.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

In Aktivierungsmaßnahmen befinden sich derzeit 799 Personen. An einer beruflichen Weiterbildung nehmen aktuell 704 Personen teil. In Arbeitsgelegenheiten befinden sich derzeit 840 Personen.

Um diejenigen Menschen zu unterstützen, die schon besonders lange ohne Arbeit sind, hat der Gesetzgeber zum 1. Januar 2019 das Teilhabechancengesetz in Kraft gesetzt. Aktuell nehmen 287 Personen an diesem Programm teil.

An Maßnahmen der Fremdförderung nehmen aktuell 367 Personen teil. Das sind vor allem Menschen, die an Integrationskursen des BAMF, des Landes aber auch an ESF-Programmen, zum Beispiel für Langzeitarbeitslose, teilnehmen.